Wie von Geisterhand

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Briefköpfe, Disclaimer, komplette Formschreiben und andere Standardtexte - GhostTyperXML verwaltet all das und setzt es auf Befehl in beliebige Windows-Anwendungen ein. Das für lokalen privaten Einsatz kostenlose Werkzeug kann jedoch noch mehr.

Anders als die Floskelfunktion eines Textverarbeitungsprogramms arbeitet das Makrosystem GhostTyperXML anwendungsübergreifend und erlaubt es so, etwa die gleichen Textbausteine in E-Mail-Client, DTP-Anwendung, Etiketteneditor und Webformularen zu nutzen. Programmierer legen häufig wiederkehrende Codesequenzen auf leicht zu merkende Kennkürzel, Seriendiskutierer im Usenet speichern ihre Standpunkte für unermüdliche Wiederholungen, die dann blitzschnell mit wenigen Tastendrücken erfolgen.

Nach dem Start zieht sich der ‘Geistertipper’ in ein Taskleisten-Icon zurück. Ein Mausklick darauf öffnet das zentrale Menü, das die definierten Einträge verzeichnet, aber auch zum Verwaltungsmodul führt, wo man diese anlegt. Einträge können Textmakros (von der kurzen Floskel bis zum kompletten Standardvertrag), aber auch Aufrufe für E-Mail- oder Webadressen sein. Das Programm, dessen Arbeit auf XML aufbaut, verwaltet sie in einer beliebig tief schachtelbaren Ordnerhierarchie und speichert sie in einem so genannten Archiv. Jedem Eintrag lassen sich eine Tastaturkombination (Hotkey) und eine Kurzsequenz (etwa ‘#mfg’) zuweisen.

Die zu ‘verghostenden’ Texte und Adressen erfasst man entweder von Hand beziehungsweise per Cut-and-Paste in einem Editierfenster des Verwaltungsmoduls oder man lässt sie mit dem ins Programm integrierten Tastaturrecorder aufnehmen. Eine nachträgliche Bearbeitung ist jederzeit möglich. Beim Definieren von Einträgen kann man mit Variablen und Befehlen arbeiten, die beispielsweise das jeweils aktuelle Datum, aber auch Schleifenkonstrukte, interaktive Auswahllisten, Tastenkombinationen, Programmaufrufe, Grafiken und komplette Textdateiinhalte einbinden. ‘Logische Variablen’ beispielsweise geben dem Nutzer beim Ablauf des entsprechenden Makros die Wahl zwischen einer Standardoption und einer definierten Alternative per Checkbox. Eine ‘Memo-Variable’ sorgt dafür, dass zur Laufzeit ein Eingabefenster erscheint, mit dessen Hilfe man den einzufügenden Text an der vorgesehenen Stelle ergänzt.

Auf diese Weise lässt sich nach und nach ein fast universelles Geflecht von Makros in die tägliche Windows-Nutzung einbeziehen, sofern man den Bestand der Einträge laufend pflegt. Alles, was im Arbeitsfluss öfter anliegt, kann man auf dieser Grundlage per Tastendruck verfügbar machen - sei es etwa der Aufruf eines Konverterprogramms mit anschließendem Versand der bearbeiteten Datei per E-Mail, sei es das Hineinkopieren von Datenbankreportinhalten in einen regelmäßig zu verschickenden Newsletter.

Das Einfügen geschieht je nach gewählter Einstellung entweder durch Tastendrucksimulation oder über die Windows-Zwischenablage. Der zuletzt genannte Weg ist der schnellere, er bleibt aber bei einigen Anwendungen versperrt.

Als Nachfolgerin von GhostTyper 98 und der von Data Becker vertriebenen GhostTyper-Version kann die aktuelle Fassung Altdaten der Vorgängerprogramme importieren. Die Corporate Edition von GhostTyperXML erlaubt es, mit anderen Anwendern auf beliebig viele gemeinsame Archive per LAN oder Internet zuzugreifen. Die Private Edition ist auf jeweils ein lokales Archiv beschränkt. (psz)


GhostTyperXML 2.0
Textbausteinverwaltungssystem mit umfassenden Makrofunktionen
Systemanforderung Windows 98/ME, NT/2000
Download www.ghosttyper.de
Preis Private Edition: kostenlos
Corporate Edition: Staffelpreise bis 47 DM pro Lizenz (kostenloser 30-Tage-Test)

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