Windows 7 durchleuchtet

Was nicht auf den ersten Blick zu entdecken ist

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Die neue Taskleiste oder der schneller reagierende Explorer fallen sofort auf, doch viele andere Neuerungen von Windows 7 springen nicht ins Auge.

Anfang Januar stellte Microsoft erstmals eine frei zugängliche Vorabversion von Windows 7 zum Download bereit [1]. Der erste Eindruck: Das nächste Windows wird ein stark überarbeitetes Vista, aus dem Microsoft haufenweise Macken aus- und stattdessen coole neue Funktionen eingebaut hat. So fragt Windows 7 beispielsweise nicht mehr „Sind Sie sicher?“, wenn es unnötig ist. Es verfügt unter anderem über eine schicke neue Taskleiste mit sortierbaren Tasks und einen Explorer, der leere Kartenleser-Slots ausblendet und Bibliotheken bietet, mit denen man sich eine eigene Ordnerstruktur basteln kann. Paint und Wordpad bieten die von Office 2007 bekannten Ribbons. Vieles ist logischer geworden: Die Option zum Umkonfigurieren der Standby-Schaltfläche im Startmenü etwa findet sich nun auch in den Einstellungen des Startmenüs. Und Windows 7 fühlt sich schneller an: Wie die Benchmark-Ergebnisse zeigen, laufen zwar Anwendungen kaum fixer als unter Vista oder XP, doch reagiert das System selbst deutlich zügiger auf Benutzereingaben – so macht es selbst auf einem Netbook Spaß.

Auch unter der Haube hat sich einiges getan, etwa bei den Treibern, bei der Verschlüsselung oder bei den Energiesparmechanismen – mehr dazu lesen Sie ab Seite 92 in c't 4/09. Das „Peer Name Resolution Protocol“ (PNRP), welches unter anderem der Homegroup-Mechanismus nutzt, mit dem sich Windows 7 so leicht vernetzen lässt wie kein Windows zuvor, stellt schließlich der Artikel ab Seite 98 in c't 4/09 im Detail vor.

Windows-7-PCs zu vernetzen klappt ruck zuck: Einfach das Systemsteuerungselement „Homegroup“ aufrufen, auf „Jetzt erstellen“ klicken und das dann von Windows genannte Passwort auf einem anderen Windows-7-PC an gleicher Stelle eintippen – schon kann man von jedem PC auf die jeweils freigegebenen Ordner der anderen zugreifen.

Ähnlich einfach klappt das Herstellen einer „Windows-Remoteunterstützung“. Darüber kann ein Windows-Anwender den Bildschirminhalt eines Hilfesuchenden auf seinem Desktop sehen und ihm so via Internet über die Schulter schauen. Das war allerdings bislang mit diversen Schritten verbunden, die so manchen Laien überforderten, zudem verhinderte oft der Router den Verbindungsaufbau. Mit „Easy Connect“ hingegen klappt es einfacher: Wie beim Erstellen einer Homegroup bekommt der Hilfesuchende nur noch ein Passwort genannt, das er weitersagen muss. Der Helfer tippt es auf seinem PC ein und schon steht die Verbindung (wie bei den Homegroups ebenfalls dank IPv6 und PNRP, siehe S. 98 in c't 4/09).

Als Hilfsinstrument neu dabei ist der „Problem Steps Recorder“, der nach dem Eintippen von „psr“ ins Suchfeld des Startmenüs startet: Er dokumentiert jeden Mausklick mit einem Screenshot, der sich mit Kommentaren ergänzen lässt. Rahmen können markieren, worauf sich ein Kommentar bezieht. Das erlaubt einerseits, auf sehr einfachem Wege eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zu erzeugen und erleichtert andererseits Support-Mitarbeitern das Nachvollziehen, an welcher Stelle der Anwender das Falsche anklickt.

Das Protokoll landet nach der Aufzeichnung als MHT-Datei (Microsoft Webarchiv) in einem ZIP-Archiv auf der Platte. Die MHT-Datei zeigt der Internet Explorer auch unter älteren Windows-Versionen an (nicht jedoch der Firefox): Das sieht dann wie eine Webseite aus, auf der die Screenshots mitsamt Kommentaren untereinander stehen. Was der Anwender angeklickt hat, wird automatisch grün umrandet.

Wenn Windows nicht mehr bootet, helfen weder Remoteunterstützung noch PSR, dann muss ein Rettungsmedium her, von dem der PC booten kann. Windows 7 bringt dafür was mit: In der Systemsteuerung unter „Sichern und Wiederherstellen“ findet sich der Menüpunkt „Datenträger für Systemwiederherstellung erstellen“: Es brennt eine CD oder DVD, von dem ein Windows PE bootet. Das bietet diverse Systemwiederherstellungsoptionen wie „Systemstartreparatur“, „Systemwiederherstellung“ oder „Systemabbild-Wiederherstellung“, aber auch eine Eingabeaufforderung sowie einige wenige Windows-Programme wie Notepad oder den Registry-Editor.

Windows 7 kann erstmals ohne Zusatzsoftware etwas mit virtuellen Festplatten anfangen (zumindest mit solchen im VHD-Format von Microsofts Virtual PC): Es kann die virtuellen Platten virtueller Maschinen als Laufwerk mit eigenem Laufwerksbuchstaben einbinden, sodass sie im Explorer wie normale Festplatten erscheinen. In der Datenträgerverwaltung können Sie virtuelle Platten auch erstellen: Das klappt über das Kontextmenü der Datenträgerverwaltung in der Computerverwaltung, nachdem die Datenträgerverwaltung geladen wurde. Nach dem Klick auf „virtuelle Festplatte erstellen“ erscheint ein Dialog, in dem Sie sich unter „Durchsuchen“ zum Zielort durchhangeln und dort den Namen der neuen virtuellen Festplatte eingeben können. Außerdem können Sie entscheiden, ob die Platte von vornherein den gesamten vorgesehenen Speicherplatz auf der physischen Festplatte belegt oder nur den, der tatsächlich zum Ablegen der Daten benötigt wird – im letzteren Fall wächst die VHD dynamisch bis zur maximalen Größe. Das spart Platz, bremst aber gelegentlich.

Nach dem Erstellen taucht in der unteren Laufwerksübersicht ein neuer Datenträger auf, der zuerst initialisiert werden muss: Dass klappt über das Kontextmenü des neuen Datenträgers, allerdings nicht im Bereich mit dem schwarzen Balken drüber, sondern in dem links daneben, in dem „Datenträger X“ steht (das X steht für eine Zahl). Anschließend können Sie über das Kontextmenü im Bereich mit dem schwarzen Balken ein neues „Volume“ einrichten, womit Windows 7 eine primäre Partition meint. (axv)

Den vollständigen Artikel finden Sie in c't 04/2009.

[1] Axel Vahldiek, Im Beta-Test, Microsoft verteilt eine Vorabversion von Windows 7, c't 3/09, S. 18

"Windows 7 durchleuchtet"
Artikel zum Thema "Windows 7 durchleuchtet" finden Sie in der c't 04/2009:
Neue und verbesserte Funktionen S. 88
Änderungen im technischen Unterbau S. 92
PNRP vereinfacht die Vernetzung S. 98

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