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Desktop-Fernsteuerung per VNC

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Dank VNC funktioniert die Fernsteuerung auch, wenn der Helfende keinen Windows-PC zur Verfügung hat.

Die Lösung bringt eine spezielle Version der Open-Source-Fernsteuerung VNC. UltraVNC Single Click (SC) ist für den Hilfsbedürftigen genauso einfach und kommt ohne externen Server aus. Außerdem lässt es dem Helfer die freie Wahl des Betriebssystems, denn es setzt lediglich einen VNC-Viewer voraus, der den Listen-Modus beherrscht. So etwas gibt es für alle verbreiteten Systeme.Auf der Seite des Hilfsbedürftigen funktioniert UltraVNC SC mit Windows-Versionen von 98 bis 7.

EineNormalerweise läuft bei VNC auf dem fernzusteuernden Rechner ein Server-Programm, das den Desktop übers Netzwerk zur Verfügung stellt und Eingaben entgegennimmt. Darauf greift der Helfer mit seinem VNC-Viewer zu. Wenn der VNC-Server hinter einem NAT-Router steht, hat dieses Verfahren dasselbe Problem wie die Remoteunterstützung. Der Trick besteht nun darin, die Verbindung nicht vom Helfer in Richtung des Hilfsbedürftigen aufzubauen, sondern umgekehrt. So passiert sie den Router beim Hilfsempfänger ohne Anpassungen an der Konfiguration. Lediglich der Helfer muss auf seinem Router eine Port-Weiterleitung einrichten. Für einen Experten, der anderen über das Internet helfen kann, sollte das keine Hürde darstellen.

Ein Online-Generator auf www.heise.de erzeugt mit wenigen Informationen, die der Helfer beisteuert, das Hilfeprogramm.

Im Einzelnen stehen für den Helfer vier Schritte an: Sofern er nicht mit einem Internetzugang mit fester IP-Adresse gesegnet ist, besorgt er sich zuerst einen dynamischen DNS-Namen, zum Beispiel bei DynDNS.org. Aktuelle Router verknüpfen ihn automatisch mit der IP-Adresse, die sie bei der Einwahl erhalten. Unter diesem unveränderlichen DynDNS-Namen soll später der VNC-Server den VNC-Viewer des Experten erreichen.

Damit der Verbindungsaufbau den Hilfesuchenden nicht überfordert, schickt der Helfer ihm ein angepasstes Windows-Programm, das alle nötigen Einstellungen enthält. Die Programmierer von UltraVNC stellen zwar einen eigenen "Online Creator" zur Verfügung, der solche Programme erzeugt. Doch wir haben den Vorgang noch etwas vereinfacht und bieten Ihnen einen eigenen Generator an.

In ein Web-Formular tragen Sie einfach Ihren DynDNS-Namen ein sowie den esternen TCP-Port, auf dem der VNC-Viewer später lauscht. Die Vorgabe des VNC-Viewers lautet 5500, aber die Portnummer ist beliebig. Um den Zugang vor Angreifern zu verbergen, die diesen Port über verschiedene Adressen scannen, empfehlen wir eine Portnummer oberhalb von 50 000.

Hinzu kommen noch drei kurze erklärende Textfelder, die der Hilfsbedürftige zu sehen bekommt. Hier tragen Sie zum Beispiel Kontaktdaten ein. Unser Online-Generator erzeugt dann das Programm, das Sie herunterladen und dem Hilfesuchenden zustellen. Wer den PC eines potenziell Hilfsbedürftigen gerade zur ambulanten Pflege vor Ort hat, sollte dieses Programm gleich darauf ablegen.

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