Geberlaunen

Desktop-Fernsteuerung per VNC

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Nur der Helfende muss an seinem Router ein Port-Forwarding einstellen. Der Hilfsempfänger braucht sich damit nicht herumzuärgern.

Nun ist die Port-Weiterleitung an der Reihe. Der Router auf Helfer-Seite muss den in das Online-Formular eingetragenen TCP-Port an den PC durchreichen. Viele Geräte bieten die Möglichkeit, eine Portweiterleitung zu deaktivieren, ohne sie zu löschen. Damit kann der Helfer sie eintragen und nur bei Bedarf scharfschalten.

Zuletzt muss ein passender VNC-Viewer her. Unter Windows empfiehlt sich der von UltraVNC, da er über den VNC-Standard hinaus Kunststückchen wie Dateitransfers und einen Chat beherrscht. Wer selbst keinen VNC-Server braucht, lädt am Besten die ZIP-Version von UltraVNC herunter und entnimmt nur vncviewer.exe daraus. Um später nicht auf der Kommandozeile herumzuhampeln, legt man gleich eine Verknüpfung an und trägt in deren Eigenschaften in das Feld "Ziel" die Option -listen hinter den Programmnamen ein. Falls der Router die eingehenden Verbindungen nicht an den Standard-Port 5500 weiterleitet, kommt hinter -listen noch die Portnummer. Wenn keine Verbindungen zu Stande kommen, steht eventuell die Windows-Firewall im Weg. Die einfachste Lösung ist, eine Ausnahme für das Programm vncviewer.exe zu definieren.

Linux-Distributionen bringen mindestens eine Version von VNC mit. Der darin enthaltene Viewer wird wie unter Windows mit der Option -listen und gegebenenfalls mit der TCP-Portnummer aufgerufen. Probleme traten jedoch zwischen dem UltraVNC-SC-Server und einem Linux-RealVNC-Viewer auf, da der Server anscheinend die falsche VNC-Protokollversion an den Viewer übermittelt. Bei der aktuellen Version des kostenlosen VNC Enterprise Edition Viewer for Linux kann man die Protokollversion per Kommandozeile mit dem Parameter -Protocol3.3 festlegen.

Für Mac OS X existieren zwar auch mehrere VNC-Fassungen, doch nach unseren Erfahrungen nimmt nur der Viewer von RealVNC die Verbindungen von UltraVNC SC korrekt an. Er ist Bestandteil der Enterprise Edition von RealVNC, die auf der Web-Seite als kostenpflichtig markiert ist. Allerdings betrifft das nur den Server. Wenn man RealVNC unter Mac OS X ohne Key installiert, kann man den Viewer trotzdem benutzen. Der Listen-Modus wird über den Menüpunkt "Launch Listener" aktiviert.

Mit UltraVNC SC muss der hilfesuchende Anwender nur ein angepasstes Programm starten und nach Absprache per Doppelklick die Desktop-Verbindung zum Experten herstellen.

Damit in Mac OS X 10.4 (Tiger) die Firewall den TCP-Port nicht blockiert, legt man in den Systemeinstellungen unter Sharing eine neue Regel an. Leopard (Mac OS X 10.5) fragt beim Start des Listener automatisch nach, ob es ein Loch in die Firewall bohren soll.

Wenn der Ernstfall eintritt und die Verbindung zum Desktop gebraucht wird, kontrolliert der Helfer zunächst die Port-Weiterleitung und startet dann seinen Viewer im Listen-Modus. Anschließend bittet er den hilfsbedürftigen Anwender, das vorgefertigte Programm zu starten. Es erscheint zunächst ein Dialog wie im Bild rechts. Erst ein Doppelklick auf den einzigen Eintrag im linken Listenfeld startet die Verbindung. Beide Anwender sehen nun denselben Desktop und können simultan mit Maus und Tastatur darauf arbeiten. Der Helfer trennt die Verbindung, indem er seinen Viewer beendet. Der Hilfsempfänger kann dafür jederzeit den Punkt "Close" im Kontextmenü des Tray-Icons benutzen.

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