Update: Windows 7

Desktop-Fernsteuerung per VNC

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Seite 4: Update: Windows 7

Unter Windows 7 und Vista stehen UltraVNC SC zwei Windows-Funktionen im Weg: die Glas-Effekte der Aero-Oberfläche und die Benutzerkontensteuerung (User Account Control, UAC). Die durchsichtigen Fensterränder führen zu so viel zusätzlichem Netzwerkverkehr, dass sich Vista nicht sinnvoll fernsteuern lässt. Die seit Februar 2010 freigeschaltete Version unseres Online-Tools räumt mit diesen Schwächen auf, in dem sie eine aktuelle Fassung von UltarVNC einbaut. Sie schaltet automatisch Aero ab und beim Ende der Sitzung wieder ein und UAC-Fenster unterbrechen die Verbindung nicht mehr.

Außerdem gibt es nun eine neue Option "UAC_DIS", mit der der Hilfesuchende nur einmal zu Beginn der Sitzung einen UAC-Dialog abnicken muss. Doch der UltraVNC-Server schaltet dann die UAC ganz ab und erst zum Ende der Sitzung wieder ein. Wenn jedoch der VNC-Server oder der PC abstürzen oder der User den Prozess versehentlich abwürgt, bleibt die UAC deaktiviert. Deshalb haben wir uns entschieden, diese Option in unserem Online-Generator nicht zu setzen

Wenn der Hilfesuchende das Programm mit Administrator-Rechten startet, bleiben UAC-Abfragen aus.

Das bringt nur die kleine Einschränkung mit sich, dass der Helfer seinen Schützling bei jedem UAC-Dialog um einen Klick auf "Ja" bitten muss. Aber die ganze Software ist ja ohnehin für Hilfesitzungen gedacht, bei denen man parallel miteinander telefoniert oder den Chat innerhalb von UltraVNC benutzt.

Eine Sicherheitsfunktion mag bei der ersten Sitzung verwirren: Solange ein Fenster mit per UAC erhöhten Rechten offen ist, kann man aus der Ferne nicht steuern, sondern nur zusehen. Wenn es nicht gelingt, dem Geholfenen die richtigen Klicks vorzusagen, muss dieser das Hilfeprogramm per Rechtsklick als Administrator starten. Dann gibts keine Nachfragen und der Helfer kann aus der Ferne alle Knöpfchen drücken.

Windows**7 hält das Programm für ein Installationsprogramm und fragt nach Ende der ersten Sitzung, ob die Installation erfolgreich war. Als Helfer sollten Sie Ihren Gegenpart telefonisch darauf vorbereiten und ihm empfehlen "Das Programm wurde richtig installiert" zu klicken. Windows merkt sich diese Einstellung dann anhand des Programmnamens und -pfades für spätere Aufrufe.

Wer selbst mit den Einstellungen experimentieren will, kann sich ein UltraVNC-SC-Programm auf dem eigenen PC zusammenbasteln. Denn im Kern ist es nicht anderes als ein selbstextrahierendes Archiv, das nach dem Entpacken automatisch das enthaltene Programm startet. Diese Funktion steckt in der Datei 7zS.sfx, die zum Open-Source-Packer 7-Zip gehört.

In das 7-Zip-Archiv gehören der eigentliche VNC-Server winvnc.exe in der Single-Click-Version und dessen Konfigurationsdatei helpdesk.txt. Deren Syntax erklärt eine Webseite des UltraVNC-Projekts. Dazu können noch einige Icons kommen. Eine komplette Beispiel-Konfiguration gibt es ebenfalls bei UltraVNC zum Download.

Sind alle nötigen Dateien per 7-Zip gepackt, erzeugt der Befehl

copy /b 7zS.sfx+config.txt+archiv.7z hilfe.exe

das Programm hilfe.exe für den hilfsbedürftigen Anwender. Was in der Textdatei config.txt stehen muss, damit der Selbstextrahierer das richtige entpackte Programm startet, beschreibt die Dokumentation im Download-Archiv.

Statt hier direkt den VNC-Server anzuwerfen, könnte man zuerst eine Batch-Datei oder ein Skript aufrufen, das Vista VNC-freundlich umkonfiguriert. Eigenen Experimenten stehen Tür und Tor offen.

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