Windows-Festplatte aufräumen

Festplatten aufräumen: Platz schaffen für Windows

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Egal ob TByte große Festplatte, SSD oder mickrige eMMS: Irgendwann sind alle voll. Um dann Platz zu schaffen, reichen meist wenige Handgriffe.

Wenn Windows keine Luft mehr zum Atmen hat, weil nicht mehr ausreichend Platz auf der Platte ist, schlägt es Alarm. Dann muss man Wohl oder Übel entrümpeln. c't gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um den Putz auf der Platte.

Die gute Nachricht: Windows oder Anwendungen machen üblicherweise mit Fehlermeldungen darauf aufmerksam, dass nicht mehr ausreichend Platz frei ist. Solange diese nicht auftauchen, brauchen Sie also auch nicht aufzuräumen. Denn: Der PC wird durch Dateien, die inaktiv auf der Platte liegen, nicht langsamer.

Die schlechte Nachricht: Wenn Fehlermeldungen aufploppen, ist Eile geboten. Sonst hilft sich Windows in seiner Not selbst und deaktiviert zum Beispiel die Systemwiederherstellung sowie den Ruhezustand und reduziert die Größe der Auslagerungsdatei. Zudem löscht es schrittweise bereits vorhandene Wiederherstellungspunkte.

1. Datenträgerbereinigung durchführen

Festplatten aufräumen: Platz schaffen für Windows

Windows stellt mit der "Datenträgerbereinigung" ein Werkzeug bereit, um sich selbst von Ballast zu befreien. Dazu zählen temporäre Dateien, Protokolle, zwischengespeicherte Miniaturansichten, Installationsdateien und vieles mehr. Und so geht es: Tippen Sie "Datenträgerbereinigung" ins Suchfeld des Startmenüs oder blind auf der Startseite ein und wählen Sie Ihre Windows-Partition aus (üblicherweise Laufwerk c:). Es erscheint eine Liste mit Vorschlägen, was Sie löschen können. Ein Klick auf "Systemdateien bereinigen" löst eine noch gründlichere Suche nach verzichtbaren Daten aus. Aber Vorsicht: Sie können als Benutzer andere Ansichten über die Entbehrlichkeit von Dateien haben als Windows. Setzen Sie die Häkchen in der ausgegebenen Liste deshalb nur, wenn Sie sich auch sicher sind.

2. Große Dateien ausfindig machen

Selbsterzeugte, aber längst vergessene große Dateien zu löschen ist eine besonders schnelle und einfache Maßnahme, um Platz zu schaffen. Räumen Sie dafür zunächst den Download-Ordner im Explorer auf. Als nächstes doppelklicken Sie im Explorer das Systemlaufwerk und tragen in das Suchfeld "größe:>100m" ein. Der Explorer zeigt Ihnen dann alle Dateien größer 100 MByte. Löschen Sie alle Dateien, von denen Sie sicher wissen, dass sie überflüssig sind.

Festplatten aufräumen: Platz schaffen für Windows

3. Große Ordner aufspüren

Ein Ordner mit unzähligen kleinen Dateien ist in der Summe groß und deshalb auch beim Ausmisten einer Festplatte relevant. Zwar kann der Explorer Ordner nicht nach Größe sortieren, doch kostenlose Software wie WinDirStat oder Treesize Free können es. Diese untersuchen entweder einzelne oder alle Laufwerke und geben eine nach Füllstand sortierte Baumansicht aller Ordner sowie eine grafische Aufbereitung aus.

4. Programme und Spiele aussortieren

Programme und Spiele fressen eine Menge Speicher. Deshalb lohnt ein Blick in die Systemsteuerung unter "Programme und Features" beziehungsweise unter Windows 10 in die Einstellungen unter "Programme hinzufügen oder entfernen". Schauen Sie die Liste nach überflüssigen Programmen durch und deinstallieren Sie diese. Das kann auch bei Spielen lohnen, bedenken Sie hierbei auch die gespeiccherten Spielstände.

Festplatten aufräumen: Platz schaffen für Windows

5. Nichts aus dem Windows-Ordner löschen!

Löschen Sie niemals etwas aus dem Windows-Ordner, von dem Sie nicht ganz genau wissen, dass es überflüssig ist. Selbst Dateien und Ordner, die im ersten Moment vielleicht nutzlos erscheinen, können wichtig sein. So behalten Sie beispielsweise die Dateien im Ordner c:\windows\installer sowie die Datei netfx_core.mzz, da diese für künftige Updates gebraucht werden.

Lassen Sie vor allem die Finger vom Ordner winsxs. Darin stecken sämtliche Dateien, die Windows benötigt. Sollten welche per Update, Hotfix oder Service Pack auf einen neuen Stand gebracht worden sein, blieben hier auch die alten Versionen erhalten – deswegen wächst der Ordner im Laufe der Zeit. Aufbewahrt werden sie vor allem für künftige Aktualisierungen, doch so manche Anwendung und auch Windows selbst braucht einiges davon im laufenden Betrieb. Den Ordner zu löschen hat daher drastische Folgen: Windows erleidet einen Totalschaden.


Dass ein PC schneller arbeitet, wenn man ihn regelmäßig von überflüssigen Dateien befreit, ist ein Gerücht, das sich schon Ewigkeiten hält, jedoch weder für herkömmliche Festplatten noch für moderne SSDs zutrifft. Das einzige, was bei herkömmlichen Festplatten Zeit kostet, ist die Dauer, bis der Lesekopf bei der nächsten Datei oder beim nächsten Dateifragment angelangt ist. Ob der Kopf dabei gefüllten oder leeren Platz überfliegt, ist belanglos, nur die Entfernung zählt. SSDs greifen ohnehin direkt auf die einzelnen Zellen zu, dabei spielt der Füllstand der anderen erst recht keine Rolle. Solange Windows ausreichend Platz zum Atmen hat, ist beim Aufräumen der Festplatte also kein Tempogewinn rauszuholen. (axv)

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