Windows Home Server aufsetzen und ausbauen

Microsofts Heimserver um zusätzliche Funktionen erweitern

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E-Mail und Groupware bilden den größten Batzen an nach zurüstender Funktion. Doch durch Aktivieren einiger Bordmittel und mit kostenlosen Dreingaben aus Redmond bedient ein Windows Home Server auch viele andere Dienste.

Grundlage für die Büro-Version des Windows Home Servers (WHS) ist eine Standard-Installation. Wer sich gegen eine fertige WHS-Appliance mit installiertem System entschieden hat, baut zunächst nur zwei Festplatten ein und lässt die Installation von der System-DVD einfach durchlaufen. Dabei bestätigt er jeweils die Vorgaben und stellt dem Installer die Festplatten komplett zur Verfügung. Die eventuell für Backups vorgesehene dritte Festplatte kommt erst dazu, wenn sonst alles fertig ist.

Für die weitere Konfiguration stehen zwei Wege offen: die "Windows Home Server-Konsole" und der Desktop mit den üblichen Windows-Verwaltungstools. Wenn kein Bildschirm am Server hängt, erreicht man ihn per Remote Desktop. Der Benutzername lautet "Administrator" und das Passwort ist das bei der Installation vergebene, mit dem man auch auf die WHS-Konsole kommt. Für alle Einstellungen, die sie anbietet, sollte man unbedingt die Home-Server-Konsole benutzen. Denn sie ist einfach zu bedienen und erledigt oft auf einzelne Klicks hin mehrere Konfigurationsschritte. Außerdem erscheinen auf manchen Seiten Änderungen nur, wenn man sie auch über die WHS-Konsole vorgenommen hat. Wer auf zwei Wegen an denselben Einstellungen fummelt, riskiert bestenfalls eine inkonsistente Anzeige, schlimmstenfalls kommen sich die Werkzeuge ins Gehege und produzieren unvorhersehbare Ergebnisse. Die Verwaltung von Benutzerkonten, Freigaben und Plattenplatz bleibt also Sache der Konsole; die praktische Client-PC-Sicherung ist ohnehin nur hier zugänglich.

Eine ganze Reihe von Programmierern hat kostenlose Add-Ins gebaut, die als Oberfläche Funktionen des Home Servers erschließen, etwa den DHCP-Server oder die ganze Systemsteuerung. Ob man darauf zurückgreift oder per Remote Desktop die Verwaltungsprogramme des Windows Servers benutzt, ist Geschmackssache. Die Add-Ins sind meist einfacher zu bedienen, weil sie verschiedene Konfigurationen kombinieren. Doch je mehr man installiert, desto größer wird die Gefahr, dass zwei Add-Ins an denselben Servereinstellungen drehen.

Nach der Server-Grundinstallation spielt man auf einem Client den "Home Server Connector" ein, entweder von der beiliegenden CD-ROM oder aus der Freigabe "Software" des Servers. Das richtet unter anderem eine Verknüpfung zur WHS-Konsole im Startmenü ein. Damit verschafft sich nun der Administrator Zugang zum Server und ruft über den unscheinbaren Knopf oben rechts dessen Einstellungen auf. Zuerst deaktiviert er auf der Seite "Remotezugriff" ebendiesen. Denn der Büroserver soll vorerst nur das LAN bedienen; Gäste von außerhalb haben zum Beispiel an den SharePoint Services nichts zu suchen. Nun ist auf der Seite "Allgemein" der Knopf "Jetzt aktualisieren" dran, der die Windows-Updates installiert. Da nach dem fälligen Neustart eventuell weitere Updates nötig sind, drückt man diesen Knopf immer wieder, bis nichts mehr kommt. Auf der Seite "Ressourcen" der Einstellungen erscheint die Betriebssystemversion. Bei Veröffentlichung war "Windows Home Server mit Power Pack 3" aktuell. Power Pack 3 verbessert vor allem das Zusammenspiel mit Windows 7und enthält eine Sammlung von dringend erforderlichen Patches und Updates – im Prinzip also ein Service Pack, das aber nicht so heißen darf, weil dieser Name für das zu Grunde liegende System (Windows Server 2003 mit Service Pack 2) reserviert ist. Schließlich kann der Admin unter "Sicherung" den Zeitraum anpassen, in dem der Server Backups von den Client-PCs einsammelt. Bei einem Büro mit regelmäßigen Mittagspausenzeiten sind diese besser geeignet als die vorgegebene Zeit mitten in der Nacht.

Wer klassische Netzwerke gewöhnt ist, möchte seinem Server jetzt wahrscheinlich eine feste IP-Adresse zuteilen. Dazu ist der erste Ausflug auf den Remote Desktop fällig. Beim Log in nervt hier jedes Mal eine überflüssige Warnmeldung, die man abschaltet, indem man die Verknüpfung aus dem Autostart-Ordner des Startmenüs löscht. Die IP-Einstellungen legt der Admin anschließend wie gewohnt über die Systemsteuerung fest. Bei Appliances liefern die Hersteller auch oft Add-Ins mit, die sich über die WHS-Konsole nicht entfernen lassen. Wer davon etwas loswerden möchte, besucht jetzt das Software-Applet der Systemsteuerung.

Die Benutzerkonten auf dem Server legt man wieder mit der Konsole an. Anschließend sollten auch die Client-PCs ein Konto mit demselben Passwort und Anmeldenamen bekommen, also mit dem, der im WHS im dritten Feld unter Vor- und Nachname steht. Wer dort auch Vor- und Nachnamen, getrennt durch ein Leerzeichen benutzt, kann diese User genauso unter XP und Vista anlegen. Andernfalls trägt er den Anmeldenamen als Namen des neuen Kontos auf dem Client-PC ein und ändert hinterher den "Vollständigen Namen" als Admin über die Kommandozeile. Um beispielsweise auf einem Client-PC dem just angelegten Account "je" den Namen "Johannes Endres" zuzuordnen, ruft man dort net user je /FULLNAME:"Johannes Endres" auf. Über net user lassen sich zwar auch die Accounts per Batch-Skript einrichten, sodass man diesen Arbeitsschritt automatisieren könnte. Doch weil dabei weder ein Home-Verzeichnis noch ein Passwort angelegt werden, raten wir von dieser Methode ab. Nur auf den Client-PCs, deren Backup auf dem Server landen sollen, installiert man anschließend die Connector-Software. Für den Zugriff auf die Freigaben und die nachgerüsteten Dienste ist sie nicht erforderlich.

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