Zehn Jahre virtuelles Wissen

@ctmagazin | Editorial

Liebe Lernerinnen und Lerner, liebe Eltern,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

der 28. August, da sind sich die Historiker einig, der Tag also, an dem die CeBIT HOME dieses Jahr zum zehnten Mal ihre Tore oeffnet, markiert die einschneidende Veraenderung unserer Gesellschaft hin zum Virtualismus.

Spaetestens seit dem Jahr 2001 - mit der Abschaffung des klassischen Schulunterrichts und der Einfuehrung von WissenShops wie dem unseren - war dieser Wandel fuer jedermann offensichtlich. Was mit Computerspielen begann, endete mit der Aufloesung von Schulen, Parlamenten, Finanzaemtern und anderen lange Zeit als wichtig geltenden Einrichtungen.

Niemand kann sich mehr vorstellen, dass Lernen noch im Jahr 1996 als laestige Pflicht galt. An die Stelle der unflexiblen Lehrer von frueher sind Lernberaterinnen und Lernberater getreten - meist schon selbst per Computer realisiert. Inzwischen ist zum spannenden Abenteuer geworden, was einst Jung und auch Alt plagte.

Vor zehn Jahren haben die Screenager Spass daran gehabt, ausserirdische Fantasiewesen durch unrealistisch gestaltete 3D-Welten zu jagen. Heute eignen sie sich mit demselben Eifer im virtuellen Raum Wissen an und sammeln dabei Notenpunkte, zum Beispiel indem sie im Biologieunterricht den Weg der roten Blutkoerperchen nachschreiten - zu Fuss im virtuellen Raum

durch ueberdimensionale Arterien und Venen. Was waere der Geschichtsunterricht ohne virtuelle Schlachten (Bestseller: Issus im Jahre -333) und ohne virtuelle Spaziergaenge durch Waelder aus gesunden Fichten? Seitdem man Schreibfehler mit dem Lichtschwert zersaebeln kann, findet sogar der Deutschunterricht Zuspruch.

Wir waren uns von Anfang an bewusst, dass die Technik der virtuellen Welten nicht ohne Probleme in den Alltag eingefuehrt werden kann. Doch alle Bedenken haben sich als unbegruendet herausgestellt - nicht zuletzt dank sorgfaeltiger Ueberwachung der Produkte und vorbeugender sowie begleitender Aufklaerung der Kaeufer. Im April dieses Jahres konnte das Bundesamt fuer Medien melden, dass die Zahl der screensuechtigen Minderjaehrigen unter eine halbe Million gesunken ist. Die neue Generation noch augenfreundlicherer Displays laesst hoffen, dass der Gesetzgeber die Obergrenze von 20 Stunden VR pro Tag demnaechst aufhebt.

Trotz wirtschaftlichen und politischen Missmanagements hat das Zusammenwachsen von Multimedia, Virtual Reality, Internet und Kabelfernsehen nie einen ernsthaften Rueckschlag erlitten. Die spektakulaeren Pleiten von Unternehmen wie Kirch und Telekom AG kurz vor der Jahrtausendwende waren, wie wir heute wissen, nur die Folge von schlechtem Solution Business Development. Das seinerzeit revolutionaere MCZC-Konzept (multi-channel/zero-content) als solches ist laengst anerkannt - wenn auch noch nicht durchgehend verwirklicht. An neuen Richtlinien zur Dekontentifizierung von Lernen und Wissen arbeitet unser Institut federfuehrend mit.

Wir blicken deshalb mit Zuversicht in die Zukunft. Aus Anlass des runden Jubilaeums richtet unser WissenShop am diesjaehrigen Jahrestag, also dem 28. August 2006, eine 24-stuendige Feier im Internet aus, zu der ich jetzt schon einmal einladen moechte. Getraenke gehen auf Kosten des WissenShops.

Einen besonderen Gruss moechte ich an unsere Lernerinnen, Lerner, Lernberaterinnen und Lernberater in Australien sowie Neuseeland richten. Moege ihnen unsere kleine Feier ein wenig Gelegenheit geben, einmal laenger als eine Unterrichtseinheit bei uns zu verweilen.

Herzlichst, wo auch immer Sie sind, Ihr

Jörn Loviscach
senior knowledge consultant

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