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Multimedia-Präsentationen für MacOS

Test & Kaufberatung | Kurztest

Wie vermittelt man Betrachtern Bilder so, dass der gefürchtete Urlaubsdiaabend-Tiefschlaf nicht aufkommt? Mit Computerunterstützung! Eingebettet in eine quicklebendige Vorführung mit Sound, Überblendungstricks und bewegten Eye-Catchern können selbst blutarme Datenschaubilder oder trübselige Gebäudefotos noch Interesse ernten. Mit Programmen wie UPresent lässt man den Power Mac Showmaster spielen.

Kommerzielle Präsentationsprogramme haben nicht erst seit Microsofts Powerpoint dazu beigetragen, manchen Diaprojektor arbeitslos zu machen und Overhead-Stifte vertrocknen zu lassen. Die augenfälligste Gemeinsamkeit, welche die bekannten Softwarepakete dieses Genres noch mit den klassischen Bildwerfern verbindet, ist der unbescheidene Preis. Aber es geht auch günstiger: Für eine kleine Slideshow reichen bereits die Fähigkeiten der meisten Bildschirmschonerprogramme aus. Wem eine anspruchsvollere und mächtigere Lösung vorschwebt, die trotzdem möglichst nichts kosten soll, dem wird das an der University of Minnesota entwickelte UPresent gefallen.

Für jeden Dateityp, der in eine UPresent-Show eingebunden werden soll, legt man ein Menü an. In dieses werden die gewünschten Dokumente aufgenommen. Sie lassen sich dann entweder über das Menü oder mit Hilfe eines Scripts präsentieren. Die Menüs werden ebenso wie Verweise auf Dokumente und Scripts in die eigentliche Präsentationsdatei integriert. UPresent arbeitet nicht nur mit Text-, Audio- und PICT-Files, sondern auch mit allen anderen Dateitypen, die QuickTime unterstützt. Dazu gehören etwa JPEG, GIF und Macromedia-Flash-Dateien. Hinzu kommen 3DMF-Konstruktionen (sofern QuickDraw 3D installiert ist), DVD-Videos, URLs sowie Links auf Applikationen. Zur Herstellung von Texttafeln steht ein eigener Editor zur Verfügung.

Damit UPresent alle gewählten Dokumente später tatsächlich aufrufen kann, muss man sie entweder in den gleichen Ordner kopieren, in dem die Präsentationsdatei liegt, oder in den Voreinstellungen entsprechende Zugangspfade angeben - und das, obwohl die Dokumente ja bereits ausgewählt worden sind. Warum man sich an dieser Stelle doppelte Arbeit machen muss, bleibt unklar.

Sind die richtigen Pfade festgelegt, lässt sich die Präsentationsdatei ohne Murren abspeichern, und der Benutzer darf in den Präsentationsmodus umschalten. Vorher empfiehlt es sich jedoch, ein Script oder auch mehrere anzulegen. Es kann sehr mühsam sein, alle Dokumente in der richtigen Reihenfolge einzeln über die Menüs auszuwählen. Außerdem müsste man bei der Menüakrobatik auf Überblendeffekte verzichten. Diese werden ebenso wie die Dokumentreihenfolge und die Verzögerung zwischen zwei Dokumentanzeigen für die Slideshow im Dialog für das jeweilige Script festgelegt. Die Effektpalette ist ausgesprochen reichhaltig, sodass für genügend Abwechslung beim Überblenden gesorgt ist.

UPresent ist ein ziemlich mächtiges Programm, mit dem fast jeder eine gelungene Slideshow oder einen variantenreichen Vortrag zusammenstellen kann. Einige Kritikpunkte sollen jedoch auch nicht unerwähnt bleiben: UPresent ist nicht immer intuitiv zu bedienen. Außerdem verlangt es einen schnellen Power Mac - ansonsten leiden gerade die Dateidialoge vielfach unter Schneckentempo. (psz)


UPresent 2.1.5a, Freeware für MacOS, Download unter http://upresent.umn.edu/

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