Zettelkasten

CUEcards 99 verwaltet Notizen

Test & Kaufberatung | Kurztest

Selten findet sich eine Software, die ohne Erklärungen einfach das macht, was man von ihr erwartet. Das Geheimrezept: Man schreibe ein Programm, das genau eine Aufgabe erledigt und sich in Optik und Bedienung an bekannte Muster hält. CUEcards ist so ein Schätzchen.

Cue Cards sind Spickzettel, die man normalerweise auf Karteikarten anlegt. In Windows 3.x gab es mal einen einfachen Karteikasten mit solchen Karten. Der konnte allerdings nur zehn Zeilen mit unformatiertem Text oder eine Grafik auf jeder Karte speichern. Mit Windows 95 verschwand das Programm in der Versenkung - aber es gibt immer noch viele Anwender, die einen solchen Zettelkasten vermissen.

CUEcards löst das gleiche Problem, allerdings weitaus eleganter. Ein kleines Icon im Systemtray erzeugt ein neue Karte, die automatisch das aktuelle Datum inklusive Uhrzeit als (natürlich änderbare) Überschrift trägt. Ein paar Zeilen getippt, und - schwupps - verschwindet die neue Notiz im Zettelkasten. Interessante Schnipsel aus EMails, Webseiten oder Reports, alles läßt sich geschwind notieren, aber auch aus der Zwischenablage übernehmen.

Die gesammelten Notizen kann man in CUEcards dann in Kategorien und Unterkategorien ordnen. Eine baumartige Verzeichnisstruktur auf der linken Seite dient dabei der Navigation. Notizen und Kategorien ordnet man durch Ziehen und Ablegen, allein die alphabetische Sortierung innerhalb einer Kategorie ist nicht zu umgehen. Alle Zettel landen in einer gemeinsamen Textdatenbank, die man durchsuchen kann.

Das Programm enthält einen einfachen Texteditor mit dem Leistungsumfang etwa eines WordPad. Notizen lassen sich formatieren und als Rich-Text im- und exportieren. OLE-Objekte kann man durch Ziehen und Ablegen oder aus der Zwischenablage einfügen. Der Autor rät jedoch davon ab, weil die Arbeitsgeschwindigkeit des Programms darunter leidet. Sinnvoller, wenn auch etwas unhandlich zu bedienen, sind sogenannte Anlagen, einfache Verweise ins Dateisystem.

In einem Optionsdialog stellt man eine Standardschriftart ein, wählt eine beim Programmstart automatisch zu ladende Datei und bestimmt ein Intervall, nach dem CUEcards jeweils selbständig zwischenspeichert. Die Optik des Programms orientiert sich an Microsofts Office. Es nutzt auch im System installierte Office-Sounds, eine kostenlose Erweiterung von Microsoft (http://www.microsoft.com/office).

CUEcards hat einige Komfortfunktionen, die man erst durch Lesen der Hilfedatei erkennt. So kann man Shortcuts auf Notizen außerhalb des Programms, also etwa auf dem Windows-Desktop, erzeugen. Einige Funktionstasten erschließen Abkürzungen, für die man sonst zur Maus greifen muß, zum Beispiel das Einfügen des aktuellen Datums. Hier wünsche ich mir eine Übersicht aller Tasten in der Online-Hilfe. Auch wenn das Programm äußerst flink arbeitet, sieht man auf langsamen Grafikkarten einige unnötige Redraws. Aber das sind alles Nickeligkeiten, die das rundum positive Bild nicht trüben.

Autor Markus Humann will für CUEcards kein Geld haben, dabei ist es so prima, daß sich bestimmt einige Leute finden würden, die ein paar Mark dafür springen lassen. (se)


CUEcards 99 Version 1.4 steht unter http://www.humann.de/cuecards.html zum Download bereit.

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