c't 19/2020 - Der Blick ins Heft mit digitaler Souveränität, Dateiaustausch und Wasserkühlern

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In c't 19/2020 kritisieren wir die Abhängigkeit Deutschlands von US-amerikanischen Unternehmen. Außerdem: Wasserkühler und Website-Baukästen im Test.

Moin aus Hannover,

Nur ein Gedankenspiel: Im Streit um die Gas-Pipeline Nord Stream 2 verschärft der amerikanische Präsident Sanktionen gegenüber der EU - und plötzlich können Unternehmen und Behörden nicht mehr auf Clouddienste aus den USA zugreifen. Was noch vor Jahren als absolut unrealistisch anmutete, ist heute denkbar geworden - und wäre in Deutschland ein echtes Problem, weil Webanwendungen wie Office 365, Zoom, Dropbox und Cisco Webex inzwischen Teil der Infrastruktur in vielen Ämtern, Ministerien, Krankenhäusern und Schulen sind.

Meine Kollegen Christian Wölbert und Jan Mahn haben deshalb die aktuelle politische Lage zum Anlass genommen, in c't 19/2020 einen kritischen Blick auf die Abhängigkeit der Bundesregierung und deutscher Behörden von US-amerikanischen IT-Unternehmen zu werfen. Sie beleuchten, warum hierzulande ohne Google, Microsoft & Co. in vielen Bereichen kaum noch etwas geht - und wie gefährlich das für uns in der Zukunft sein kann. Dabei gibt es Alternativen: München hat gezeigt, dass Ämter eigentlich auch mit Linux funktionieren. Rechenzentren, Corona-Apps, Clouddienste und sogar Hardware-Plattformen können unabhängig von den großen IT-Konzernen entwickelt, betrieben und genutzt werden - man muss es nur wollen:

In der c't-Redaktion und im heise-online-Newsroom haben wir in den vergangenen Tagen über kein anderes Thema so viel gesprochen wie über den neuen Flugsimulator von Microsoft. Natürlich sorgt das Update einer solch erfolgreichen Simulationsserie nach 14 Jahren für Gesprächsstoff. Aber dass gleich so viele meiner Kollegen auf einmal Hobbypiloten sind und sich nicht mehr sattsehen können an virtuellen Flughäfen, Alpenzügen und Sonnenuntergängen!

Vielleicht sind es auch einfach Kindheitserinnerungen, die einige im Simulator neu durchleben. So geht es jedenfalls mir: Wie oft saß ich als kleiner Bub staunend neben meinem Vater, während auf seinem Monitor die Anzeigen im Pixel-Cockpit flimmerten und ein paar sich neigende Flächen in Grün und Blau reichten, um sich an Inseln und Flughäfen jenseits des Horizonts zu träumen.

An Schubregler und Joystick durfte ich damals selber natürlich nicht ran, nur Zuschauen war erlaubt. Mit diesem Gedanken wollte auch ich jetzt endlich die Prüfung für den virtuellen Flugschein nachholen. Doch seit ich diesen Newsletter zu schreiben begonnen habe, sind erst 5 GByte vom 93 GByte großen Simulator-Downloadpaket heruntergeladen. Früher passte die ganze Welt noch auf ein paar Disketten.

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