c't-Onlinetalk: Musik! Moneten! Macht!

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Analyse und Hintergrund zu den aktuellen Netz-Ereignissen, von Video- und Streamingdiensten und dem forschen Auftritt Microsofts über das Wagnis Windows 8 bis zur Auseinandersetzung um die Kontrolle über User-Daten: Das wollen wir im c't-Onlinetalk auf DRadio Wissen erneut leisten, am Samstag, den 20.10.2012 11 Uhr.

Youtube wird zum Ersatz für Fernsehsender, Musik-Streaming boomt. Und gerade bei letzterem merken langsam auch die Großkopferten der Branche, dass sie sich da bislang von Jungspunten wie Spotify und Simfy oder mittlerweile zum Streaminganbieter gewandelten alten Hasen wie Napster die Butter vom Brot nehmen lassen. Apple wird seit einiger Zeit nachgesagt, an einem Webradio- und Musikempfehlungsdienst a la Pandora oder last.fm zu arbeiten - nun ist ihnen aber Microsoft mit XBox Music zuvorgekommen. Und drückt XBox Music gleich allen auf's Auge, die nicht bei drei auf den Bäumen sind: Der Musik-Streamingdienst, kombiniert mit Cloud-Service, Empfehlungsdienst und Download-Shop, wird in Windows 8 sowie Windows Phone 8 integriert und steht auf der Xbox 360 bereit. Nachdem sich Musik-Streaming schon zum am schnellsten wachsenden Netz-Dienst entwickelt hat, könnte der Auftritt von Microsoft endgültig dazu führen, dass sich der Umgang mit digitaler Musik grundlegend vom Download-to-own wegbewegt - und der Windows-Konzern dafür überraschenderweise in der besten Position ist.

Ob XBox Music nun ein durchschlagender Erfolg wird, dürfte Steve Ballmer weniger nervös machen - umso mehr aber Microsofts aktuellen Quartalszahlen und die Aussicht auf Windows 8. Ballmer ist mit Windows 8 zum Erfolg verdammt. Und geht ein gehöriges Risiko ein. Die Geschäftszahlen des abgelaufenen Quartals zeigten jedenfalls gerade bei der Windows-Sparte eine gehörige Delle - und die Zukunft von Microsoft hängt an ein System, das dem User zwar eine über PC, Tablets und Smartphones einheitliche, aber auch radikal geänderte Anmutung bietet.

Aber Ballmer hat auch große Ziele. Wie immer geht es um die Macht im Netz und in den mobilen Diensten. Da streiten sich aber auch noch ganz andere an diversen Fronten. So scheint der Konflikt zwischen Google und den Datenschützern um die Kontrolle über die User-Daten so alt wie die Suchmaschine selbst. Die Verknüpfung aller Profile zu einer Art Metaprofil für alle Google-Dienste und damit einhergehende neue Nutzungsbestimmungen riefen die europäischen Datenschützer auf den Plan. Kritiker dieses Vorgehens der Datenschützer aber betonen, es ergebe gar keinen Sinn, für die Nutzung der Google-Dienste kein einheitliches Profil zu nutzen. Wieder einmal treffen Datenschutz und Komfort im Netz scheinbar unversöhnlich aufeinander.

Diese und mögliche weitere Themen (etwa die Lage der Piraten und neue Erlösmodelle für Blogger) diskutiert Philip Banse (@philipbanse, Facebook, Google+)
im c't-Onlinetalk auf DRadio Wissen am Samstag, 20.10.2012, ab 11 Uhr mit

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