c't alle 14 Tage

@ctmagazin | Editorial

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c't alle 14 Tage

Gutenbergs Gegner sorgten sich, daß der Buchdruck zu katastrophalem Gedächtnisverlust führen würde. Großrechnerbauer ernüchterte in den 50er Jahren der Gedanke, daß im gesamten US-Markt für allenfalls fünf Computer Bedarf bestand. Kritiker des Telegraphen fragten: `Was würden die Leute in Maine denen in Texas erzählen wollen?´ [...] Eine Tatsache von heute könnte morgen keine mehr sein.

James Burke

Seit fast 14 Jahren steht für c't-Leser fest: einmal im Monat liegt das neue Heft am Kiosk oder im Briefkasten. Eine scheinbar unumstößliche Tatsache. Aber sie ist heute schon von gestern - wie so manches in der Computerbranche. Zuviel Neues gibt es zu berichten. Jeden Tag spülen Fax, EMail und Web eine Flut von Infos in die Redaktion. Brandneue Hard- und Software stapelt sich im Posteingang. Und Sie, liebe Leserin, lieber Leser, wollen darüber auch schnellstmöglich informiert sein: Warum sonst sind unsere Internetseiten https://www.heise.de mit ihrer tagesaktuellen Berichterstattung beliebter* als die von Stern und Spiegel? Da sollen die inzwischen mehr als 300 000 Käufer** des gedruckten Hefts nicht länger zurückstehen. Der Countdown läuft: Beginnend mit Heft 11/97 am 13. Oktober erscheint c't 14täglich. Neben den neuen Ausgaben von Spiegel und Focus liegt dann jeden zweiten Montag eine c't - zum Nachrichtenmagazin-Preis: fünf Mark statt neun. Abonnenten kommen meist sogar schon am Wochenende vorher in den Genuß des neuen Hefts.

Wir hoffen, mit der 14täglichen Erscheinungsweise den Umfang der c't wieder auf Normalmaß reduzieren zu können: nicht länger "Deutschlands dickstes Männermagazin", keine "614 Seiten Scheidungsgrund". Der Kress Report schreibt vom "Zentralorgan für Computerprofis mit der permanenten Katalogstärke". Manche fühlen sich dagegen an biblische Ausmaße erinnert: "ein Buch, beschrieben inwendig und auswendig, versiegelt mit sieben Siegeln" (Offenbarung 5,1).

Statt dem Otto-Katalog Konkurrenz zu machen, wollen wir lieber noch schneller auf Trends reagieren und neue Produkte sofort zu deren Erscheinen unter die Lupe nehmen. Sogar die Werbeanzeigen im Heft werden aktueller sein - hilfreich angesichts der rapide schwankenden Preise für Chips, Boards und Platten.

Alle 14 Tage c't bedeutet aber nicht nur topaktuelle, handlichere Hefte: Die demnächst 26 Ausgaben im Jahr bringen zusammengerechnet mehr Seiten auf die Waage als die bisherigen 12 - neuer Platz für noch mehr Vergleichstests, noch mehr Know-how, noch mehr Programmier- und Praxisartikel.

Die Geschwindigkeit der Mikroprozessoren verdoppelt sich alle 18 Monate, so besagt es die von Moore gefundene Gesetzmäßigkeit. Wenn die Computertechnik von 200 auf 500 MHz beschleunigt, kann c't dann beim Erscheinungstakt von 0,38 µHz stehenbleiben?

Jörn Loviscach

P.S.: Noch gibt´s das Abo zum alten Preis ...

* WWW-Visits nach VDZ vom Juli 1997
** IVW-Auflagenzahlen vom 2. Quartal 1997

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