c't-zockt Spiele-Review: Playerunknown's Battlegrounds

Spiele-Review: Playerunknown's Battlegrounds

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Das Early-Access-Spiel "Playerunknown's Battlegrounds" wurde seit März 2017 bereits über 6 Millionen Mal gekauft. Der Multiplayer-Shooter, der noch in der Entwicklung steckt, übertrumpft damit manches Big-Budget-Spiel der großen Entwickler-Studios:

Das Spielprinzip von Playerunknown's Battlegrounds (PUBG) des koreanischen Studios Bluehole setzt die Grundideen des japanischen Reißers Battle Royale oder der "Hunger Games" aus "Die Tribute von Panem" um: Etwa 100 Spieler springen mit dem Fallschirm über einem riesigen Spielareal in Form einer Insel ab, um gegeneinander auf Leben und Tod zu kämpfen; wer zuletzt übrigbleibt, gewinnt.

Waffen und andere Ausrüstungsgegenstände finden die Kombattanten in Häusern, Lagerhallen und Ruinen. Um schnell von einem Ort zum anderen zu gelangen, benutzen sie verschiedene Fahrzeuge, die über die Insel verteilt sind. Und die sind auch nötig: Im Spielverlauf verkleinert sich der Spielbereich ständig. Spieler außerhalb des Rings nehmen stetig Schaden und sterben nach kurzer Zeit. Zusätzlich erscheint eine rote Zone, die ausgebombt wird. Die Zentren der Spielzone und der roten Zone werden vom Zufall bestimmt. Das zwingt die Spieler, ständig die Position zu wechseln.

Eine Spielrunde dauert maximal rund 35 Minuten. Obwohl zu Stoßzeiten über 500.000 Spieler gleichzeitig spielen, sind die PUBG-Server in der Regel gut erreichbar; lange braucht man nicht auf ein neues Spiel zu warten. Einzelspieler können nach dem Tod gleich zurück in die Lobby wechseln und eine neue Runde beginnen. Einen Spectator-Mode, in dem man nach Ausscheiden einem anderen Spieler zuschauen kann, gibt es nur bei Team-Spielen (möglich sind Teams aus zwei bis vier Spielern).

Obwohl sich PUBG noch in der Entwicklung befindet und erst seit Ende März 2017 als Early-Access-Spiel für rund 30 Euro auf Steam angeboten wird, läuft es bereits sehr stabil. Es setzt die 64-Bit-Versionen von Windows 7 bis 10 voraus und benötigt viel RAM: Als Mindestvoraussetzung geben die Entwickler 6 GByte an, besser sind 16 GByte. Für hohe Frameraten – wichtig zum schnellen Reagieren in Kampfsituationen – sollte man auch eine aktuelle Gaming-Grafikkarte (mindestens Nvidia GeForce GTX 660 2GByte oder AMD Radeon HD 7850 2GByte) besitzen.

Im Vergleich zu ähnlichen Multiplayer-Shootern gefiel uns die abwechslungsreiche Karte – weitere Maps sind in Vorbereitung – und die Möglichkeiten, die man auch als neuer Spieler hat. Jeder Spieler startet mit den gleichen Chancen. Ein Perk-System, bei dem Spieler durch Sammelpunkte oder Mikrotransaktionen neue Fähigkeiten oder Waffen erwerben können, gibt es bei PUBG nicht. Die Zufallsspielelemente wie die stets wechselnde Spielbereichsbegrenzung und unterschiedlich verteilte Waffen sorgen für viel Abwechslung. Langweilig wird das Spiel so schnell nicht.

Spaß macht besonders das Spielen im Team. Gemeinsam findet man schneller wichtige Beute wie Waffen und medizinisches Equipment. Auch gibt man mit wenigen Klicks einen Teil seiner Fundstücke an Mitspieler. Wo der Solo-Spieler sofort tot ist, kann das Team weiter machen: Wird ein Mitglied schwer verletzt, kann es innerhalb einer kurzen Frist von einem anderen Teammitglied wiederbelebt werden. Tote Mitglieder können das Spiel als Beobachter mitverfolgen und zwischen den Ansichten der noch lebenden Teammitglieder wechseln. Einen freien Beobachtungsmodus gibt es nicht. Dieser würde dem Spielspaß auch keinen Gefallen tun, denn selbst mit vergleichsweise schlechter Ausrüstung kann man durch spannende Versteck-Aktionen und hinterhältige Angriffe einen Platz unter den ersten Zehn ergattern.

Einige Macken hat PUBG – wie von einem Early-Access-Spiel nicht anders zu erwarten – allerdings noch: So werden einige Texturen nur langsam geladen oder sie wechseln je nach Ansicht (beispielsweise beim Zielen). Auch an der Physik muss noch gearbeitet werden, was besonders bei den Fahrzeugen auffällt. Kleinere Büsche sind als Hindernisse scheinbar nicht vorhanden, beim Durchbrechen von Gartenzäunen ruckt es dagegen schon realistischer. Baumstämme stellen echte Hindernisse und eine Gefahr für unbedachte Fahrer dar: Sie stoppen das Fahrzeug sehr wirksam.

Beim Durchschwimmen oder Durchtauchen von Wasser gibt es optisch keine klare Unterscheidung, ob sich der Kopf über oder unter der Wasseroberfläche befindet. Auch die Trefferregistrierung (Hitboxen) bei den Spielfiguren sollten die Entwicker noch optimieren.

Die Steuerung ist wegen der vielen Schleich- und Waffenoptionen gewöhnungsbedürftig. Die Tastaturbelegung lässt sich aber gut an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Für Kritik sorgt der interne Voice Chat: Besonders in der Spiele-Lobby und im Flugzeug vor dem Absprung hört man in der Standardeinstellung oft bösartige, rassistische oder nationalsozialistische Spielerkommentare. In den Audioeinstellungen kann man den Chat auf das eigene Team beschränken oder ganz ausschalten. Die Entwickler haben einen Verhaltenskodex aufgestellt und drohen bei Nichbeachtung mit dauerhafter Sperre.

Insgesamt gilt PUBG zurecht als heißer Tipp für Fans von Battle-Royale-Shootern. Das Gameplay ist flüssig und macht auch dauerhaft viel Spaß.

Weitere Spieletipps und Rezensionen finden Sie online unter c't zockt, unzählige Spiele-Empfehlungen auf unserer Kuratorseite bei Steam. (rop)

c't zockt Playerunknown's Battleground im Team: Livestream vom 3.08.2017

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