eBay-Betrug unter fremdem Namen

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Mit einer genauen Prüfung der Mitgliederdaten wollte eBay die Betrugsfälle auf seiner Auktionsplattform endlich in den Griff kriegen. Seit März werden deshalb bei Neuanmeldungen Name, Anschrift und Geburtsdatum mit einer Adressdatenbank der Schufa abgeglichen, die 60 Millionen Einzelpersonen und damit nahezu alle Kontoinhaber bei deutschen Kreditinstituten umfasst. „Wir wollen damit erreichen, dass sich bei uns Dagobert Duck und Micky Maus nicht ständig die Klinke in die Hand geben“, erläuterte eBay-Sprecher Joachim Guentert damals.

Doch der Identitäts-Check lässt sich leicht austricksen. Ein mutmaßlicher Betrüger öffnete am 5. Juli unter dem eBay-Namen „bakanlar“ ein neues eBay-Konto. Bei der Anmeldung tippte er nicht etwa Fantasiedaten ein, sondern Namen, Anschrift und Geburtsdatum einer Frau aus Niedersachsen, die mit eBay bislang noch nichts zu tun hatte. Mit der Schufa gab es keine Probleme, schließlich existierte die Person ja tatsächlich. Die eBayerin wider Willen erfuhr erst nach besorgten Rückrufen geschädigter Bieter, dass unter ihrem Namen insgesamt 36 Auktionen gelaufen waren.

Als die Höchstbietenden die ersteigerte Ware bezahlen wollten, schickte ihnen der Betrüger eine Bankverbindung, die nicht über den Namen der Frau aus Niedersachsen lief - dies hätte die Käufer eigentlich misstrauisch machen sollen. Wer das Geld überwies - insgesamt kamen knapp 700 Euro zusammen -, ist es zumindest vorerst los. Inzwischen wurde Anzeige erstattet; die Polizei ermittelt. Einziger Ermittlungsansatz ist die den Bietern per Mail übermittelte Kontoverbindung.

Der Fall zeigt die Sicherheitsschwächen der Auktionsplattform deutlich. Nach wie vor bevorzugt eBay eine benutzerfreundliche, aber unsichere Online-Authentifizierung. Die Schufa-Adressprüfung hat die Sicherheit nur marginal verbessert. Betrüger melden sich künftig eben nicht mehr als Donald Duck, sondern unter dem Namen ihres Nachbarn an. Die größte Hürde ist dabei vielleicht noch das Geburtsdatum.

Auch eine weitere Sicherheitsvorkehrung hat versagt. Neu angemeldete Mitglieder, die Auktionen starten wollen, müssen eBay zunächst eine Einzugsermächtigung erteilen, damit die Auktionsgebühren abgebucht werden können. Doch Betrüger, die unter fremdem Namen agieren, nutzen dann eben gleich die passende, fremde Bankverbindung.

Das Auktionshaus eBay könnte Betrügern das Leben durchaus schwerer machen. Beispielsweise dadurch, dass Versteigerer zwangsweise ihre Bankverbindung bei eBay hinterlegen müssen. Am Ende einer Auktion schickt eBay den Höchstbietern dann Name und Anschrift des Verkäufers sowie dessen Bankverbindung. Gleichzeitig sollten nur noch Girokonten akzeptiert werden, deren Inhaber das jeweilige eBay-Mitglied selbst ist. Solange derartiges nicht umgesetzt ist, müssen Bieter äußerst vorsichtig sein, wenn die Bankverbindung nicht mit der Identität des Verkäufers übereinstimmt. (hod)

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