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Spotify-Widgets für die eigene Webseite

Wer Leser seiner Webseite oder eines Blogs auf neue Musik hinweisen will, kann dies nun mit Hilfe des „Spotify Play Button“ tun. Dazu wählt man im Desktop-Client des Streaming-Dienstes den Titel, das Album oder eine Playliste (bis zu 80 Songs) per Rechtsklick und kopiert die Spotify-URL. Diese übergibt man – etwas umständlich – auf der Entwicklerseite dem „Generator“, der einen HTML-Schnipsel ausspuckt, den man als IFrame in die Webseite einbetten kann. Wer die Musik hören will, muss ebenfalls Spotify-Nutzer sein – auf Mobilgeräten startet dann beim Tipp auf den Play Button die Spotify-App, unter Windows oder Mac OS X der Spotify-Desktop-Client.

Spotify sieht in dem „Play Button“ einen weiteren Schritt in dem Bestreben, „das Betriebssystem für Musik im Web“ zu werden. Neu ist die Idee solcher Widgets indes nicht: Vergleichbare Optionen gibt es auch bei anderen Mitgliedern der Streaming-Zunft bereits – etwa Deezer oder Rdio. Anders als diese konnte Spotify für den Start seines Web-Widgets jedoch einige namhafte Partner gewinnen, etwa Tumblr, The Huffington Post, ShareMyPlaylists.com, The Independent, The Guardian, Rolling Stone und Mashable. Wer das Spotify-Widget verwendet, darf es nicht zu Werbezwecken missbrauchen, etwa um mit der Musik seine Webseite zu promoten oder gar zu suggerieren, dass er von dem jeweiligen Künstler unterstützt würde.

Einige Kommentatoren deuten den „Spotify Play Button“ als eine möglicherweise bevorstehende Lockerung des „Software-Zwangs“: Spotify ist der einzige Streaming-Dienst, der sich nur mit Client-Programmen des Anbieters nutzen lässt, alle anderen kann man auch oder gar ausschließlich über einen Web-Browser ansteuern. Um möglichst viele Plattformen zu unterstützen, wäre dies sicherlich wünschenswert, dürfte allerdings erhöhten Entwicklungsaufwand für Spotify bedeuten, um etwa Cross-Browser-Kompatibiliät zu erzielen. Andererseits hat das Unternehmen momentan alles in seiner Hand, angefangen beim Schutz der Inhalte über die Performance bis hin zur Werbung in dem kostenfreien Angebot. (vza)

Premiere Pro und After Effects mit neuer Bedienoberfläche

Adobe hat auf der National Association of Broadcasters Show (NAB) neue Versionen der Videobearbeitungsprogramme Premiere Pro und After Effects vorgestellt. Beide werden Bestandteil des Pakets Creative Suite 6 Production Premium sein. Im Mittelpunkt stehen überarbeitete Bedienoberflächen und beschleunigte Verarbeitung mit der bereits in CS5 integrierten Mercury Playback Engine.

Das Videoschnittprogramm Premiere Pro CS6 hat eine neue, konfigurierbare Oberfläche erhalten, die den Arbeitsablauf beschleunigen soll. Unter anderem haben die Schaltflächen ein neues Äußeres bekommen. Liebhaber von Tastaturkürzeln können sie aber auch gänzlich ausblenden oder sich mit dem Button Editor ein eigenes Set der am meisten verwendeten Tasten zusammenstellen. Über Windows/Workspace lässt sich die alte Zusammenstellung aufrufen.

Die Projektübersicht zeigt Clips nun im Seitenverhältnis 16:9. Bis zu Version CS5.5 war das Standardformat noch 4:3, was bei aktuellen Inhalten mittlerweile in den meisten Fällen zur Letterbox-Ansicht führt. In der Vorschau kann man über eine kleine eingeblendete Timeline bereits Positionen im Video wählen und Marker setzen. Die Vorschaubilder lassen sich auf Wunsch vergrößern.

Premiere Pro CS6 unterstützt Multicam-Schnitt mit – prinzipiell – beliebig vielen Kameras. Die Synchronisation per Timecode erledigt Premiere Pro automatisch. In der Timeline kann man mit der Maus Schnittpunkte markieren; mit dem Kürzel Strg-T lassen sich die Trim-Modi verändern. Über eine Schaltfläche kann man einen markierten Bereich im Loop abspielen. Premiere Pro setzt nun Einstellungsebenen ein, wie man sie aus Photoshop kennt. Farbkorrekturen lassen sich anwenden, während das Video abspielt.

After Effects CS6 soll dank „Global Performance Cache“, einem Maßnahmenpaket aus Frame-Caching, Disc-Cache für Inhalte aus dem Arbeitsspeicher und neuer Grafik-Pipeline, schneller arbeiten. Illustrator-Inhalte sollen sich als After-Effects-Formebenen importieren lassen. Eine neue 3D-Raytracing-Engine erstellt räumliche Textebenen inklusive Reflexion und Transparenz. Der 3D Camera Tracker analysiert die Bewegung in 2D-Videomaterial, analysiert Position und Objektiv der Kamera und erstellt daraus eine passende 3D-Kamera. After Effects ergänzt Tracking-Punkte und soll so das Hinzufügen von 3D-Ebenen erleichtern. Die Ebenen sollen zum Beispiel zur Videoszene passende Schatten werfen können.

Des Weiteren enthält die Creative Suite Production Premium die Programme Audition, Story, Media Encoder und Photoshop. Hinzu kommen SpeedGrade CS6 zur Farbkorrektur und Prelude CS6 zum Aufnehmen, Protokollieren und Umwandeln von Videomaterial.

Die Creative Suite 6 soll noch vor Jahresmitte für Windows und Mac OS X erscheinen. Preise stehen bisher nicht fest. (akr)

Kostenfreier Audio/MIDI-Sequencer

PreSonus hat mit „Studio One Free“ eine kostenfreie, zeitlich unbegrenzt lauffähige Version seiner Digital Audio Workstation (in der aktuellen Version 2, siehe c’t 1/12, S. 61) für Windows und Mac OS X veröffentlicht, deren wesentliche Einschränkung darin besteht, dass sie ohne 64-Bit-Audioengine und Plug-ins von Drittanbietern auskommen muss. PreSonus liefert allerdings eine ganze Reihe virtueller Instrumente mit – von Tasteninstrumenten über Gitarren und Streicher bis hin zu Drum Kits. Auch eine Effektsektion ist vorhanden, die unter anderem Beat Delay, Chorus und Flanger umfasst.

Um Studio One Free nutzen zu können, muss man die auf der offiziellen Website erhältliche Demofassung von Studio One Professional installieren (siehe c’t-Link) und beim ersten Start die Option „Freie Version verwenden“ auswählen. Den auf der Website angebotenen Demo-Key braucht man nicht; ebenso wenig ist eine Registrierung notwendig.

Insgesamt kommt Studio One Free mit rund 300 MByte an virtuellen Instrumenten und Audio-Loops, die sich bei der Ersteinrichtung (über den zweiten Menüpunkt „Inhalte von PreSonus Benutzerkonto installieren“) oder nachträglich über die Hauptseite (im Menü „Studio One/Studio One Installation“) herunterladen und installieren lassen.

Weiterhin hat PreSonus ein kostenloses Update auf die Version 2.0.5 für alle Fassungen von Studio One 2 herausgebracht. Nun lässt sich unter anderem jedes Studio-One-Kommando über jeden beliebigen MIDI-CC-Befehl steuern. Sinnvoll ist auch ein neues „Stop Flag“, über das sich festlegen lässt, dass die Wiedergabe an einem Marker stoppen soll. Weiterhin gibt es etwa zwei neue Spurhöhen und ein deutsches Benutzerhandbuch. (nij)

HDTV-Streaming übers Internet

Der TV-Streaming-Dienst Zattoo bietet seinen zahlenden Kunden ab sofort auch HD-Sender an: in Deutschland Das Erste HD, ZDF HD und Arte HD, in der Schweiz darüber hinaus SF1, SF2, RTS und RTS deux. Vorerst kann man die HD-Sender nur über die Webseite des Anbieters abrufen, sie sollen jedoch demnächst auch für iPhone, iPad und VideoWebs TV Box freigeschaltet werden.

Die Inhalte der neuen HD-Sender scheinen tatsächlich in 1280 × 720 übertragen zu werden, wie die anderen Sender auch, allerdings nicht mit der vollen zeitlichen Auflösung von 50 Bildern/s, sondern nur mit 25 Bildern/s. Entsprechend ruckelt das Bild bei Videoproduktionen etwas; bei Filmen nicht. Hinzu kommen – vermutlich aufgrund knapp kalkulierter H.264-Bitraten – mitunter etwas weichgespülte Bereiche bei schnelleren Bewegungen. Dennoch bringen die HD-Programme einen großen Qualitätssprung gegenüber vorher. Nicht zahlende Zattoo-Kunden können nur Arte in HD anschauen.

Wer sich selbst ein Bild machen will, kann in der Gratisversion Arte in HD-Auflösung schauen. Die HD-Fassungen von Das Erste und ZDF bleiben den „HiQ“-Abonnenten vorbehalten. Das kostet ab Euro 2,50 Euro (bei Jahresabo) pro Monat, verzichtet auf die sonst beim Kanalwechsel eingeblendete Werbung und liefert bei SD-Programmen eine gegenüber der werbefinanzierten Fassung etwas bessere Bildqualität von 576 × 528 Pixels (anamorph). Darüber hinaus kann man weitere Kanäle oder Sprachpakete mit türkischen, bosnischen, kroatischen und polnischen Programmen hinzu buchen. Die Programme der großen Privatsendergruppen RTL und ProSiebenSat.1 fehlen in Deutschland weiterhin. (vza)

Audio-Notizen

Steinberg hat seine Digital Audio Workstation Cubase 6 aktualisiert. Zentrale Neuerung der Version 6.0.6 ist die Unterstützung von ReWire in einer 64-Bit-Umgebung unter Windows und Mac OS X.

Ableton Live 8.3 behebt zahlreiche Fehler und bringt unter anderem eine (deaktivierbare) Auto-Update-Funktion mit. Die eigenen Musikstücke lassen sich zudem nun direkt aus dem Programm auf SoundCloud hochladen. Registrierte Live-8.x-User erhalten zudem für fünf Monate kostenlos ein Pro-Account-Abo bei SoundCloud, dessen Laufzeit automatisch endet. Umgekehrt können Nutzer des Dienstes eine Lizenz für Ableton Live Lite anfordern.

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