Trends & News | News

Verbesserte Exportfunktion für Facebook-Konten

Facebook hat seine Funktion „Lade deine Informationen herunter“ erweitert, mit der Nutzer des sozialen Netzwerks eine Zusammenfassung der Daten abrufen können, die sie auf Facebook mit anderen geteilt oder in ihrem Profil und ihrer Chronik gespeichert haben. Die Sammlung umfasst jetzt öffentliche und nichtöffentliche Einstellungen und historische Daten des Kontos.

Dazu kommen, wie bisher, Fotos, Beiträge, Nachrichten, Freundeslisten und Chat-Konversationen. Die Funktion „Lade deine Informationen herunter“ soll Nutzern somit einen besseren Überblick über die bei Facebook über sie gespeicherten Informationen geben. Das Prozedere läuft fast so ab wie bisher: Die Funktion lässt sich über die Kontoeinstellungen anstoßen, für das erweiterte Archiv muss man zusätzlich sein Passwort angeben.

Das Zusammentragen der Informationen benötigt einige Zeit. Sobald das Archiv fertig ist, informiert Facebook den Nutzer darüber per E-Mail. Facebook legt das Archiv in Form eines Zip-Archivs an, das eine Reihe von HTML-Dateien enthält. Die erweiterte „Lade deine Informationen herunter“-Funktion wird nach und nach für alle Facebook-Mitglieder eingeführt. Sie geht auf eine Anregung des irischen Datenschutzbeauftragten zurück und soll in der Zukunft um weitere Informationen ergänzt werden. (jo)

G8-Staaten beraten über neue Anti-Piraterie-Maßnahmen

Die „European Digital Rights“-Initiative hat einen Entwurf für einen Beschluss der G8-Staaten zum besseren „Schutz geistigen Eigentums“ veröffentlicht, der auf die umstrittene ACTA-Vereinbarung folgen soll. Anders als das Anti-Piraterie-Abkommen, das im EU-Parlament möglicherweise vor dem Aus steht, wollen die Autoren ihre Vorschläge offiziell auf Produktfälschungen beschränken und so den heftigen Protesten gegen mögliche Beschränkungen der Internetfreiheiten durch ACTA den Zahn ziehen. Im Vordergrund stehen sollen „freiwillige Erfolgsmaßnahmen zur Absicherung globaler Lieferketten“ und die Sicherheit von Arzneimitteln.

Um die Beschlagnahme von Produktfälschungen durch Zollbehörden an den Grenzen zu erleichtern, sieht die Initiative im Rahmen der führenden Industrienationen den Aufbau eines Frühwarnsystems vor. Beim Schutz von Medikamenten und bei gemeinschaftlichen Bemühungen, rechtswidrige Internetdrogerien dichtzumachen, nutzt die Initiative ähnliche Strategien, die in derzeit auf Eis liegenden US-Gesetzesentwürfen wie SOPA (Stop Online Piracy Act) im Kampf gegen Filesharing-Netzwerke und Sharehoster angestrebt werden.

So soll die Internetwirtschaft dazu ermuntert werden, freiwillig Zahlungsflüsse zu blockieren, Webseiten zu sperren oder Transporte gefälschter Waren zu verweigern. Schließlich sollen die G8-Nationen die Strafen für den Verkauf von Arzneimittelimitaten empfindlich erhöhen.

Die Blogger von Netzpolitik.org warnen, dass die angestrebte „kooperative“ Rechtsdurchsetzung von Wirtschaft und staatlicher Exekutive zu unberechenbaren Entscheidungen führen könne. Diese könnten dann auf Prioritäten von US-Konzernen statt auf Rechtsstaatlichkeit basieren. Kritiker befürchten auch, dass die Unterhaltungsindustrie sich an die Forderungen in dem Papier anschließen könnte. (rzl)

Google darf widerrechtlich veröffentlichte Bilder zeigen

Bildersuchmaschinen dürfen Fotos als Vorschaubilder in den Ergebnislisten abbilden, wenn sie ein Dritter mit Zustimmung des Urhebers ins Internet eingestellt hat, ohne „technische Vorkehrungen gegen ein Auffinden und Anzeigen dieser Abbildung durch Suchmaschinen zu treffen“. Ist der Indizierung einmal zugestimmt, erstreckt sich diese Einwilligung auch auf andere von Google indizierten Seiten, die die Bilder ohne Zustimmung des Urhebers veröffentlicht haben. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) am 19. Oktober 2011 entschieden (Az. I ZR 140/10).

In der nun veröffentlichten Urteilsbegründung schreiben die Richter, dass ein Rechteinhaber allein durch das Einstellen der Abbildung ins Internet Dritten weder ausdrücklich noch stillschweigend ein urheberrechtliches Nutzungsrecht an der Fotografie oder einen Anspruch auf Nutzung der Fotografie einräumt. Die Nutzung des Bildes durch Google sei dennoch nicht rechtswidrig, wenn Seiten, denen der Fotograf seine Bilder zu verwenden erlaubt hat, eingewilligt haben, die Fotografie als Vorschaubild zu nutzen. Wenn die Seiten Suchmaschinen technisch nicht daran hindern, die Abbildung aufzufinden und anzuzeigen, hätten sie der Indizierung der Werke durch „schlüssiges Verhalten“ eingewilligt.

Diese Einwilligung sei nicht auf die Anzeige von Abbildungen der Fotografie beschränkt, die mit Zustimmung des Klägers ins Internet eingestellt worden sind. Google darf also auch solche Bilder in seinen Suchergebnissen anzeigen, die von einer Seite stammen, die keine Erlaubnis zu deren Verwendung habe. (anw)

Artikel kostenlos herunterladen

weiterführende Links

Anzeige