Perlenfischer

App-Auswahl für Android-Smartphones

Test & Kaufberatung | Kaufberatung

Erst die richtigen Apps machen aus einem Smartphone einen vielfältigen mobilen Begleiter. Wir stellen die besten vor und zeigen, welche sich für eine Grundausstattung eignen.

Die Faszination moderner Smartphones liegt vor allem in der Fähigkeit, sie spontan und ganz nach Belieben um neue Funktionen zu erweitern. Wann fährt die nächste U-Bahn? Was gibts Neues aus der Politik? Und wie heißt der Titel, den ich gerade höre? Schnell eine App installiert und schon hilft das Smartphone weiter. Das wertet das mobile Telefon zur Nachrichtenzentrale, Unterhaltungsmaschine und zum persönlichen Assistenten auf.

Selbst für ungewöhnliche Hobbys und Nischenthemen steht im riesigen Angebot von mehr als 600 000 Apps oft mehr als eine App zur Auswahl. Das klingt zunächst toll, die Masse macht das Angebot aber schwer überschaubar, sodass man die wirklich interessanten Produkte kaum noch findet.

Wir haben daher eine handverlesene Auswahl von etwa 80 Apps zusammengestellt. Viele davon haben sich bei Kollegen aus der c’t-Redaktion bereits über längere Zeit bewährt. Alle präsentierten Apps sind kostenlos, sofern nicht anders vermerkt. Unter [1] findet sich eine ähnliche Auswahl für Tablets.

Kommunikation

Auch im Zeitalter von Instant Messengern und sozialen Netzwerken kommt man um SMS nicht ganz herum, etwa um sich mit Freunden auszutauschen, die noch kein Smartphone besitzen. Besser als mit den vorinstallierten SMS-Apps lässt es sich mit GO SMS Pro simsen. SMS- und MMS-Dialoge erscheinen dort wahlweise als Listen- oder per Sprechblasen-Ansicht. Die eingebaute GO-Chat-Funktion hilft, Kosten zu sparen. Sie versendet Kurznachrichten an andere Teilnehmer der Community über das Datennetz. So fallen, eine Daten-Flatrate vorausgesetzt, keinerlei Kosten für die Nachrichten an.

Eine App, die ausschließlich per Datennetz kommuniziert und damit mittlerweile sehr viele Anhänger für sich gewinnen konnte, ist WhatsApp. Zudem bietet WhatsApp einige Extras gegenüber SMS. Zum Beispiel lassen sich Bilder, Filme, Audio und sogar Kontakte oder aktuelle Standortdaten einfach an eine Meldung anhängen. Statt zu tippen, kann man Nachrichten auch einfach in den Recorder sprechen und verschicken. Da das Programm auch für iOS, Windows Phone, Symbian und Blackberry verfügbar ist, gelingt das sogar plattformübergreifend. Was WhatsApp aktuell noch fehlt, ist eine Version für PC, Mac und Tablets.

Um Freunde und Kollegen vom Android-Smartphone auch auf dem Desktop zu erreichen, kombiniert der Multiprotokoll-Messenger IM+ diverse klassische Messenger wie ICQ, Yahoo oder Jabber in einer App.

Erste Wahl für E-Mails ist Kaiten, das neben POP3- und IMAP-Postfächern auch Exchange-Konten unterstützt und flexiblere Darstellungsmöglichkeiten bietet als der zu Android gehörende Mailer. Der Exchange-Client Moxier synchronisiert auch Termine und Notizen und bietet eine besonders intuitive Bedienoberfläche. Er lässt sich kostenlos testen, eine Lizenz kostet 14,99 Euro.

Soziale Netzwerke

Ein wesentlicher Teil der Kommunikation findet heute in sozialen Netzwerken statt. Alle großen Netze, etwa Facebook, Twitter und Google+, stellen eigene Android-Apps bereit. Mit der Facebook-App zum Beispiel kann der Benutzer unter anderem die Neuigkeiten aus seinem Freundeskreis kontrollieren, Status-Updates posten, Bilder hochladen, auf die Kontaktinformationen seiner Freunde zugreifen und ihnen Nachrichten schreiben.

Die Twitter-App wirkt ein wenig altmodisch. Verlinkte Bilder und Videos muss man beispielsweise mit jeweils mehreren Klicks abrufen. TweetCaster dagegen stellt die eingebetteten Medien in der Queransicht gleich neben der Timeline dar. Wer in mehreren sozialen Netzwerken aktiv ist, für den kann es sinnvoll sein, mit einem Aggregator die Nachrichten aus mehreren Diensten in einer App zu lesen und damit auch zu posten. Seesmic etwa bedient Twitter und Facebook zugleich. Für Google+ dagegen gibt es derzeit keinen Client von Drittanbietern, weil Google die Programmierschnittstelle für Postings nicht freigibt.

Nachrichten und Information

Viele Android-Geräte enthalten bereits die News-App von Google, die auch eine detaillierte Wettervorhersage umfasst. Einige Anbieter, etwa HTC, installieren zudem schicke Wetter-Widgets, die das Wetter direkt auf dem Homescreen anzeigen. Wem diese Darstellung nicht ausreicht, dem zeigt das im Aussehen vielseitig anpassbare Aix Weather Widget den Temperatur-, Niederschlags- und Bewölkungsverlauf des nächsten Tages an. wetter.com liefert mit seiner App eine Vorhersage für die nächsten sieben Tage, die auch Windstärke und -richtung umfasst. Radfahrer sehen zudem auf dem aktuellen Radarfilm, ob sie Regenzeug anziehen müssen.

Nachrichten aus Politik und anderen Bereichen lassen sich gut mit den Apps großer Magazine verfolgen, etwa denen von Spiegel online und Focus Online. Wer sich umfassender informieren will, findet in OnlineZeitungen Deutschland eine Sammlung von Links auf die mobilen Websites vieler Zeitungen und Magazine. Ungefiltert erhält man politische Informationen mit der Deutscher Bundestag-App auch direkt aus dem Parlament. Nicht nur Text-, sondern auch Videobeiträge zu aktuellen Themen liefern Tagesschau und n-tv Nachrichten.

Statt sich auf die Themen-Auswahl einzelner Medien zu verlassen, kann man sich aus den RSS-Feeds verschiedener Online-Medien auch einen eigenen Themenmix zusammenstellen. Fast alle News-Sites und Blogs bieten diese maschinenlesbaren Zusammenfassungen der Meldungen, aus denen man sich mit einem RSS-Reader bedienen kann. Viele RSS-Reader synchronisieren sich mit dem Webdienst Google Reader. So greift man überall – auf dem PC oder mit dem Smartphone – auf denselben, persönlichen Nachrichtenstrom zu.

Google stellt unter demselben Namen einen eigenen, kostenlosen Client für seinen Dienst bereit. Wesentlich vielseitiger ist aber gReader. Das Programm stellt zum Beispiel in der Queransicht Ordner- und Nachrichtenspalte übersichtlich nebeneinander. Außerdem lässt es sich für längere Trips in netzfreie Zonen vorab mit Nachrichten befüllen, die man dann offline lesen kann.

Pulse stellt Nachrichten wie ein Magazin dar. Jeweils eine Zeile mit gleichförmigen Kästchen enthält die Schlagzeilen einer Quelle, garniert mit jeweils einem zugehörenden Bild, falls vorhanden. Auf diese Weise kann es News auch als Widget auf dem Desktop anzeigen. Pulse bietet eigene Nachrichtenquellen an, kann aber auch RSS-Feeds mit dem Google Reader synchronisieren.

E-Books und PDF-Reader

Leseratten erhalten mit der Kindle-App Zugang zu Amazons umfangreichem E-Book-Angebot. Von den über eine Million Büchern liegen etwa 25 000 in deutscher Sprache vor, darunter auch viele aktuelle Bestseller. Neben vielen Kauf-Versionen sind auch kostenlose Bücher erhältlich.

Die Anzeige lässt sich vielseitig an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Textpassagen können mit Notizen versehen werden und eine Suchfunktion hilft, bestimmte Stellen schnell aufzufinden. Die Kindle-App synchronisiert alle Einstellungen, etwa die Lesezeichen, über das Benutzerkonto auf Amazons Servern. So kann jeder, der abwechselnd mit Smartphone, Tablet, PC oder E-Book-Reader liest, stets an der gerade aktuellen Stelle fortfahren.

Mit dem Libri.de eBookS Reader kann man Bücher beim Online-Shop Libri.de kaufen. Der Reader öffnet aber auch bei Thalia oder Weltbild gekaufte Bücher sowie E-Books im Epub- und PDF-Format. Wer ausschließlich PDF-Dokumente liest, dem bietet der RepliGo Reader den größten Lesekomfort. Die App für 3,99 Euro stellt auch größere PDF-Dokumente auf Smartphone-Displays ordentlich dar, besser sogar als das kostenlose Original Adobe Reader.

Nachschlagewerke

Wann erschien Goethes Werther? Wie hoch ist der Eiffelturm? Die Antworten kennt die App Wikipedia Mobil, die den Inhalt der freien Web-Enzyklopädie übersichtlich und schnell auf das Smartphone bringt. Handelt es sich um eine Frage über Film und Fernsehen, hilft auch IMDb Filme & TV mit detaillierten Informationen weiter.

Auch die verschiedenen Duden-Ausgaben sind als Android-App verfügbar, sie kosten allerdings zwischen 20 und 30 Euro pro Nachschlagewerk. Das LEO Wörterbuch ist als App genauso kostenlos wie das Web-Angebot und bietet Wörterbücher für Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Chinesisch und Russisch sowie Vokabeltrainer und Forum.

Telefonnummern und Brancheneinträge findet man mit Das Örtliche Telefonbuch. Ist das Produkt im Laden ein Schnäppchen? Der Barcode Scanner barcoo überprüft flugs, ob es bei Online-Händlern weniger kostet. Scannt man die Codes von Lebensmittelverpackungen, liefert die App zudem Nährwertangaben.

Browser

Android enthält bereits einen recht ordentlichen, auf WebKit aufsetzenden Web-Browser. Bei den Komfortfunktionen hapert es aber: Der Browser bietet zum Beispiel nur eine rudimentäre Lesezeichenfunktion, Erweiterungen etwa sind Mangelware. Für Geräte mit Android 4.0 will Google einen fast vollwertigen Chrome herausbringen, der sich so schnell anfühlen soll wie sein Desktop-Pendant. Bookmarks, Tabs und Autovervollständigung soll er mit den PC-Versionen abgleichen können. Chrome ist als Betaversion im Play Store bereits verfügbar.

Für andere Android-Versionen ist Dolphin Browser HD eine gute Alternative, die durch eine durchdachte Bedienoberfläche überzeugt. So lässt sich die Lesezeichenleiste mit einem Wisch einblenden. Wichtige Funktionen ruft man per Sprach- und Gestensteuerung auf: Einfach das Symbol für die Lieblingswebseite auf den Bildschirm malen und schon lädt der Browser die Seite. Dolphin Browser HD lässt sich zudem mit Erweiterungen aufpeppen.

Wer häufiger in Gegenden mit schwacher Internet-Anbindung unterwegs ist, für den ist Opera Mini ein guter Zweit-Browser: Die App lädt Seiten über einen Proxy beim Hersteller, der Bildinhalte komprimiert. Auf diese Weise verkleinert sie die zu übertragende Datenmenge und die Seiten laden schneller.

Büro und Business

Gemessen an den Möglichkeiten von Googles Web-Kalender sind die Darstellungsoptionen der in Android eingebauten Kalender-App eher bescheiden. aCalendar ist wesentlich vielseitiger. Die App greift ebenfalls auf Google Calendar zu, bietet aber mehr Funktionen. Sie ermöglicht flexible Serientermine, stellt bei Geburtstagen Fotos aus dem Adressbuch dar und kann Termine mit entsprechender Hardware sogar per Nahfeld-Kommunikation (NFC) übertragen. Zudem bringt bereits die kostenlose Version zwei eigene und gut verwendbare Widgets mit. Geht es darum, die anstehenden Termine möglichst schick auf dem Android-Homescreen darzustellen, ist das Simple Calendar Widget, das sich ebenfalls mit Google Calendar synchronisiert, eine gute Wahl. Smartphones sind mit ihren begrenzten Displaygrößen nicht gerade prädestiniert für das Bearbeiten von Office-Dokumenten, dennoch kann es ab und zu praktisch sein, Dateien aus dem Büro auch unterwegs im Zugriff zu haben. Die 11,49 Euro teure Vollversion von Documents to Go 3.0 ermöglicht in diesen Fällen nicht nur die Anzeige, sondern auch das Bearbeiten von Dateien aus Word, Excel und Powerpoint.

Kann man auf das Bearbeiten verzichten, reicht die kostenlose App ThinkFree Office Mobile Viewer. Wenn es hingegen um das systemübergreifende Erfassen von Notizen geht, hilft Evernote: Texte und To-Do-Listen, aber auch Fotos werden hier stets direkt in die Cloud übertragen, sind also sicher gespeichert und lassen sich einfach mit anderen Systemen synchronisieren. 5 GByte an kostenlosem Speicherplatz für Dateien aus dem hauseigenen Office namens Text und Tabellen, aber auch für Dateien beliebiger Art, offeriert Google (siehe auch S. 44). Die Client-App Google Drive ist zugleich Datei-Browser und -Viewer.

Geschäftsleute müssen mit ABBYY Business Card Reader nicht ganz so viel Zeit auf das Verwalten eingesammelter Visitenkarten verwenden, sondern fotografieren sie einfach mit der Handy-Kamera ab und wandeln sie in Text für einen Kontakteintrag. Gratis kann man mit der Lite-Version beliebig viele Karten scannen, aber nur den Namen und die erste Telefonnummer speichern. Die kostenpflichtige Version verknüpft zudem die Adressdaten auch mit den Social-Media-Profilen der Kontakte. Dictadroid macht das Smartphone zum digitalen Sprachrecorder, in dem sich Aufnahmen auch editieren lassen.

Auto und Reise

Auf Reisen erleichtert das vorinstallierte Google Maps die Orientierung per GPS-gestützter Kartenanzeige; das darauf aufsetzende Places informiert über Restaurants, Geldautomaten, Tankstellen, Hotels et cetera. Informationen zum Urlaubsort liefert WorldExplorer – Welt Reiseführer mit vielen Zahlen und Fakten zu den jeweiligen Sehenswürdigkeiten.

Die Augmented-Reality-App Wikitude World Browser geht noch einen Schritt weiter, indem sie die Angaben direkt in das Live-Bild der Kamera einblendet. Etwas individueller fallen die Tipps zu sehenswerten Orten aus der Gowalla Community aus: Alle Teilnehmer verzeichnen direkt in der Gowalla Spot Map, welche Plätze ihnen besonders gut gefallen haben.

Das vorinstallierte Google Maps Navigation reicht für gelegentliches Navigieren aus, sofern man einen Datentarif gebucht hat und nur in Deutschland fährt. Vodafone-Kunden finden in Find&Go eine interessante Alternative dazu. Sucht man einen vollwertigen Ersatz für ein Saugnapf-Navi, bleibt nur die Investition in Navigon. Fein raus sind Telekom-Kunden, die mit Navigon Select den Einstieg geschenkt bekommen und nur benötigte Extras dazukaufen müssen – was aber schnell teuer wird.

Bahnfahrer informiert der DB Navigator der Deutschen Bahn über Verbindungen, Abfahrtzeiten, Gleise – und während der Fahrt über Verspätungen. Auch das Übertragen von Zugverbindungen in den Kalender und die Reservierung von Handy-Tickets ist möglich. Vor Ort gibt Öffi Auskunft über Nahverkehrsverbindungen und zeigt sogar Fahrten mit mehren Umsteigehaltestellen grafisch an. Per Widget ist die Darstellung komfortabel auf dem Homescreen möglich. Öffi kennt den Nahverkehr unter anderem in vielen Städten und Regionen Deutschlands und Europas.

Fotos und Video

Die Kameras aktueller Mittel- und Oberklasse-Handys machen ansehnliche Bilder. Mit der richtigen App lassen sich die Fotos gleich weiterverarbeiten. Mit Adobe Photoshop Express etwa kann man per Fingerwisch Helligkeit, Kontrast und Farben anpassen, ein Bild drehen oder zuschneiden.

Paper Camera zeigt seine interessanten Effekte, etwa comic- oder skizzenartige Verfremdungen, bereits im Live-Bild an. Will man Bildkreationen mit Freunden auf Facebook oder in sozialen Netzwerken teilen, übernimmt das Instagram. Einen besseren Überblick der eigenen Fotosammlung realisiert QuickPic. Das Multipic Slideshow Widget stellt eine Bilderauswahl als Dia-Show auf dem Homescreen dar.

Auch für Videos gibt es einige Apps, die Spaß mit der Kamera aufkommen lassen: Videocam illusion schafft es, in Echtzeit die Aufnahme mit diversen Effekten zu verfremden. Der MoboPlayer zeigt Filme verschiedener Formate zuverlässig an.

Musik und Audio

Der zu Android gehörende MP3-Player ist eher mau, aber es gibt viele Alternativen. Winamp zum Beispiel synchronisiert sich mit seinem Desktop-Bruder über das WLAN. Wer seinen Musikstamm dagegen mit iTunes abgleichen will, fährt mit doubleTwist am besten. Recht neu ist der n7 Player, der es mit seiner einzigartigen Cover-Matrix besonders einfach macht, unterwegs schnell zum gewünschten Album zu navigieren. TuneIn Radio macht das Smartphone zum Weltempfänger. Mehr als 50 000 Radiosender kann man mit der App empfangen.

Hört man unterwegs ein Stück und möchte den Titel und Interpreten wissen, hilft Shazam weiter. Die App muss nur wenige Sekunden zuhören, um den Titel, den Interpreten und sogar den Liedtext ausgeben zu können.

System-Tools

Fast alle Hersteller peppen die Bedienoberfläche ihrer Android-Geräte mit eigenen Erweiterungen auf, sogenannten Launchern. Bei Samsung nennt sich dieser Launcher TouchWiz, bei HTC ist es Sense. Man ist allerdings nicht auf die vorgegebenen Launcher festgelegt und kann auf die originale Android-Oberfläche umschalten. Eine weitere Alternative ist Go Launcher EX. 3D-Wischeffekte machen den Wechsel von einer Bildschirmseite zur nächsten zum echten Hingucker, neue Bildschirme lassen sich simpel zu den Standard-Screens hinzufügen. Um möglichst viele App-Icons auf den Homescreens unterzubringen, können diese etwas verkleinert auch in fünf statt vier Spalten angeordnet werden. Der Launcher ist zudem durch Plug-ins und Themes erweiterbar. Deutlich schlanker, aber dennoch schick und komfortabel präsentiert sich Zeam Launcher.

Eine der imposantesten Systemverbesserungen für Android-Smartphones ist die App SwiftKey X, die die normale System-Tastatur ersetzt und die Tipperei wesentlich vereinfacht. Das gelingt zum einen durch ein sinnvolleres Tastaturlayout, vor allem aber durch eine intelligente Erkennung, was der Benutzer schreiben will. Mit erstaunlich präzisen Wort-Vorhersagen gelingt es der App, nicht nur das Wort zu erraten, das gerade getippt wird, sondern auch das folgende bereits zu erahnen.

Weniger magisch ist die Installation eines Task-Managers und eines Netzwerkmonitors. Beide Funktionen werden mittlerweile auch von anderen Programmen mitgeliefert, als Solo-Varianten eignen sich Advanced Task Killer zum Entfernen von ungewünschten Apps aus dem Speicher und Network Monitor, um die Übersicht bei Mobilfunk- und WLAN-Transfer nicht zu verlieren. Je nach Mobilfunktarif lassen sich mit Zielnetz Telefonkosten sparen, indem die App mitteilt, welches Netz hinter einer fremden Rufnummer steckt.

Einen komfortablen Einblick in das Dateisystem von Android erhalten Benutzer mit ASTRO File Manager, einem Dateimanager, der Verzeichnisse wahlweise als Liste oder Icons darstellt, Mehrfach-Auswahl von Dateien zulässt – um etwa mehrere in einem Rutsch zu verschieben – und auch Zip-Archive unterstützt. Die Backup-Funktion sichert Apps und Dateien auf Wunsch in einem Cloud-Speicher.

Bei der Verwaltung und Sicherung des Smartphones leistet MyPhoneExplorer gute Dienste. Die App nutzt eine bestehende USB-, WLAN- oder Bluetooth-Verbindung für die Synchronisation von Adressbuch, Organizer und SMS mit Outlook und anderen Programmen und ermöglicht auf diese Weise Backups.

Mit zahlreichen Funktionen sorgt avast! Mobile Security gegenüber Schadprogrammen, aber auch im Fall eines verlorenen Smartphones für Sicherheit. Denkt man erst nach dem Ernstfall an die Möglichkeit, dass ein Handy verloren gehen kann, hilft Plan B weiter. Als angemeldeter Benutzer auf der Webseite von Googles Play Store installiert man die App nachträglich auf dem verlorenen Handy und erhält anschließend E-Mails, an welcher GPS-Position das Gerät lokalisiert wurde.

Sonstiges

Mit Google Sky Map beeindruckt man Smartphone-Skeptiker nicht nur in einer wolkenlosen Nacht: Die App zeigt auf Basis der Standortdaten Sternennamen und -bilder in einer virtuellen Himmelskarte an.

Die Taschenlampen-App TeslaLED Flashlight gibt Texte im Morsecode als Lichtsignal aus. TeamViewer gestattet die Fernsteuerung des eigenen Computers vom Smartphone aus. Einen vollständigen ftp-Zugang realisiert AndFTP. Fahrradfahrern und Joggern liefert BikeComputer alle wichtigen Daten zur Strecke und Geschwindigkeit. Und eine Gitarre oder Geige lässt sich mit gStrings einfach stimmen.

Weiterfahnden

Die richtigen Apps machen das Android-Smartphone zu einem vielseitigen Hilfsmittel in allen Lebenslagen. Es liegt in der Natur der Sache, dass nicht jedermann mit jedem Programm gleich gut zurechtkommt. Aber auch falls einer unserer App-Vorschläge Ihnen nicht gefällt, kann er vielleicht trotzdem nützlich sein. Rufen Sie ihn im Google Play Store auf und schauen, welche ähnlichen Apps andere User angesehen haben – vielleicht ist Ihr Favorit dabei. So durch das Angebot zu navigieren ist in der Regel erfolgversprechender als eine Volltextsuche aufs Geratewohl.

Eine weitere Quelle für gute Apps ist der Best Apps Market (siehe c’t-Link). Dort haben sich Android-Enthusiasten zusammengetan, um aus der Fülle der verfügbaren Android-Apps die besten kostenlosen herauszufiltern. Auf der Homepage finden sich etwa 400 handverlesene Anwendungen. Wir haben in diesem Artikel bewusst auf die Vorstellung von Spielen verzichtet und uns auf im weitesten Sinne „nützliche“ Apps beschränkt. Wer sich über Android-Spiele informieren möchte, findet bei Playandroid.com eine gute Übersicht. (jo)

Literatur
  1. [1] Jo Bager, Robo-Software XL, Apps für Android-Tablets, c’t 2/12, S. 116

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weiterführende Links

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