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20 Jahre Internet Society: Alle sollen ins Internet und alle sollen dabei helfen – aber wie?

Die Hälfte der Menschheit hat bereits Zugang zum Internet. Die andere Hälfte der Menschheit über das Internet nun mit allen zu verbinden, das ist das große Ziel der Internet Society. Auf der Konferenz Global INET 2012 in Genf wurde über das Wie diskutiert: Umstritten sind Punkte wie die Privatsphäre von Nutzern, die Gestaltung von geistigem Eigentum und wer alles bei der Gestaltung des Internet mitreden darf und sollte.

Nutzer, Ingenieure und Informatiker, Regierungen, Wirtschaft und spezialisierte Organisationen sollen jeweils idealerweise an den Prozessen beteiligt werden, wenn es um die Entwicklung des Internet weltweit oder in den Regionen geht. Dieses Konzept heißt „Multistakeholder“ – weil es möglichst viele Akteure einbezieht.

Mit diesem Modell sind jedoch längst nicht alle zufrieden. Manche befürchten, dass dadurch Entscheidungsprozesse zu lange dauern oder sie befürchten, ihren starken Einfluss zu verlieren. Sie bezeichnen das Vorgehen als extremen „multistakeholderism“. Auf der anderen Seite fühlte sich der Informatik-Professor Mohamed Ibrahim aus Somalia nicht ernst genommen. Ibrahim will alle Somalier ans Netz bringen. „Ich wurde zu diesem Prozess eingeladen und mir wurde gesagt, ich sei ein Akteur. Dann wurde mir erklärt, ich sei ein Multiakteur – aber je länger diese Wörter werden, desto weniger Bedeutung haben sie.“

Immer wieder dreht sich der Streit um das Urheberrecht: Gestritten wird zwischen Usern auf der einen Seite und Organisationen, die sich für verschärftes Urheberrecht und den Schutz geistigen Eigentums einsetzen, auf der anderen Seite. Gerade die Identifizierbarkeit einzelner Internetnutzer könnte sich stark auf die Privatsphäre und Meinungsfreiheit auswirken. Vint Cerf, Begründer der Internet Society sagte: „Anonymität ist immer noch wichtig, weil es zu viele Situationen gibt, wo Menschen in Gefahr geraten, wenn sie nicht anonym oder pseudonym surfen können.“ Allerdings habe das Internet auch die dunkle Seite menschlicher Interessen unterstützt. „Menschen haben aber auch das Recht, unversehrt zu bleiben. Um Menschen zu schützen, müssen wir auch diese Probleme angehen, denn sonst wird uns Ingenieuren das aus der Hand genommen“, sagte Cerf.

Geschäftsmann David Appasamy aus Indien wiederum glaubt, dass alle indischen Bürger von einem einheitlichen Identitätssystem für das Internet profitieren würden. „Wenn jeder Bürger eine digitale Identität hat, werden Bankkonten für alle möglich sein und damit Kredite und Mikrokredite“, sagte er in der Schlussrunde der Global INET. Jeder werde zur Schule gehen, und mit Zugang zum Internet werde jeder Handwerker sich und seine Produkte selbst vermarkten können.

Gerade für Entwicklungs- und Schwellenländer, in denen nur wenige Zugang zum Internet mit meist geringer Übertragungsrate haben, ist die zügige Einführung von IPv6 wichtig. Denn in kurzer Zeit zweimal in wichtige Infrastruktur für das Internet zu investieren, um die Kapazitäten auszubauen, das erlauben die Budgets dort nicht. Dabei erlebe Afrika derzeit ein Wachstum an Internetzugängen wie das der westlichen Länder zu Zeiten des Dotcom-Booms, sagte Wikipedia-Gründer Jimmy Wales in seiner Keynote. Die Geschichte des Internets sei eine der Normalisierung und Globalisierung, so Wales. „Anders als viele Hilfsorganisationen sich das vorstellen, nutzen die Menschen in Afrika das Netz genau so wie Menschen in den Industrieländern.“ Schon jetzt zeichne sich durch den Boom in Afrika eine größere Sprachenvielfalt im Web ab.

Zu ihrem 20-jährigen Bestehen errichtete die Internet Society dem Internet eine Ehrengalerie. Die Internet Hall of Fame ehrt Pioniere und Innovatoren, die das Internet in seiner Offenheit und Transparenz mit ihrer Arbeit maßgeblich beeinflusst haben. Die Videoaufzeichnungen der Veranstaltung sind im ct-Link zu finden. (rzl)

The Bat mit vielen neuen Funktionen

Die Ende April erschienene Revision 5.1 des leistungsstarken Mail-Clients „The Bat“ führt diverse Neuerungen ein. Nachrichten lassen sich jetzt automatisch oder manuell mit Tags versehen und für ein Mail-Konto können mehrere SMTP-Server definiert werden – letzteres ist insbesondere beim portablen Betrieb nützlich.

Highlight ist der Mail-Filter-Assistent „Inbox Analyzer“: Dieser geht das Mail-Eingangsverzeichnis durch und macht passende Sortiervorschläge. So werden unter anderem alte Mails nach Absender gebündelt archiviert und Newsletter werden in einen eigenen Ordner verschoben. Alle Vorschläge lassen sich sowohl anpassen als auch verwerfen.

HTML-Mails lassen sich jetzt auch mit der Rendering-Engine des Microsoft Internet Explorer ansehen. The Bat 5.1 nutzt die MSIE-Engine bereits im Auslieferungszustand. Zunächst werden dabei auch automatisch aus dem Internet eingebundene Bilder nachgeladen. Dies lässt sich entweder über den Bild-Download-Manager ändern oder über die Benutzereinstellungen verhindern.

Im zum Redaktionsschluss aktuellen Build 5.1.2 haperts bei der Lokalisierung – in den Konfigurationsdialogen für die neuen Funktionen sind zahlreiche Texte noch englischsprachig. Neueinsteiger freuen sich über die Hinweisfunktion, die interaktive Tipps zur Bedienung einblendet, wenn der Mauszeiger über einem Programmelement stehen bleibt. The Bat 5.1 lässt sich 30 Tage testen; danach werden 25 Euro für die Home- beziehungsweise 32 Euro für die Pro-Version fällig. (ghi)

Auto-Update ab Firefox 12

Mit Version 12 hat Mozilla den angekündigten Updater-Dienst für Firefox unter Windows eingeführt. Dieser erspart dem Nutzer das Aufpoppen der Benutzersteuerung, sofern er unter Einstellungen, Einstellungen, Erweitert, Update sowohl den Menüpunkt „Einen Hintergrund-Service nutzen, um Firefox zu aktualisieren“ als auch die Option „Updates automatisch installieren“ auswählt. Firefox kümmert sich dann automatisch und vom Nutzer weitgehend unbemerkt um die Versionspflege, wie das Google Chrome schon lange vorexerziert hat. Ob das klappt, wird sich beim Update auf Version 13 zeigen. Für Mac- und Linux-Versionen ist das stille Update erst ab Version 14 geplant.

In den Tiefen der about:config versteckt sich noch eine Neuerung: Stellt man den Eintrag browser.newtabpage.enabled auf true und gibt unter browser.newtab.url den Wert about:newtab ein, präsentiert Firefox eine Schnellwahl mit den neun am häufigsten besuchten Internetseiten, was aber natürlich nur funktioniert, wenn man dem Browser gestattet, eine History zu führen. Die Schnellwahlseite ist offenbar noch nicht ganz fertig. (rei)

Beta-Version von Opera 12

Opera hat eine Beta für die Version 12 mit dem Spitznamen „Wahoo“ veröffentlicht. Diese bietet erweiterte HTML5-Unterstützung, eigene Prozesse für Plug-ins, die deren Stabilität erhöhen, und kann nun auch das Flag für den Do-not-Track-Header setzen. Die neue Version soll auch schneller sein. Opera hat eigenen Angaben zufolge den Netzwerk-Code für SSL und das Laden von Tabs optimiert. Für die Beschleunigung von Webgrafiken nutzt Opera DirectX. Der Anwender kann wählen, ob er diese aktiviert, denn, so Opera, in manchen Fällen sei die Softwareoptimierung Vega schneller.

Die Version beherrscht „getUserMedia“, damit kann Opera Webanwendungen Zugriff auf Webcams von Desktoprechnern verschaffen. Dateien lassen sich per Drag and Drop an den Browser übergeben. Für Mac OS X und Windows gibt es nun 64-Bit-Versionen, außerdem bietet Opera weitere Lokalisierungen an. (rzl)

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