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Live-Videos via Google+

Google will sein soziales Netzwerk Google+ in den nächsten Wochen um eine Live-Videostream-Option bereichern. Ausgesuchte Google+-Nutzer hatten bereits in der Vergangenheit die Möglichkeit, ihre „Hangouts“ genannten Videochats live via Youtube zu broadcasten, darunter etwa Bands oder Köche. Dadurch wurden aus den Hangouts nicht ortsgebundene Konzerte, Kochkurse und Talkshows.

Der Live-Hangout wird sich aus Google+ heraus starten lassen, indem man die Funktion „Hangout on Air aktivieren“ wählt. Wer schon einen „Strike“ auf seinem Youtube-Account hat, also schon einmal für nicht vertragskonformes Verhalten bestraft wurde, wird nicht senden dürfen. Darf er senden, findet er anschließend ein Video als Sicherung des Hangouts in seinem Youtube-Account und kann es wiederum mit anderen teilen.

Als Anwendungsmöglichkeiten zählt Google einige Beispiele auf: Live-Berichterstattung in Ton und Bild für alle über Smartphone-Kameras ist eines davon. Kurse und Diskussionen, die vielen Menschen zugänglich sein sollen, ein anderes. (rzl)

Design-Dach für Firefox

Die Mozilla Foundation hat in einem Papier mit dem Motto „Das Web ist die Plattform“ eine Zielrichtung für die Gestaltung der Firefox-Produkte definiert. Dem Design-Milestone „Kilimanjaro 1.0“ zufolge sollen die Nutzer auf mobilen Geräten sowie dem Desktop eine einheitliche Oberfläche geboten bekommen. Bereits im September 2012, dem ersten „Kilimanjaro-Event“, soll dieses Versprechen erfüllt sein, wobei die jeweiligen Produkte ihre Zeitpläne zur Entwicklung beibehalten.

Kilimanjaro legt fest, dass User geräteunabhängig ihre gewählten Präferenzen und Apps nutzen können. Dafür soll das Identitätssystem Persona mit den Mozilla-Produkten verwoben werden. Die Web-Plattform der Foundation soll das Entwickeln von Apps aus den Bereichen Spiel, Produktivität, soziale Netzwerke und Medien ermöglichen. Der App Store von Mozilla wird Entwicklern bei Bereitstellung und Verkauf der Apps helfen. Die Dokumentationen und Werkzeuge will Mozilla so gestalten, dass Programmierer mit guten Ideen zu einer in grundlegenden Zügen entwickelten App in nur fünf Minuten kommen.

Im mobilen Firefox sollen alle Apps laufen, die die Nutzer von der Desktop-Version gewohnt sind. Die im Kilimanjaro-Dokument beschriebene Vereinheitlichung gilt nicht für die Windows-8-Metro-Version von Firefox und die in den Mozilla Labs entwickelten Versuche.

Neben dem großen Vorhaben schraubt Mozilla auch am Aussehen der Firefox-Varianten und fügt den Nutzer-Interfaces neue Funktionen zu: Beim Designentwurf „Australis“ fällt auf, dass die Textmenüs durch Symbole ersetzt werden. Dadurch wird die Inhaltsfläche des Fensters insgesamt größer. Für die mobilen Geräte wird es einen „Read mode“ geben, der das Lesen von Webseiten auf kleinen Bildschirmen vereinfachen soll, indem Text und Bilder des eigentlichen Artikels auf einer Webseite in den Fokus rücken und die Navigation in den Hintergrund tritt. (rzl)

Strafprozess gegen Kino.to-Chef

Vor dem Landgericht Leipzig muss sich seit dem 8. Mai der Gründer und Chef des illegalen Filmportals Kino.to verantworten. Die sächsische Generalstaatsanwaltschaft wirft dem 39-Jährigen die massenhafte Verletzung von Urheberrechten vor. Der gelernte Bodenleger soll das Portal 2008 gegründet und damit mehr als 6,6 Millionen Euro eingenommen haben. Der Angeklagte schwieg zum Prozessauftakt zu den Vorwürfen.

Das bekannte Streaming-Portal war im Juni 2011 nach einer internationalen Razzia aufgeflogen. Bei Durchsuchungen in 20 Wohnungen, Geschäftsräumen und Rechenzentren waren umfangreiche Datenbestände sichergestellt worden. Auf Konten in Spanien beschlagnahmten die Ermittler rund 2,5 Millionen Euro.

Staatsanwalt Dieter Blum sprach von einem „parasitären Geschäftsmodell“. Insgesamt sollen mit Werbeeinnahmen zwischen März 2008 und Juni 2011 mehr als 6,6 Millionen Euro zusammengekommen sein. 1,6 Millionen Euro habe der Angeklagte an seine Mitarbeiter gezahlt. Was mit dem übrigen Geld geschehen ist, konnte noch nicht vollständig ermittelt werden. Der Anwalt des Angeklagten sagte, der Leipziger habe sich unter anderem ein Leben auf Mallorca finanziert.

Der Hauptbeschuldigte soll zusammen mit seinen Helfern täglich bis zu 3000 neue Links zu illegal kopierten Filmen und Serien in das Portal eingestellt haben. Kino.to wurde der Anklageschrift zufolge so zu einer der meistgeklickten Webseiten mit bis zu vier Millionen Besuchern am Tag. Die erste Anklage wurde im Oktober 2011 erhoben. Zuletzt war der Programmierer der Seite zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Davor waren bereits einige andere Mitstreiter zu Haftstrafen zwischen zweieinhalb und über drei Jahren verurteilt worden. (vbr)

Bayerische Datenschutzaufsicht prüft 13 000 Websites

Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht hat 13 404 Sites bayerischer Betreiber auf die einwandfreie Verwendung von Google Analytics überprüft. 2449 Websites haben demzufolge die Analyse-Tools von Google eingesetzt und von diesen wiederum haben drei Prozent die Datenschutzvorgaben eingehalten. Das geht aus einer Mitteilung der Datenschutzaufsicht hervor. Ende Mai sollen weitere Site-Betreiber kontrolliert werden.

2371 Site-Betreiber werden nach Angaben der Datenschutzaufsicht schriftlich aufgefordert, ihre Webpräsenzen rechtskonform zu gestalten. Von einem Bußgeld will das Amt aber absehen. „Uns geht es vornehmlich darum, auf den Missstand hinzuweisen und auf die Einhaltung hinzuwirken“, sagte Andreas Sachs, Referatsleiter IT-Sicherheit und technischer Datenschutz bei der bayerischen Aufsichtsbehörde. Sollten sich angeschriebene Firmen nachhaltig verweigern, seien auch Bußgelder möglich.

Aufgrund eines Beschlusses des Düsseldorfer Kreises, einem bundesweiten Gremium der Aufsichtsbehörden für den Datenschutz, müssen Site-Betreiber in ihren Datenschutzhinweisen auf das von Google bereitgestellte Deaktivierungs-Add-on hinweisen. Auch müssen die Site-Betreiber Google mit der Kürzung der IP-Adresse beauftragen. Jeder Homepage-Betreiber muss außerdem mit Google einen schriftlichen Vertrag über Auftragsdatenverarbeitung schließen. (Dr. Noogie C. Kaufmann/hob)

Bing integriert Facebook

Microsoft möbelt seine Suchmaschine Bing auf. Das Update umfasst neben algorithmischen Verbesserungen der Suchergebnisse sowie einer neuen, dreispaltigen Präsentation der Trefferseiten eine wesentlich engere Verzahnung mit den Diensten von Partner Facebook. Rechts neben der Spalte der Suchergebnisse erscheint eine zweite mit sogenannten Snapshots. Wenn Bing meint, zur Suchanfrage relevante Informationen und Dienste anbieten zu können, die über die Linkliste hinausgehen, dann erscheinen sie in der Snapshot-Spalte. Dort blendet Bing zum Beispiel Karten oder Restaurantempfehlungen ein.

Durch die Facebook-Integration kann man jetzt aus Bing heraus seine Freunde fragen. Sofern der Benutzer Bing dazu autorisiert hat, versucht Bing unter seinen Facebook-Freunden solche auszumachen, die die Frage vermutlich beantworten können. Dazu wertet es die „Like“-Angaben, die Profilinformationen sowie ihre hochgeladenen Fotos aus. Der Benutzer fragt die Freunde dann direkt. Microsoft schaltet dieser Tage das neue Bing zunächst für Benutzer in den Vereinigten Staaten frei. In den kommenden Wochen soll es auch in der mobilen Suche unter m.bing.com erscheinen. Wann es hierzulande verfügbar sein wird, hat Microsoft nicht bekannt gegeben. (jo)

Mangelnde Zahlungsmoral von Online-Käufern

Besonders die kleinen Händler kämpfen beim Geschäft im Internet mit Zahlungsausfällen. Dies hat eine Umfrage des Kölner Instituts für Handelsforschung (IfH) ergeben. Insgesamt hatten gut 86 Prozent aller 619 befragten Unternehmen und Selbstständigen bereits Erfahrungen mit schlechter Zahlungsmoral gemacht.

In den meisten Fällen handelte es sich um geringe Umsatzanteile von bis zu 1 Prozent. Einzelne Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern sehen sich der Untersuchung zufolge allerdings sogar existenzbedrohenden Zahlungsausfällen von 10 bis 20 Prozent des Umsatzes ausgesetzt. Doch auch 5,6 Prozent der größeren Online-Händler haben Ausfälle von 5,1 bis 10 Prozent zu verzeichnen. (hob)

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