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Urheberrechtsabgaben für Flash-Speicher sollen drastisch steigen

USB-Sticks und Speicherkarten könnten in Deutschland bald teurer werden. Bei billigen Produkten mit 8 bis 16 GByte Kapazität drohen auf den Gesamtpreis bezogen sehr hohe Steigerungen.

Die Zentralstelle für private Überspielrechte, kurz ZPÜ, setzt die Urheberrechtsabgaben für solche Speichermedien neu fest. Seit 2009 zahlten Hersteller, Importeure oder Händler, die Mitglied im Branchenverband Bitkom sind, pauschal 8 Cent pro Stück. Für Nichtmitglieder lag die Vergütung bei 10 Cent. Hinzu kam jeweils noch die gesetzlich vorgeschriebene Mehrwertsteuer. Diese Vereinbarung mit dem Bitkom hatte die ZPÜ Ende 2011 gekündigt.

Ab 1. Juli verlangt die ZPÜ für USB-Sticks und Speicherkarten mit einer Kapazität von maximal 4 GByte eine Abgabe in Höhe von 91 Cent. Für größere Sticks sind es 1,56 Euro, für Speicherkarten 1,95 Euro. Letzteres entspricht einer Steigerung um 1850 Prozent. Die Festsetzung der Gebühren durch die ZPÜ erfolgt im Namen der GEMA, der Verwertungsgesellschaft (VG) Wort und der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst mit Veröffentlichung im Bundesanzeiger vom 16. Mai 2012. Zur Begründung der neuen Gebührensätze beruft sich die ZPÜ auf das Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG), Paragraphen 54 und 54a (Vergütung für private Vervielfältigung).

Verhandlungen der ZPÜ mit dem Bitkom und anderen Verbänden waren aufgrund unvereinbarer Positionen schnell abgebrochen worden. Die nun festgesetzten Vergütungen hält der Bitkom für völlig überzogen, vor allem jene für große Speicherkarten: Solche würden vornehmlich in Digicams und Videokameras eingesetzt und nicht zum Kopieren und Weitergeben von urheberrechtlich geschütztem Material. Wer an gewerbliche Nutzer – etwa professionelle Fotografen – liefert, muss die Abgabe aber auch nicht abführen, denn es sind nur an Privatleute verkaufte Speichermedien betroffen.

Die GEMA hat auf ihrer Webseite eine Stellungnahme veröffentlicht (siehe c’t-Link unten), die eine im Auftrag der ZPÜ von TNS Ende 2011 durchgeführte, empirische Studie zitiert. Demnach „werden mit einem USB-Stick während seiner Gesamtlebensdauer durchschnittlich 677 Musiktitel, 541 professionelle Fotografien, Bilder oder Kunstwerke, 93 Grafiken und 66 Teile aus Büchern vervielfältigt. Bei einer Speicherkarte sind es im Vergleich 390 Musiktitel, 579 professionelle Fotografien, Bilder oder Kunstwerke, 24 Grafiken und 10 Teile aus Büchern.“

Laut George Linardatos, Deutschland-Chef des Speicherherstellers Transcend, berücksichtigt die Gebührenhöhe nicht die Preisentwicklung bei Flash-Speichermedien. Eine microSDHC-Speicherkarte oder einen USB-2.0-Stick mit 8 GByte Kapazität bekommt man zurzeit schon für weniger als 3 Euro. Deshalb sieht er einen Widerspruch zu Paragraf 54a, Absatz 4: „Die Vergütung darf Hersteller von Geräten und Speichermedien nicht unzumutbar beeinträchtigen; sie muss in einem wirtschaftlich angemessenen Verhältnis zum Preisniveau des Geräts oder des Speichermediums stehen.“

Linardatos rechnet nun mit einer jahrelangen Auseinandersetzung über die Höhe der Abgaben. Bis zur Klärung müssten Hersteller Rückstellungen bilden und zumindest für den deutschen Markt auch die Preise anpassen. Dadurch befürchtet er eine Marktverzerrung, könnten doch Händler aus der Schweiz und anderen Nicht-EU-Ländern USB-Sticks und Speicherkarten deutlich günstiger anbieten.

Den ersten Schritt zu einer Korrektur beabsichtigt der Bitkom unverzüglich anzugehen, erklärte uns Sprecherin Judith Steinbrecher. Zunächst müsse man dazu ein sogenanntes Schiedsverfahren anstoßen, dessen Finanzierung zurzeit noch offen sei. (gs/ciw)

Laser-LED-Hybridbeamer projiziert Breitformat

Casio setzt bei seinen Projektoren weiter auf Laser-LED-Lichtquellen, die eine deutlich höhere Lebensdauer versprechen als konventionelle Hochdruck-Beamerlampen. 20 000 Stunden soll die Lichtquelle beim neuen XJ-H2650 durchhalten – Hochdrucklampen müssen spätestens nach 5000 Stunden ausgewechselt werden. Während die „Pro“-Varianten der hellen Casio-Hybridbeamer bislang nur XGA-Auflösung schafften, beherrscht das neue Modell auch das Breitformat WXGA (1280 × 800 Pixel, 16:10) und 3500 Lumen. Der Projektor ist 3D-fähig, die erforderliche DLP-Link-Brille wird allerdings nicht mitgeliefert.

In Casios Hybridtechnik wird neben dem roten auch das blaue Licht mit farbigen LEDs erzeugt, lediglich für Grün kommt eine blaue Laserdiode zum Einsatz, die eine grünes Licht emittierende Phosphorschicht beschießt. Das Bild erzeugt ein DLP-Panel – der bei dieser Technik berüchtigte Regenbogeneffekt ist bei Casios Hybridbeamern ebenfalls sichtbar, denn auch hier kommen die drei Grundfarben nacheinander statt wie bei LCD-Projektoren gleichzeitig auf die Leinwand.

Der Projektor ist mit einem HDMI-Eingang und analogen Standardanschlüssen ausgestattet und akzeptiert die Bilder von USB-Datenträgern. Der interne Medienplayer spielt JPEG- und BMP-Bilder sowie AVI-Videos (M-JPEG-kodiert) ab. Über WLAN lässt sich das Gerät auch drahtlos von PC oder Smartphone bespielen. Die Windows-Software wird mitgeliefert, außerdem sind kompatible Apps für iOS, Android und Windows Mobile erhältlich.

Der XJ-H2650 soll im Juli für 2500 Euro auf den Markt kommen. Casio hat außerdem eine abgespeckte Variante XJ-H2600 ohne Medienplayer- und WLAN-Funktionen für 2260 Euro angekündigt. (jkj)

Lichtstarker Full-HD-Beamer

Full-HD-Auflösung und eine lichtstarke Projektion schließen einander in den meisten Fällen aus. Nicht so beim Pro8300 von Viewsonic: Der DLP-Beamer projiziert 1920 × 1080 Bildpunkte und erzielt laut Hersteller einen Lichtstrom von 3000 Lumen. Der knapp 4 kg leichte Projektor empfiehlt sich damit für Präsentationen im Businessbereich und die Videowiedergabe in Schule oder Sportverein.

Als Eingänge stehen gleich zwei HDMI-Buchsen bereit, außerdem zwei analoge Sub-D-Ports für den Anschluss älterer Notebooks und eines Kontrollmonitors. Im Projektor sind zusätzlich zwei 10-Watt-Lautsprecher eingebaut, mit denen man wahrscheinlich keinen großen Saal beschallen kann, die aber für kleinere Gruppen ausreichen sollten.

Dank des 1,5fach-Objektivs lässt sich die Projektionsentfernung zur Leinwand großzügig variieren, ein Lensshift für die seitlich versetzte Projektion fehlt dagegen. Ein 10-Bit-Signalprozessor von Pixelworks soll für eine präzise Farbgebung sorgen, die BrilliantColor-Technik von DLP-Entwickler Texas Instruments für eine besonders lebendige Wiedergabe. Den Kontrast beziffert Viewsonic auf 4000:1, das Betriebsgeräusch auf 33 dB im Normal- und unter 30 dB im Eco-Modus. In letzterem soll die Lampe 6000 Stunden durchhalten, im helleren Normalbetrieb 4000 Stunden.

Viewsonic gibt drei Jahre Garantie auf den Pro8300 und auf die Lampen ein Jahr. Kabel für HDMI und Sub-D, die Fernbedienung und eine Transporttasche gehören zum Lieferumfang. Der Pro8300 ist ab sofort für 1900 Euro erhältlich. (uk)

Multifunktionsgerät für unterwegs

Hewlett-Packard hat als erster Druckerhersteller ein Multifunktions-Tintengerät angekündigt, das mit einem eingebauten Lithium-Ionen-Akku für den mobilen Einsatz taugt: Der Officejet 150 Mobile AiO bedruckt bis zu 5 Schwarzweiß- und 3,5 Norm-Farbseiten pro Minute und ist mit einem zusammenklappbaren Einzugsscanner ausgestattet. Damit lassen sich unterwegs Einzelseiten kopieren und scannen. Eine Akkuladung soll für maximal 500 Druckseiten reichen, bedient wird der Multifunktionsdrucker über ein 2,4"-Touchdisplay.

Das schon im Mobildrucker HP Officejet 100 eingesetzte Druckwerk arbeitet mit einer Schwarz- und einer Kombi-Farbpatrone – jeweils mit integrierten Druckköpfen. Preiswert druckt der Officejet 150 damit nicht: Eine farbige ISO-Seite kostet 14,2 Cent, der Schwarzanteil liegt bei 6 Cent. Mit XL-Patronen kostet die Farbseite immer noch 12,1 Cent (bei 5,3 Cent Schwarzanteil). Für den Fotodruck bietet HP eine spezielle Patrone an, die die normale Schwarzpatrone ersetzt. Das Papierfach fasst 50 Blatt Normalpapier.

Mit Notebooks, Smartphones und anderen Mobilgeräten kommuniziert der Officejet 150 entweder per USB 2.0 oder drahtlos per Bluetooth – WLAN kennt er nicht. Die veraltete Bluetooth-2.0-Schnittstelle benutzt immerhin EDR-Technik (Enhanced Data Rate), die netto bis zu 2,1 MBit/s überträgt. Als Profile unterstützt der Drucker außer dem Hardcopy Cable Replacement – hier braucht man zusätzliche Treiber – nur Object Push und Image Push, mit denen man Bilder und andere Dokumente übertragen kann.

Zusammengeklappt ist der Mobile AiO nur 9 cm hoch, 35 cm breit und gut 17 cm tief. Lange tragen möchte man das mit Akku 3,1 kg schwere Multifunktionsgerät allerdings nicht. Im Juli soll es hierzulande für rund 400 Euro auf den Markt kommen. (rop)

Display-Notizen

Reifenhersteller Bridgestone gibt seine Liquid-Powder-Technik (QR-LPD) auf. Die Puderdisplays könnten mit den billigen LCDs nicht konkurrieren, Ende Oktober werde die Produktion der QR-LPDs deshalb eingestellt, gab das Unternehmen bekannt.

Plastic Logic hat eine farbige Version seines 10,7-zölligen E-Paper-Displays gezeigt, das sich biegen lässt und enormen mechanischen Belastungen standhält. Das mit 75 dpi auflösende Display soll noch dieses Jahr in Dresden produziert werden.

LG will seinen erstmals auf der CES vorgestellten 55-zölligen OLED-Fernseher „zur Serienreife entwickeln“ und in der zweiten Jahreshälfte in Europa anbieten. Angaben über Preis und Erscheinungsdatum machte der Hersteller immer noch nicht.

Die internationale Fernsehunion hat einen Standardentwurf für künftige TV-Auflösungen vorgelegt. Unter derselben Bezeichnung „UHDTV“ definiert die ITU darin die beiden unterschiedlichen Auflösungen 3840 × 2160 und 7680 × 4320.

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