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ESO baut weltweit größtes optisches Teleskop

Die in Garching bei München ansässige „Europäische Organisation für astronomische Forschung in der südlichen Hemisphäre“ (ESO) hat Anfang Juni den Bau des bislang größten Teleskops für sichtbares und infrarotes Licht beschlossen. Der Hauptspiegel des „European Extremely Large Telescope“ (E-ELT) wird einen Durchmesser von fast 40 Metern aufweisen und soll aus mehreren hundert einzelnen Spiegelelementen bestehen. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2022 geplant, die Kosten des Projekts belaufen sich nach derzeitigem Stand auf knapp 1,1 Milliarden Euro. Platziert wird das Teleskop auf dem über dreitausend Meter hohen „Cerro Armazones“ im Norden Chiles. Mit dem E-ELT wollen Astronomen später unter anderem nach erdähnlichen Planeten in der „bewohnbaren Zone“ von Sternen suchen. Darüber hinaus soll mit dem Teleskop „Stern-Archäologie“ in unseren Nachbargalaxien betrieben und Eigenschaften der ersten Sterne und Galaxien sowie der „Dunklen Materie“ und der „Dunklen Energie“ erforscht werden. (pmz)

Medizin der Zukunft

Die Universitätsklinik Heidelberg, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) starten am 1. Juli das gemeinsame Forschungsprogramm „Cognition-Guided Surgery“. Ziel der insgesamt 13 Einzelprojekte ist ein computergestütztes System, das eines Tages wie ein menschlicher Assistent mitdenkt und Ärzte bei ihren Entscheidungen unterstützen kann. Das zu entwickelnde System soll dabei Daten aus verschiedenen Informationsquellen miteinander verknüpfen, wissensbasiert auswerten und als Grundlage für eigene Handlungsvorschläge nutzen – etwa welchen Operationsschritt der Chirurg als Nächstes ausführen soll.

Dem Chirurgen stünden zwar immer leistungsfähigere Einzelsysteme zur Verfügung, erklärt das Karlsruher Institut für Technologie, eine Verknüpfung der gelieferten Informationen bleibe aber weiterhin dem Arzt überlassen. An dem mit mehr als 10 Millionen Euro geförderten und zunächst auf vier Jahre angelegten Projekt sind insgesamt vier KIT-Einrichtungen beteiligt. Die Universität Heidelberg widmet sich medizinischen Themen wie Viszeralchirurgie, Herzchirurgie, Strahlentherapie und Radiologie; das Deutsche Krebsforschungszentrum arbeitet an Bildverarbeitung und Strahlenphysik. (pmz)

Wirkung von 3D-Filmen auf Kinder

Die TU Berlin plant gemeinsam mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg eine wissenschaftliche Untersuchung zur Wirkung von 3D-Filmen auf Kinder. Hintergrund sind Diskussionen darüber, ob 3D-Filme eine andere FSK-Einstufung erhalten sollten als die gleichen Filme in 2D. „Bislang fehlen jedoch Daten darüber, ob die emotionale Verarbeitung tatsächlich eine andere und stärkere ist. Ebenso gibt es keine wissenschaftlichen Untersuchungen zu der Frage, ob sich die stereoskopischen Täuschungen nachteilig auf das in der Entwicklung befindliche Sehsystem des Kindes auswirken“, erklärt Professorin Gisela Müller-Plath. Gesucht werden nun dringend Kinder zwischen 6 und 8 Jahren, die im Zeitraum vom 20. Juni bis 3. August 2012 gemeinsam mit ihren Eltern an der Studie teilnehmen. Den Kindern werden Filme dabei entweder in einer 2D- oder einer 3D-Version gezeigt. Als Belohnung erhalten sie jeweils zwei Kinogutscheine. (pmz)

Algorithmus gegen gefälschte Produkt-Reviews

Wissenschaftler der University of Illinois haben gemeinsam mit dem Suchmaschinenbetreiber Google einen Algorithmus entwickelt, der manipulierte Nutzerbewertungen im Internet aufdecken kann. Wie sie in der Arbeit „Spotting Fake Reviewer Groups in Consumer Reviews“ (siehe c’t-Link) beschreiben, liegt die Erkennungsrate bei sogenannten Spammer-Groups (mehrere Personen, die gezielt bestimmte Produkte bewerten) bereits bei fast 90 Prozent. Ausgewertet wurden unter anderem besonders häufig vorkommende Begriffe, die Anzahl von Postings einzelner Nutzer sowie deren Historie. (pmz)

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