Solide Basis

Anonym surfen, bequem mailen und vieles mehr

Test & Kaufberatung | Software-Kollektion

Rasant steigende Versionsnummern zeigen das hohe Tempo, mit dem Internet-Software sich weiterentwickelt. Unsere Heft-DVD enthält einen Snapshot der aktuellen Versionen bewährter Clients, der Sie anregen könnte, mal einen neuen Browser, Mailer oder auch nur eine Erweiterung auszuprobieren. Außerdem erhalten Sie 1,5 GByte anonymen Datenverkehr mit Premium-Geschwindigkeit gratis.

Bei den Internet-Clients auf unserer Heft-DVD steht das unbeobachtete Surfen im Mittelpunkt: Mit JonDonym entzieht man sich zuverlässig der ständigen Beobachtung durch Werbenetzwerke und Tracking-Dienste (siehe Kasten „Maskenball“). Darüber hinaus haben wir eine Grundausstattung aus Browser samt nützlichen Erweiterungen, das passende E-Mail-Programm mit einigem Drumherum sowie Tools zum Chatten, Dateien übertragen, Online-Shopping und Verwalten von Passwörtern zusammengestellt. Sollten Sie allerdings Software suchen, um selbst eine Website zu entwickeln oder einen Server zu betreiben, müssen Sie ab Seite 116 weiterlesen.

Browser

In wenigen Jahren, aber vielen Versionsschritten hat es Google Chrome vom gescholtenen Datenspion in die Spitzengruppe der beliebtesten Browser geschafft. Kein Wunder: Der hauseigene Browser stellt die Oberflächen der viel genutzten Webanwendungen von Google am besten dar. Er glänzt aber auch im übrigen Web durch Geschwindigkeit; mit Erfindungen wie der schnellen HTTP-Alternative SPDY treibt Google andere Browser-Hersteller vor sich her. Mittlerweile gibt es auch eine ganze Menge Erweiterungen, mit denen sich Chrome zum individuellen Webwerkzeug aufrüsten lässt. ...

Maskenball

Google und Konsorten schauen uns beim Surfen über die Schulter und sammeln Informationen, was uns im Web so interessiert. Sie meinen es ja nur gut; schließlich wollen sie niemanden mit Werbung belästigen, die ihn gar nicht interessiert. Doch längst nicht jedem gefällt es, zum Beispiel mit Anzeigen von Online-Apotheken überflutet zu werden, nachdem er eine Aids-Aufklärungsseite besucht hat.

Sich unerkannt an den Sensoren der Werbenetze und Tracking-Dienste vorbei zu schleichen ist allerdings kein leichtes Unterfangen. Die Online-Spione greifen nämlich von mehreren Seiten an: Sie erkennen den Internet-Anschluss an der IP-Adresse und den Browser anhand von Daten, die sie zuvor abgelegt haben oder die sie mit Skripten aus dem System lesen.

Nur wer seinen Browser und die Plug-ins richtig einstellt, deren diverse Speicher regelmäßig reinigt, die Ausführung von Spionage-Skripten verhindert und seine IP-Adresse verschleiert, hat die Chance, so wenig Spuren zu hinterlassen, dass er anonym unterwegs ist. Es gibt viele Produkte, die das versprechen, doch nur wenige gehen alle Punkte an. Dazu gehört JonDonym.

Die erste Komponente ist JonDo, das den Internet-Traffic durch eine Proxy-Kaskade leitet, um die IP-Adresse zu verschleiern. Die Daten werden von Station zu Station weitergereicht, wobei jede die Absender-IP durch ihre eigene ersetzt. Nur sie hat Zugriff auf die Adresse der vorangehenden Station und kann die Antwortpakete dorthin zurückleiten. Die Kaskade arbeitet nach dem Mix-Prinzip: Selbst wenn jemand den eingehenden und ausgehenden Datenverkehr der Kaskade überwachen könnte, würde er nicht erfahren, wer auf welchen Server zugreift.

Um diesen Mechanismus zu nutzen, muss man JonDo von der Heft-DVD installieren und im Browser als Proxy eintragen. Die kostenlose Version des Dienstes ist auf 30 bis 50 KBit/s pro Sekunde gedrosselt, auf 2 MByte große Downloads begrenzt und bedient nur die HTTP(S)-Ports. Der kostenpflichtige Premium-Dienst liefert üblicherweise zwischen 600 KBit/s und 1,5 MBit/s, sperrt lediglich den SMTP-Port (wegen Spam) und kann von allen SOCKS5-fähigen Programmen genutzt werden.

Die Premium-Tarife werden nach dem Volumen der übertragenen Daten abgerechnet. Mit dem 16-stelligen Gutscheincode, der über „Audio-Video“ auf der Heft-DVD aufgedruckt ist, erhalten Sie 1,5 GByte, die Sie zwischen 1. Juli und 30. September 2012 nutzen können. Den JonDonym-Code geben Sie während der Installation ein. Achtung: Der Code funktioniert nicht, wenn Sie im Client bereits ein Konto angelegt haben; Sie müssen diesen dann mit allen Kontoeinstellungen (vorher sichern) deinstallieren und neu aufsetzen.

Die IP-Adresse zu verschleiern ist aber nur ein erster Schritt in Richtung Anonymität. Um ganz ans Ziel zu gelangen, muss man außerdem den Firefox-Browser und das Zusatzprogramm JonDoFox installieren. Letzteres stellt angefangen bei der Suchmaschine alles auf maximalen Schutz vor Spähern ein. Außerdem installiert das Programm etliche Erweiterungen, die unter anderem verhindern, dass der Browser zu viel über sich, das System oder zuvor besuchte Seiten verrät. Um alles zu aktivieren, wählt man im Browser das Profil „JonDoFox“. Dann wird auch der zuvor installierte JonDo-Proxy genutzt.

Auf der DVD sind JonDo und JonDoFox für die drei Betriebssysteme in je einem Zip-Archiv zusammengefasst. Außerdem ist noch das ISO-Image einer bootfähigen Live-CD enthalten, die ein fertig konfiguriertes Linux zum anonymen Surfen, Mailen oder Verwalten eines Servers enthält. Allerdings ist das Booten von CD eine recht zähe Angelegenheit. Es empfiehlt sich daher, das Image bootfähig auf einen USB-Stick zu packen. Wie das mit UNetbootin einfach geht und was man mit der CD alles anfangen kann, ist unter www.anonym-surfen.de/help-live-cd/jondo-live-cd.html beschrieben.

Standardmäßig finden bei der Live-CD alle Schreibzugriffe auf der RAM-Disk statt, sodass das Geschriebene nach dem Neustart verloren ist. Wenn man also mit der Live-CD ein Premium-Konto anlegt und den Gutscheincode verwendet, muss man die Kontodaten vor dem Neustart unbedingt exportieren. Das geht am einfachsten mit einem zweiten USB-Stick, der beim Booten automatisch als beschreibbares Laufwerk eingebunden wird. Über „Einstellungen/Bezahlung/Konten/Export“ speichert man die Daten dort als passwortgeschützte Datei ab, die sich übrigens auch in die Clients unter Windows und Mac OS X importieren lässt.

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