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Neues c’t Linux

Schwerpunkt des neuen c’t-Sonderhefts ist das Thema Hardware für Linux. Quer über alle Hardwarekategorien vom Notebook bis zum Video-Grabber, vom Drucker bis zur SSD wird erklärt, wie man Linux-taugliche Hardware findet und die Geräte optimal unter Linux einrichtet. Tests unter anderem von Ultrabooks, UMTS-Sticks und TV-Karten überprüfen, wie aktuelle Hardware mit dem freien Betriebssystem zurechtkommt.

Weitere Themen im Heft sind der File-, Print- und Active-Directory-Server Samba 4, Content Management mit Drupal, Server in der Amazon-Cloud, komfortable Backup-Tools, der neue Gimp 2.8 und der 35-Dollar-Computer Raspberry Pi. Mehrere Artikel präsentieren Know-how zum Thema Booten, von der Lösung alltäglicher Boot-Probleme über das Einrichten eines Dual-Boot-Systems auf UEFI-Rechnern bis zum Init-Ersatz Systemd, der den Bootprozess beschleunigen soll.

Auf zwei DVDs liegen dem Heft verschiedene Varianten von Fedora 17 und Linux Mint 13 („Maya“) in 32 und 64 Bit bei. Artikel erklären die Installation und Einrichtung der Linux-Distributionen und den Umgang mit den Desktops Gnome 3 und Cinnamon. Hinzu kommen eine Vollversion von SoftMaker Office für Linux und eine OwnCloud-Appliance, die unter VMware und VirtualBox die Synchronisation von Adressen, Terminen und Dateien über mehrere Geräte hinweg ermöglicht.

Das neue c’t Linux 2/12 ist über den Heise Shop unter www.heise-shop.de/_pid_388.html versandkostenfrei bestellbar und ab dem 2. Juli im Zeitschriftenhandel erhältlich. Das Heft kostet 8,90 Euro. (odi)

Torvalds beschimpft Nvidia

„Nvidia ist die schlimmste Firma, mit der ich je zu tun hatte. Nvidia, fuck you!“ Mit diesen drastischen Worten und ausgestrecktem Mittelfinger kommentierte Linux-Vater Linus Torvalds die aktuellen Probleme mit Nvidias Hybridgrafiktechnik der Optimus-Chips. Der Chip-Hersteller war erst im März der Linux Foundation beigetreten, für die auch Torvalds tätig ist.

Zur Beschimpfung von Nvidia kam es bei einem Interview an der Aalto-Universität in Helsinki, die Torvalds den als „Technik-Nobelpreis“ bekannten Millennium Technology Prize verlieh, als eine Teilnehmerin Torvalds auf Schwierigkeiten mit Nvidias Optimus-Chips unter Linux ansprach. Torvalds antwortete zunächst recht sachlich: Nvidia sei eher die Ausnahme als die Regel und einer der größten Problemfälle unter den Hardware-Herstellern. Das sei vor allem deswegen traurig, weil Nvidia eine Menge Chips im Android-Markt verkaufen wolle. Danach ließ er sich zu der Beschimpfung hinreißen, auf die das Publikum mit Gelächter und Applaus reagierte.

Nvidia verteidigte sich damit, in der Treibergeneration 295 eigens einige Hinweise in die Dokumentation aufgenommen zu haben, die die Hybridgrafiktechnik der Optimus-Chips betreffe. Weiter heißt es in der Mitteilung, Nvidia habe die Entscheidung getroffen, bei der Linux-Unterstützung auf hauseigenen, auch auf anderen Plattformen genutzten Code zu setzen, statt sich in die Entwicklung des Grafikstacks von Linux einzubringen.

Außerdem habe Nvidia in jüngster Zeit viel zum ARM-Code des Linux-Kernels beigetragen. Zudem würde sich Nvidia auch verstärkt um die Linux-Unterstützung der hauseigenen Chips in PCs kümmern: So stünden Linux-Treiber nicht nur schon bei der Markteinführung neuer Grafikchips zum Download bereit, sondern sie würden auch einen mit dem Windows-Treiber vergleichbaren Funktionsumfang und eine ähnliche OpenGL-Performance bieten.

Mit dem Open-Source-Treiber des Nouveau-Projekts gibt es eine Alternative zu Nvidias proprietärer Software. Mit der Mitte Mai veröffentlichten Version 1.0.0 des freien Nvidia-Grafiktreibers hat nach sieben Jahren Entwicklungszeit auch der letzte Teil des Treibers den Beta-Status abgelegt, gleichzeitig wurde der Code aus dem Staging-Bereich des Kernels in den Hauptentwicklungszweig übernommen. Künftige Versionen des Linux-Kernels sollten Nvidia-Grafikkarten somit out of the box unterstützen. (hos/thl)

UEFI Secure Boot: Microsoft-signierter Loader für Ubuntu

Um Ubuntu künftig auf Rechnern mit aktivem UEFI Secure Boot starten zu können, wird das Projekt seinen eigenen Weg gehen. Wie Mark Shuttleworth erklärte, könne man aufgrund der GPLv3 den Bootloader Grub2 nicht für den Einsatz mit UEFI Secure Boot signieren, ohne dass man gezwungen wäre, auch den Ubuntu-Schlüssel zu veröffentlichen. Daher müsse ein Bootloader mit einer anderen Verbreitungslizenz zum Einsatz kommen: Intels efilinux.

Der Plan ist, einen Urloader zu entwickeln, der den von Ubuntu signierten Bootloader efilinux sucht und startet. Dieser Urloader soll dann von Microsoft signiert werden, um zu gewährleisten, dass Ubuntu-Installationsmedien auch künftig auf jedem Rechner booten können. Indem man den Urloader von Microsoft signieren lässt und dieser den vom Ubuntu-Projekt selbst signierten efilinux-Loader startet, könne man problemlos Änderungen an efilinux vornehmen, ohne dass man Microsofts Signaturdienst erneut in Anspruch nehmen müsste. Der Linux-Kernel und die Kernel-Module sollen nicht siginiert werden, die Signaturkette soll bei efilinux enden.

Hersteller, die ihre Rechner für Ubuntu zertifizieren wollen, werden den Ubuntu-Signaturschlüssel direkt in der UEFI-Firmware speichern müssen – dies verlangt Canonical, damit solche Systeme efilinux direkt starten können. Der Microsoft-Key muss allerdings erhalten bleiben: Da Bootmedien nach der UEFI-Spezifikation lediglich mit einem Schlüssel signiert sein können, stellt Canonical so sicher, dass auch Ubuntu-zertifizierte Rechner weiterhin von den Ubuntu-Installationsmedien booten können. (mid)

Erster Freeze bei Debian 7.0 Wheezy

Mit Veröffentlichung dieser c’t-Ausgabe will das Debian-Projekt die automatische Migration von Paketen aus dem Unstable-Bereich in den Testing-Zweig beenden – und läutet damit die erste Freeze-Phase für das kommende Debian 7.0 mit dem Codenamen Wheezy ein. Geplant sind weitere Freeze-Phasen, bei denen die Änderungsmöglichkeiten der Entwickler immer weiter beschränkt werden. Zunächst aber will das Debian Release Team Aktualisierungen der Pakete noch recht großzügig akzeptieren.

Ein Datum für die Fertigstellung von Debian 7.0 gibt es wie beim Debian-Projekt üblich nicht, angepeilt ist Anfang 2013 – wobei es nicht ungewöhnlich wäre, wenn Wheezy erst etliche Monate später fertig ist: Das Debian-Team verfolgt traditionell die Doktrin „Release when ready“. (thl)

Red Hat steigert Quartalsumsatz

Mit 314,7 Millionen US-Dollar im ersten Quartal des Finanzjahrs 2013, bei Red Hat endet das Geschäftsjahr bereits Ende Februar, hat der Linux-Distributor seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern können. Der Umsatz mit Software-Subskriptionen stiegt sogar um 21 Prozent auf 272,6 Millionen US-Dollar im Quartal, der Nettogewinn wuchs um 15 Prozent auf 37,5 Millionen US-Dollar. (anw)

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