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Gottesanbeterin auf dem Mars

Der Fangschrecken-ähnliche Roboter „Mantis“ soll eigenständig Planeten erkunden und mit seinen Greifern eine Infrastruktur aufbauen können. In seiner Form ist der Roboter einer Gottesanbeterin nachempfunden. Die Hard- und Software entwickeln Wissenschaftler des Robotics Innovation Center am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und der Universität Bremen.

Nach Angaben der Forscher soll Mantis dank seines Körperbaus und verschiedener Laufmuster steile Krater und Geröllfelder überwinden sowie mit seinen Vorderbeinen Objekte greifen und manipulieren können. Dafür hebt der Roboter – wie eine Gottesanbeterin – den Oberkörper an. Mantis wird im Rahmen des Projekts „Learning Intelligent Motions for Kinematically Complex Legged Robots for Exploration in Space“ (LIMES) entwickelt. LIMES wird mit rund 3,7 Millionen Euro vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gefördert. „Die Herausforderung ist, Laufmuster für unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten zu erlernen, in denen alle sechs Beine trotz verschiedener Aufgaben im Einklang arbeiten“, erklärt Prof. Dr. Frank Kirchner, Leiter des DFKI Robotics Innovation Center und der Arbeitsgruppe Robotik an der Uni Bremen.

Projektziel ist, dem Roboter Algorithmen für verschiedene Laufmodi mitzugeben. Die Bewegungsmuster werden in Simulationen vorgelernt. Das passende Laufmuster wählt der Roboter aus einer Verhaltensbibliothek anhand von Daten aus, die Sensoren an seinen Füßen liefern. Reale Tests folgen in der Weltraum-Explorationshalle des DFKI, einem 288 Quadratmeter großen Testgelände mit künstlicher Kraterlandschaft. Mit einer Stereokamera im Kopf soll Mantis später ein 3D-Bild seiner Umgebung erstellen und zur Erde funken. (dab)

Turing-Maschine mit Mindstorms

Anlässlich des 100. Geburtstags von Alan Turing haben drei Niederländer eine Turing-Maschine mit einem einzigen Robotik-Baukasten Lego Mindstorms NXT gebaut. Eine Turing-Maschine ist ein abstraktes Modell eines Computers respektive ein Konzept zur Prüfung der Berechenbarkeit. Eine Funktion ist berechenbar, wenn eine Turing-Maschine sie lösen kann. Die Maschine kommt mit nur drei Operationen aus, die es auf Grundlage eines festen Regelsatzes auf einem gedachten unendlich langen Speicherband ausführt: Lesen, Schreiben und den Lese-Schreibe-Kopf über einzelne Datenfelder des Bandes bewegen. Daraus lassen sich alle Grundfunktionen der Mathematik ableiten.

Aus Ressourcen-Gründen hat die NXT-Turing-Maschine jedoch nur ein „Band“ mit 32 Feldern. Die Felder werden durch Lego-Winkelverbinder repräsentiert, deren Stellung eine 0 oder 1 darstellt. Motoren bewegen das Band und den Schreib-Lese-Kopf. Als Lesekopf muss der NXT-Lichtsensor herhalten, zum Schreiben legt ein motorisierter Hebel die Winkelverbinder um. Ein Video zur Arbeit der Maschine und weitere Details sind unter www.legoturingmachine.org zu finden. (dab)

Sauger mit Fernbedienung

iRobots neuestes Modell Roomba 790 kommt bereits von Haus aus mit einem Wireless Command Center. Anwender können damit den Saugroboter bequem vom Sofa aus steuern und programmieren. Im Vergleich zum Modell 780 ist im Lieferumfang des 790 mehr Zubehör enthalten: drei statt zwei Virtual Wall Lighthouses, mit denen sich der Aktionsradius des Roomba künstlich eingrenzen lässt. Daneben können die Lighthouses als virtuelle Tür fungieren und dem Roboter erst dann den Weg in einen anderen Raum freigeben, wenn er den aktuellen (weitestgehend) gesäubert hat.

Auch am Äußeren hat iRobot gefeilt und dem Sauger ein blau-silbriges Design verpasst. Der Roomba 790 ist ab sofort im Shop von iRobot für 899 Euro verfügbar. (dab)

Aibo trifft iPhone

15 Servo-Motoren steuern die vordefinierten Bewegungen des auf der Tokioter Spielwarenmesse vorgestellten robotischen Hunds i-Sodog. Er erinnert zwar stark an den legendären Aibo von Sony, mangels Kamera wird er aber wohl nicht an dessen Fähigkeiten herankommen. Immerhin soll der Hund dank eines Mikrofons auf 50 Sprachbefehle unterschiedlich reagieren und sein Verhalten ändern können. Eine einfache KI soll ihm dabei helfen. Daneben hat i-Sodog Touch-Sensoren auf dem Kopf und seinem Rücken. An der Nase ist zudem ein kapazitiver Sensor eingebaut, über den zwei Roboter-Hunde sogar Daten austauschen können. Das funktioniert beispielsweise auch dann, wenn ein Mensch die Nase von zwei Hunden mit seinen Händen berührt.

i-Sodog lässt sich via Bluetooth-Verbindung über Smartphones steuern, der Hersteller Takara Tomy hat erste Apps für iOS und Android bereits vorgeführt. Der Roboter kann zudem synchron zu auf dem Smartphone abgespielter Musik tanzen. Im Lieferumfang des für Anfang 2013 geplanten Modells soll ein Controller enthalten sein, mit dem man dem Roboter eigene Bewegungen beibringen kann. Die Laufzeit des integrierten Akkus beträgt rund eine Stunde. Der Preis des vorerst nur in Japan erscheinenden Roboters soll bei umgerechnet etwas über 300 Euro liegen. (dab)

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