Mission Neugier

Mars-Sonde der NASA im Zielanflug

Wissen | Reportage

Anfang August soll mit dem Roboter Curiosity und dem Mars Science Laboratory das bislang größte von Menschenhand geschaffene Objekt auf einem anderen Planeten abgesetzt werden. Schon die Landung ist ein hochkomplexes und schwieriges Unterfangen.

Warum will der Mensch zum Mars? Auf einen Planeten, der durchschnittlich mehr als 200 Millionen Kilometer von uns entfernt ist und dessen Volumen lediglich ein Siebtel des Erdvolumens beträgt? Die Antwort ist einfach: Der Mars ist der einzige Ort in unserem Sonnensystem, an dem die Menschheit überhaupt eine Überlebenschance hätte, sollte unser Heimatplanet irgendwann nicht mehr bewohnbar sein – theoretisch zumindest, denn auf dem Mars gibt es kaum Wasser, noch weniger Sauerstoff und viel kosmische Strahlung. Aber anders als etwa bei Venus und Merkur (mit einer Oberflächentemperatur von bis zu 500 Grad Celsius jeweils viel zu heiß) oder Jupiter (keine feste Oberfläche) herrschen auf dem Mars physikalische Bedingungen, die (geschütztes) Leben nicht unmöglich machen – nahe dem Äquator sind an Mars-Sommertagen sogar angenehme Temperaturen von über 20 Grad Celsius möglich. Und mit der Weiterentwicklung von intelligenten Robotik- und Automatisierungslösungen wäre es denkbar, dass Menschen sich eines Tages auf dem Mars autark mit Energie und Nahrung versorgen können.

Kleinwagenklasse

Bereits 1960 hatte die damals führende Raumfahrtmacht Sowjetunion einen ersten Versuch unternommen, den Mars mit einer Sonde zu erreichen. Doch die „Marsnik 1“-Mission war ebenso wenig von Erfolg gekrönt wie die fünf darauf folgenden Versuche. Erst 1964 gelang den USA mit Mariner 4 ein Vorbeiflug, sieben Jahre später hinterließen die Russen dann den ersten Menschheitsmüll auf dem Roten Planeten: Nachdem bereits die Orbiter der im Abstand von zehn Tagen gestarteten Raumsonden „Mars 2“ und „Mars 3“ außer Kontrolle geraten waren, zerschellte auch das Landemodul von „Mars 2“. Der Lander von „Mars 3“ konnte zumindest für einige Sekunden Bilder von der Marsoberfläche zur Erde schicken, fiel dann aber ebenfalls aus. Das erste erfolgreiche Absetzen eines Landemoduls dürfen die Amerikaner sich auf die Fahnen schreiben, die im Sommer 1976 mit Viking 1 und Viking 2 sogar einen Doppel-Triumph feiern konnten; beide Mars-Lander blieben über mehrere Jahre hinweg in Betrieb. ...

Sie möchten wissen, wie es weitergeht?

Als c't-Plus-Abonnent gratis lesen

Anmelden als c't-Plus-Abonnent

weiterführende Links

Anzeige