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LESEPROBE

Netzverkehrslenkung

Policy-based Multipath-Routing – das Beste aus zwei Welten nutzen

Praxis & Tipps | Praxis

Die Welt könnte so einfach sein – beispielsweise wenn es überall nur eine Sorte von Internet-Anschlüssen gäbe. Doch es gibt nun mal schnelle mit knappem Übertragungsvolumen und langsame mit viel Übertragungsvolumen. Vor allem in der DSL-Diaspora entscheiden sich Nutzer daher für den Einen und vermissen dann die Vorzüge des Anderen. Das muss nicht sein. Wir stellen ein Verfahren vor, mit dem man das Beste aus beiden Welten vereint.

Die Internet-Versorgung abseits der Glasfaser- und VDSL-Strecken bessert sich zwar langsam, aber noch nicht ausreichend. Man kann zwar nunmehr in vielen zuvor weißen Flecken flinke LTE-Anschlüsse bekommen, aber die Tarife sind durch knappes Übertragungsvolumen gedeckelt, sodass es schon nach einigen Betriebssystem-Updates, ein bisschen Mail- und Surfverkehr noch vor Monatsende aufgebraucht sein kann.

Eine Alternative könnten prinzipiell Satelliten-Anschlüsse ohne Fair-Use-Richtlinie sein, wie sie etwa die Internet Agentur Schott ins Programm aufgenommen hat (Sat Speed Flat, 10 MBit/s Uplink, 2 MBit/s Downlink, 55 Euro monatlich). Bei näherer Betrachtung muss man dabei aber doch einige Nachteile in Kauf nehmen: Die Signallaufzeit ist bei allen Sat-Anschlüssen weitaus länger als bei Mobilfunk- und kabelgebundenen Anschlüssen. Das liegt an der Anbindung über einen Satelliten im Orbit, zu dem das Signal erstmal rauf muss, bevor er es auf die Erde zur Kopfstation hinabschickt. Erst dort werden die Datenpakete ins Internet eingespeist. Im Schnitt braucht es so mindestens 600 Millisekunden, bis man eine Antwort von einem Ziel in Deutschland bekommt. An DSL-Anschlüssen kommen solche Antworten bereits nach deutlich unter 50 Millisekunden an. ...


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