Schnell und sparsam

Solid-State Disks ab 65 Euro

Test & Kaufberatung | Test

Die besten SATA-6G-SSDs erzielen Höchstleistungen, sind aber sehr teuer und bringen ihr theoretisches Potenzial bei typischer Arbeit am PC oder Notebook nur selten auf die Straße. Exemplare mit besonders günstigem Preis pro Gigabyte sind zwar langsamer, arbeiten oft aber auch stromsparender.

Einen Porsche kauft man nicht nur wegen seines Aussehens, sondern auch wegen der enormen Leistung. Letzteres bringt wenig, wenn man meistens im Stadtverkehr unterwegs ist: Ähnlich verhält es sich bei Solid-State Disks, bei denen sich hohe Leistung in großen IOPS-Zahlen ausdrückt, also in vielen Ein- und Ausgabeoperationen pro Sekunde. Je mehr IOPS eine SSD bewältigt, desto kürzer sind die Zugriffszeiten und desto schneller lassen sie Programme starten – zumindest theoretisch. In der Praxis spürt man bei typischer Arbeit am PC oder Notebook jedoch keinen Unterschied, ob eine SSD nun 100 000 IOPS oder nur 30 000 IOPS schafft. Bei manchen Super-SSDs dauert der Windows-Start länger als mit vermeintlich langsameren Exemplaren [1].

Die von den Herstellern beworbene höchstmögliche IOPS-Zahl erreichen SSDs typischerweise nur dann, wenn sie mit bis zu 32 Aufgaben gleichzeitig jonglieren. Im Servereinsatz kommt das häufiger vor, beim Betrieb im PC oder Notebook aber eher selten. Hier sind es im Alltag oftmals nur drei oder vier Threads, die eine SSD gleichzeitig abarbeiten muss – und das schaffen fast alle aktuellen Modelle ähnlich schnell, sodass man keinen Unterschied zwischen Exemplaren mit mehr oder weniger IOPS spürt. Gleiches gilt für die sequenzielle Übertragungsgeschwindigkeit: Ob eine SSD nun 500 oder 350 MByte/s schafft, spielt in den meisten Fällen gar keine Rolle, denn wenn man keine zweite SSD im Rechner hat, lassen sich Daten allenfalls in den Arbeitsspeicher mit der Höchstgeschwindigkeit übertragen. Anders ausgedrückt: Mit besonders vielen IOPS und MByte/s verhält es sich wie mit dem Porsche im Stadtverkehr: Ein Großteil der Leistung liegt brach. Insofern spricht nichts dagegen, auch zu langsameren SSDs zu greifen, wenn sie denn deutlich billiger sind. ...

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