Verwerter und Verteiler

Die GEMA im Kreuzfeuer der Kritik

Wissen | Recht

Vom stillen Sachwalter der Musikautoren ist die Verwertungsgesellschaft GEMA zum Politikum geworden. Kritiker erregen sich nicht nur über die geplante Anhebung der Tarife, sondern auch über mangelnde Anpassung an die digitale Realität. Der Streit mit YouTube geht zulasten des Publikums und die Open-Music-Szene will der Gesellschaft mit Alleinvertretungsanspruch Konkurrenz machen.

Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) treibt stellvertretend für Komponisten, Textdichter und Verlage Gebühren für jede öffentliche Musikaufführung ein – von der Diskothek bis zur musikalischen Warteschleife einer Telefonanlage. Momentan ist die GEMA bekannter als viele ihrer rund 64 000 Mitglieder: Nicht nur Club- und Diskothekenbesitzer befinden sich seit Monaten in einer PR-Schlacht mit der Verwertungsgesellschaft um die neuen Tarife, auch Schützenfeste und Karnevalsveranstaltungen wären zu schmerzhaften Umstellungen gezwungen.

Die Frankfurter Rundschau nennt die GEMA den „ungerechtesten Verein“ Deutschlands. Auch Politiker nehmen an der hitzigen Diskussion teil: Der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister etwa kritisiert das „einseitige Durchsetzen einer neuen Tarifstruktur“ und stellt gar staatliche Eingriffe zur Disposition. ...

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