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Mehrtägiger E-Mail-Ausfall

Ein Totalausfall hat das E-Mail-System von Alice fünf Tage lang lahmgelegt. Alle Nutzer von Alice-Mail-Adressen mussten zwischen Mittwoch, 15., und Sonntag, 19. August auf den Service komplett verzichten. Ab Montagmorgen konnten die Anwender wieder Mails per Webfrontend, IMAP, POP3 und SMTP abrufen und verschicken.

Während des Ausfalls konnten E-Mails nicht zugestellt werden und gingen, falls der einliefernde Server aufgab, mit einer Fehlermeldung zurück an den Absender. Ältere Mails, die auf den Servern lagerten, waren von dem Fehler nicht betroffen.

Telefónica kündigte an, der Fehlerursache auf den Grund zu gehen. Einer Klärung bedürfe insbesondere die Frage, warum das komplett redundant ausgelegte System durch den Ausfall eines Registrierungsservers und die Verkettung einiger unglücklicher Umstände lahmgelegt werden konnte. (uma)

Klage für anonyme SIM-Karten

Die Brüder Patrick und Jonas Breyer, zwei als Bürgerrechtler engagierte Juristen, haben beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) eine Beschwerde gegen das Vertriebsverbot für anonyme Mobilfunk-SIM-Karten in Deutschland eingereicht. Ein solches existiere nur in einem Drittel der EU-Mitgliedsstaaten, argumentieren sie, offensichtlich sei es für eine effektive Strafverfolgung nicht notwendig. Das Bundesverfassungsgericht erklärte zwar Teile der Novelle des Telekommunikationsgesetzes für verfassungswidrig, nicht jedoch den Identifizierungszwang bei SIM-Karten.

Patrick Breyer sieht in der Zwangserfassung der Daten des Anschlussinhabers eine „Gefährdung der freien und unbefangenen Kommunikation“, die für eine Gesellschaft unverzichtbar sei. Beispielsweise für Presseinformanten oder psychologische, medizinische oder juristische Beratung könne Anonymität essenziell sein. (uma)

Restriktiveres API bei Twitter

Twitter hat in einem Eintrag auf seinem Entwickler-Blog angekündigt, dass die Version 1.1 des API spätestens ab März 2013 nur noch per OAuth authentifizierte Zugriffe gestatten werde. Außerdem werde die Anzahl der Aufrufe pro REST-URL von bisher 350 auf maximal 60 pro Stunde herabgesetzt.

Anwendungen, die mit User Tokens arbeiten, benötigen ab 100 000 Nutzern eine Genehmigung von Twitter, die das Unternehmen möglicherweise verweigert, wenn es seine Geschäftsinteressen beeinträchtigt sieht. Anwendungen, die die Marke bereits geknackt haben, sollen aber nicht ausgesperrt werden.

Die Entwickler haben laut Twitter nun sechs Monate Zeit, ihre Anwendungen umzustellen. Die Änderungen sollen vor allem mehr Unternehmensanwendungen ermöglichen. Bei den Anbietern von Twitter-Clients sorgte die Ankündigung für ein gemischtes Echo. Während die einen schon das Ende zahlreicher Anwendungen befürchteten, gaben sich andere gelassen. (uma)

Abmahnungen gegen gewerbliche Facebook-Seiten

Rechtsanwalt Hans-Werner Kallert von der Kanzlei HWK aus Maxhütte-Haidhof hat im Auftrag der Firma Binary Services GmbH aus Regenstauf eine unbekannte Anzahl gewerblicher Betreiber von Facebook-Seiten wegen eines angeblichen Verstoßes gegen die Impressumspflicht abgemahnt. Als Beleg dient ein Screenshot, der allerdings nur einen Ausschnitt der jeweiligen Seite zeigt, was anhand der ebenfalls abgebildeten Scrollbalken am rechten und unteren Bildrand erkenntlich ist.

Grund der Abmahnung ist möglicherweise die Unterbringung des Impressums in der Timeline – eine in der Tat umstrittene Vorgehensweise. Schwierig ist es auch, das Impressum bei Facebook so anzulegen, dass es sich auf mobilen Endgeräten leicht wahrnehmen lässt. Mit der Abwehr der Abmahnung befasste Rechtsanwälte raten bereits öffentlich dazu, die Unterlassungserklärung nicht unmodifiziert abzugeben. Als Streitwert setzt HWK 3000 Euro an; die Abmahngebühren betragen 265,70 Euro. (hob)

Kartenterminal fürs Handy

Kobil Systems hat ein universelles Chipkartenterminal für iOS- und Android-Smartphones entwickelt. Als Schnittstelle nutzt es statt proprietärer Anschlüsse die einheitliche Audiobuchse für Headsets. Neu für diese Geräteklasse ist außerdem eine integrierte Tastatur zur sicheren PIN-Eingabe. Kleine Händler oder beispielsweise Taxifahrer sollen damit preisgünstig Zahlungen mit Debit- und Kreditkarten entgegennehmen können.

Kobil stellt außerdem ein SDK für die App-Entwicklung unter iOS und Android zur Verfügung. Damit lassen sich verschlüsselte Verbindungen zwischen Kartenterminal und dem SSMS-Server (Smart Security Management System) von Kobil aufbauen. Der Server kann jedes individuelle Terminal eindeutig identifizieren. SSMS dient als Endpunkt zu den Systemen des Payment-Providers. (ad)

Genehmigungsstau bremst LTE-Ausbau

Bei der Genehmigung von mehreren Tausend Anträgen für LTE-Basisstationen ist es zu Verzögerungen gekommen. Das räumte die Bundesnetzagentur ein. Der neue Vodafone-Deutschland-Chef Jens Schulte-Bockum hatte sich in einem Brief bei der Behörde beschwert. Die Bundesnetzagentur plant nun, Personal aufzustocken und besonders wichtige Anträge für Basisstationen vorrangig zu bearbeiten. Eine Basisstation darf erst dann in Betrieb genommen werden, wenn eine schriftliche Genehmigung dafür vorliegt. Aus Sicht von Vodafone wird das Erreichen der Breitband-Ziele der Bundesregierung durch den Antragsstau verzögert. (uma)

E-Mail-Blockade durch stillgelegte Blacklist

Die bereits seit 2008 nicht mehr funktionstüchtige Anti-Spam-Blacklist DSBL macht noch einmal von sich reden. Offenbar fragen immer noch Mailserver diese Blacklist ab, obwohl sie schon viele Jahre offiziell stillgelegt ist. Bislang hatte sich DSBL neutral verhalten und auf sämtliche Anfragen die automatisierte Auskunft gegeben, dass der Absender nicht als Spam-Versender bekannt sei.

Vor kurzem aber begann das System damit, alle abgefragten E-Mails als verdächtig zurückzumelden. Bei der Einbindung von Blacklists rächen sich Nachlässigkeiten mitunter mit Verspätung. In der Vergangenheit fielen bereits SecuritySage und ORDB lange nach der offiziellen Einstellung des Betriebs durch ähnliches Verhalten auf. Administratoren sollten deshalb gelegentlich prüfen, ob die eingesetzten Blacklisten noch in Betrieb sind, und inaktive Listen unverzüglich aus der Konfiguration des E-Mail-Servers nehmen. (uma)

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