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Amazon bringt neue E-Book-Reader und erstmals Tablets nach Deutschland

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Bei den Lesegeräten mit E-Ink-Display folgt der Kindle Paperwhite mit verbessertem und beleuchtetem Display dem Kindle Touch. Den einfachen Kindle hat Amazon in Details überarbeitet. Das Tablet Kindle Fire wird künftig in vier Varianten ausgeliefert, die kleineren davon kommen endlich auch nach Deutschland.

Das Kindle-Tablet Fire HD mit einem Android-Unterbau soll ab Oktober in Deutschland ausgeliefert werden.

Das Kindle Fire ist das einzige Tablet in den USA, das nach dem iPad überhaupt einen nennenswerten Marktanteil erzielen konnte. Das liegt wohl auch am Medienangebot von Amazon, das nicht nur wie bei anderen Android-Tablets Musik, Bücher und seit Kurzem Filme umfasst, sondern auch TV-Serien, Magazine und Zeitschriften. Nun kommen einige Fire-Modelle auch nach Deutschland, doch wie groß das Medienangebot sein wird, lässt sich noch nicht abschätzen. Einen ersten Eindruck mag für Magazine Amazons Kindle-Liste sowie für TV und Spielfilme der Video-on-Demand-Bereich von Lovefilm.de geben (siehe auch c’t 19/12, S. 110).

Die zweite Tablet-Generation nennt Amazon Kindle Fire HD. Die 7-Zoll-Variante (1280 × 800 Pixel) wiegt 400 Gramm, soll 11 Stunden laufen und hat einen HDMI-Ausgang zur Ansteuerung von Fernsehern. Eingebaut sind ein Zweikern-Prozessor (OMAP 4460 mit 1,2 GHz), 11n-WLAN, aber kein UMTS, USB oder SD-Slot. Man kann es für 200 Euro mit 16 GByte und für 250 Euro mit 32 GByte kaufen, die Auslieferung beginnt am 25. Oktober.

Die zweite Variante des Kindle Fire HD mit 8,9-Zoll-Display kommt vorerst nur in die USA. Das Display zeigt 1920 × 1200 Punkte und soll im Sonnenlicht vergleichsweise gut lesbar sein. HDMI, 11n-WLAN und Zweikern-Prozessor sind ebenfalls eingebaut, optional LTE. Die Preise liegen zwischen 300 und 600 US-Dollar.

Vom in Deutschland nicht erschienenen Kindle Fire (ohne HD) verkauft Amazon ebenfalls ab 25. Oktober eine etwas erweiterte Version für 160 Euro. Es hat ein 7-Zoll-Display mit 1024 × 600 Punkten, 8 GByte Flash, einen Zweikernprozessor und WLAN.

Amazon hat die komplette Android-Oberfläche und die meisten der Android-Apps ausgetauscht. So kauft man Apps, Musik, Videos und andere Inhalte in den entsprechenden Digitalshops von Amazon. Dessen App Shop hat viele, aber nicht alle der im Google Play Store erhältlichen Apps im Programm. Amazon setzt strengere Richtlinien als Google an und überprüft eigenen Angaben zufolge alle Apps auf Stabilität und Sicherheit. Der Lesefortschritt, aber auch die Spielstände von Android-Spielen werden auf Amazon-Servern gespeichert und zwischen Geräten synchronisiert. Eltern können über „Kindle FreeTime“ Profile für ihre Kinder einrichten und darüber deren Nutzungszeit einschränken. Amazon-CEO Bezos betonte die wichtige Rolle dieser Infrastruktur: „Die Leute wollen keine Gadgets mehr, sie wollen Services“, so Bezos, „und der Kindle Fire ist ein Service.“

Schwarzweiß-Lesegeräte

Beim neuen Kindle Paperwhite hat Amazon vor allem das E-Ink-Display verbessert: Es zeigt einen deutlich besseren Kontrast als das der Vorgänger, der bisher grauem Umweltpapier ähnelnde Hintergrund soll nun wie weißes Papier wirken. Außerdem zeigt das Display nun 1024 × 768 Punkten (212 dpi). Neu ist die Hintergrundbeleuchtung, die (wie bei allen Tablets und aktuellen Notebooks) mit LEDs am Display-Rand arbeitet. Die Helligkeit soll man sehr fein einstellen können, und auch mit angeschalteter Beleuchtung soll der Akku acht Wochen halten.

Bei der Software gibt es ebenfalls Neuerungen: So lässt sich beispielsweise der Text feiner justieren und statt des Lesefortschritts kann man sich auch anzeigen lassen, wie viel Zeit man schätzungsweise noch braucht, bis man das Buch oder das Kapitel zu Ende gelesen hat. In den verschiedenen Ausstattungen kostet der Paperwhite in den USA 120 US-Dollar und aufwärts, ein Deutschlandstart ist noch nicht geplant.

Schon ausgeliefert wird hingegen eine überarbeitete Version des kleinsten Kindle, die nun für 79 Euro erhältlich ist. Er soll schneller blättern und mehr Schriftarten bieten. Bedient wird er nicht per Touch, sondern weiterhin per Tasten am Displayrand. Das bessere Display des Paperwhite bekommt er nicht. (mho)

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