Server-Zwerg

Server-Mainboard für ECC-Speicher im Mini-ITX-Format

Test & Kaufberatung | Test

Ein kleiner Server braucht ein kompaktes, sparsames und bezahlbares Mainboard – wie Intels S1200KP. In dessen LGA1155-Fassung passt nicht bloß ein teurer Xeon-Prozessor, sondern stattdessen auch ein Celeron, Pentium oder Core i3.

Was ein „richtiger“ Server ist, darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Für viele Einsatzbereiche reicht jedenfalls ein einzelner Dual- oder Quad-Core-Prozessor im Verbund mit bis zu 16 GByte ECC-SDRAM, zwei Gigabit-Ethernet-Buchsen, vier SATA-Ports und einem Erweiterungssteckplatz für PCI-Express-Karten. Beim S1200KP bringt Intel diese Funktionen auf einem quadratischen Mini-ITX-Mainboard mit bloß 17 Zentimetern Kantenlänge unter. Billig ist es aber nicht, zumal man noch zu einem Xeon der Baureihe E3-1200 greifen muss, wenn man mehr als zwei CPU-Kerne wünscht: Intel verbietet die Kooperation des Server-Chipsatzes C206 mit einem Core i5 oder Core i7. Erlaubt sind hingegen die Dual-Cores der LGA1155-Baureihen Core i3, Pentium oder Celeron – schließlich wollen Server-Hersteller wie Dell, Fujitsu, HP oder Lenovo mit Kampfpreisen werben.

Auf einem C206-Mainboard kann auch ein Billigprozessor ECC-SDRAM anbinden, also Single-Bit-Speicherfehler ausbügeln. Das S1200KP protokolliert solche Korrekturen im Firmware-Speicher, das Setup zeigt sie im Log. Häufige Pannen deuten auf defekte Speichermodule hin. Anders als ausgewachsene Serverboards reicht das S1200KP diese Information aber nicht per Windows Hardware Error Architecture (WHEA) an das Betriebssystem weiter. Ein Fernwartungs-Chip (Baseboard Management Controller, BMC) fehlt ebenfalls, genau wie ein Grafikchip. Wer bei der Installation oder der Verwaltung des Systems einen lokalen Bildschirm anschließen möchte, braucht eine LGA1155-CPU mit eingebauter GPU. Die GPU-losen Xeons darf man zwar ebenfalls einsetzen, die DVI-I-Buchse funktioniert aber nur mit einem Dual-Core-Prozessor oder jenen E3-Xeons, deren vierstellige Typennummer mit der Ziffer 5 endet, etwa E3-1225, E3-1235 oder E3-1225 V2. Die Kennzeichnung „V2“ steht für Ivy-Bridge-Versionen der Xeons. Sie bieten nur minimale Vorteile gegenüber den älteren Sandy-Bridge-Ausführungen und laufen offiziell erst auf jenen Platinenversionen, die Intel als „DS1200KPR“ kennzeichnet. Bei uns hat es nach einem BIOS-Update auch auf einer älteren Board-Revision (ohne „R“ hinten) geklappt – aber für das Update braucht man einen Sandy-Bridge-Chip … ...

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