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Persona: Universal-Login im Browser

Mit seinem Dienst Persona will Mozilla die Anmeldung bei Websites für Nutzer vereinfachen, sicherer machen und die Privatsphäre wahren. Die erste Beta des Authentifizierungssystems funktioniert bereits in den Browsern vieler Hersteller auf Desktop-PCs, Smartphones und Tablets. Mit einer im Browser aktiven Persona-Identität loggt sich der Nutzer per Klick auf einer Website ein. Im Popup-Fenster wählt er die Identität und bestätigt den Login. Auch mehrere Identitäten sollen möglich sein, wenn man etwa Recherchen über Gesundheitsthemen nicht mit seinem Namen verbinden möchte. Entwickler sollen Persona leicht in ihre Websites einbinden können. Für viele Sprachen und Frameworks gibt es bereits entsprechende Bibliotheken. (rzl)

Google bohrt News auf

Google verzahnt seinen Nachrichtenaggregator Google News stärker mit dem hauseigenen sozialen Netzwerk Google+. Google News soll Artikel, die auf Google+ häufig geteilt und kommentiert werden, prominent unter den anderen Nachrichtenartikeln anzeigen – ein zusätzlicher Anreiz für Verlage und Autoren, sich in Googles sozialem Netzwerk zu engagieren.

Außerdem hat Google ein neues Metatag news_keywords für News vorgestellt, das dem Aggregator helfen soll, Nachrichten besser inhaltlich einzuordnen. Die dort enthaltenen Wörter müssen nirgendwo in der Schlagzeile oder im Artikel vorkommen, sollen aber den Inhalt beschreiben. (jo)

Piraten: Privatkopie als Wahlkampfthema

Die Piratenpartei ist bei ihrem klassischen Thema Urheberrecht in die Offensive gegangen. Ende September stellte der Bundesvorsitzende Bernd Schlömer eine 48-seitige Broschüre vor, in der die Piraten ihre Vorstellungen zu einem „zukunftssicheren, freien und eigenständigen Urheberrecht“ darlegen. Das Papier fasst Ergebnisse vieler von der Partei im vergangenen Frühjahr und Sommer organisierten „Urheberrechtsdialogen“ zwischen Piraten, Nutzern und Urhebern zusammen.

Im Kern stellt die Broschüre Positionen dar, die die Partei bereits auf ihrem Bundesparteitag im Dezember 2011 beschlossen hat. Schlömer machte allerdings deutlich, dass er nun insbesondere die umstrittene Forderung nach einem erweiterten Recht auf Privatkopien in den Mittelpunkt der anstehenden Wahlkämpfe rücken will. Er sehe nichts Gefährliches oder Brisantes an dieser Position: „Deswegen kann man uns nicht verteufeln.“

Wie nach dem Willen der Piratenpartei eine Reform des Urheberrechts aussehen soll, zeigte jüngst der Landesverband Nordrhein-Westfalen. Vorstandsmitglied Daniel Neumann und Rechtsanwalt Udo Vetter stellten einen Entwurf inklusive konkreter Änderungen an bestehenden Paragrafen vor. Wichtigste Neuerung: Paragraf 53 des Urheberrechtsgesetzes, der bislang Privatkopien nur in engen Grenzen erlaubt, soll ausgeweitet werden. Diese sollen auch dann legal sein, wenn das kopierte Werk illegal erworben wurde.

Das soll die Nutzung von Tauschbörsen entkriminalisieren. Es sei „empirisch nicht zu beweisen, dass sich Tauschbörsen negativ auf den Verkauf von Werken auswirken“, lautet die Begründung der Autoren. Rechtsanwalt Vetter fügte hinzu: „Filesharing ist gesellschaftliche Realität“ und es sei „unmöglich, auf lange Sicht Verbote beizubehalten, die nicht mehr dem gesellschaftlichen Konsens entsprechen.“ Mit dieser Argumentation dürften sich die Piraten heftigen Gegenwind von Seiten der Musik- und Filmindustrie in den bevorstehenden Wahlkämpfen einhandeln. (hob)

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