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Gnome 3.6 mit neuer Bedienung

Das Gnome-Projekt hat Ende September das dritte große Update des Gnome-3-Desktops veröffentlicht. Da einige andere Desktops wie Unity und Cinnamon Programme und Funktionen des Gnome-Desktops nutzen, bekommen auch deren Anwender die Neuerungen im Gnome-3-Code zu sehen.

Eine davon betrifft den Dateimanager Nautilus, der beim Start nun die zuletzt verwendeten Dateien anzeigt, was in den Dialogen zum Öffnen von Dateien schon länger Standard ist. Zudem interpretiert Nautilus jede Tastatureingabe, sofern es sich nicht um eine mit einer Funktion belegten Tastenkombination handelt, als Suchanfrage. Es sind allerdings auch einige Funktionen weggefallen, etwa die Zweitansicht in einem eigenen Fensterbereich (Extra Pane) und die kompakte Ansicht.

Über die Systemeinstellungen kann man nun auch Online-Konten für Facebook konfigurieren. Zudem unterstützt Gnome 3.6 Windows-Live-Konten besser, wodurch Gnome-Documents jetzt auf Dokumente bei SkyDrive zugreifen kann. Auch eine Anbindung an ein Active Directory ist nun möglich. Gnome Online Accounts unterstützt außerdem die Exchange Web Services (EWS), sodass sich eine Exchange-Anbindung über die Kontenverwaltung konfigurieren lässt – dies nutzt zum Beispiel der Mail-Client Evolution.

Die Statusleiste der Gnome Shell am unteren Rand ist deutlich größer als zuvor und verhält sich anders: So muss man den Mauszeiger nun für einen Moment am unteren Bildschirmrand stehen lassen oder eine Tastenkombination benutzen, damit die Leiste eingeblendet wird. Sie verdrängt dann den Desktop nach oben und verdeckt so keine Anwendungsfenster.

Außerdem gibt es im Benutzermenü von Gnome 3.6 die Möglichkeit, den Rechner auszuschalten. Der Menüpunkt ersetzt den Eintrag, über den Anwender das System bisher in den Bereitschaftsmodus versetzt haben. Der Bereitschaftsmodus lässt sich trotzdem weiter nutzen, indem man die Alt-Taste festhält, den Einschalt-Taster des Rechners betätigt oder bei einem Notebook einfach den Deckel schließt. Wer Gnome 3.6 ausprobieren möchte, findet auf der Projekt-Homepage ein ISO-Image mit einem Fedora-Live-Linux. Für OpenSuse 12.2 und Ubuntu 12.10 gibt es bereits fertige Pakete (siehe c’t-Link). (mid)

Xen 4.2 erhöht Leistungsgrenzen

In der nach rund 18 Monaten Entwicklungszeit veröffentlichten Version 4.2 des Hypervisors Xen haben die Entwickler die Leistungsgrenzen deutlich nach oben geschraubt: Xen unterstützt nun bis zu 4095 CPUs, kann bis zu 5 TByte RAM verwalten und stellt paravirtualisierten VMs bis zu 512 und vollvirtualisieten VMs bis zu 256 virtuelle Prozessoren bereit. Zudem gibt es mit der neuen Version auch neue Tools – die xm-Befehle haben ausgedient und werden durch „XL“ ersetzt, das bereits mit Xen 4.1 eingeführt wurde. Konfigurationsdateien früherer Xen-Versionen sollten weiterhin funktionieren, darin enthaltener Python-Code wird aber nicht mehr ausgeführt.

Änderungen am Code anderer Projekte wurden mit der Veröffentlichung von Xen 4.2 in deren Entwicklungszweig eingepflegt (Upstream), so haben zum Beispiel die Qemu-Entwickler das Xen-HVM-Device-Modell übernommen. Weiterer Code des Xen-Projekts hat bereits Eingang in den offiziellen Linux-Kernel 3.x gefunden.

Die neue Version steht zusammen mit einer ausführlichen Dokumentation auf der Projekt-Homepage zum Download bereit. Dort erklären die Entwickler auch detailliert, was sich bei den einzelnen Xen-Versionen zwischen 4.0 und 4.2 geändert hat. (ps)

Kernel-Log: Linux-Kernel 3.6 erschienen

Linux 3.6 bringt Unterstützung für hybriden Schlaf, den Windows und Mac OS X bereits länger beherrschen. Dabei wird der Hauptspeicher vor dem Wechsel in den Bereitschaftsmodus (Suspend-to-RAM) auch auf einen Systemdatenträger geschrieben, sodass Rechner wie aus dem Ruhezustand (Suspend-to-Disk) wieder aufwachen, falls die Stromversorgung während des Schlafs unterbrochen wurde. Das Anfang Oktober veröffentlichte Linux 3.6 kann zudem einzelne PCIe-Geräte in den Tiefschlafzustand „D3cold“ versetzen, um im Betrieb die Stromversorgung einzelner Chips komplett zu unterbrechen, wenn sie nichts tun.

Das weiterhin als experimentell gekennzeichnete Btrfs beherrscht jetzt das Begrenzen von Speicherplatz (Quotas) für Subvolumes. Über das neue Userspace-Treiber-Framework VFIO (Virtual Function I/O) kann der Kernel PCI- und PCIe-Geräte an Virtuelle Maschinen durchreichen, die die Geräte mit geringen Latenzen und hohem Datendurchsatz ansprechen können. Schon aus 1996 stammt die Idee zu einer mit Linux 3.6 umgesetzten Funktion, keinen Hard- und Softlinks in Verzeichnissen mit Sticky-Bit (etwa /tmp/) zu folgen, die in ein anderes Verzeichnis führen; diese via Sysctl einschaltbare Funktion unterbindet einen Trick, den Angreifer häufiger einsetzen, um sich höhere Rechte zu verschaffen.

Zu den in einem heise-open-Artikel (siehe c’t-Link) näher erläuterten Neuerungen von Linux 3.6 zählt auch Client-Unterstützung für das maßgeblich von Google-Mitarbeitern entwickelte „TCP Fast Open“ (TFO). Diese experimentelle und von der Internet Assigned Numbers Authority (IANA) noch nicht abgesegnete TCP-Erweiterung soll den Overhead beim Aufbau von TCP-Verbindungen senken, um HTTP-Verbindungen zu beschleunigen. Der serverseitige Code für TFO soll bei Linux 3.7 folgen. Für diese im Dezember erwartete Version liegen bereits viele andere Neuerungen zur Integration bereit, etwa die Unterstützung für 64-Bit-ARM-CPUs. (thl)

Amazon-Shopping-Ergebnisse bei Ubuntu 12.10

Mit der Integration der Unity Shopping Lens in Ubuntu 12.10 hat Linux-Distributor Canonical einen kleinen Proteststurm ausgelöst. Damit liefert die Dashboard-Suche des Unity-Desktops Version 6.6, über die Ubuntu-Benutzer üblicherweise Anwendungen starten oder nach Dokumenten suchen, auch Produkte von Amazons Online-Shop als Ergebnisse. Gibt man etwa LibreOffice als Suchbegriff ein, um das Office-Programm zu starten, werden nun auch LibreOffice-Bücher als Treffer angezeigt.

Mark Shuttleworth verteidigt in einem Blog-Beitrag die Einführung der Shopping Lens als Service für die Anwender. Das Dash sei ein Platz, um nach allem Möglichen zu suchen, eine „Super-Suche“, und sollte „möglichst smarte“ Ergebnisse liefern. Die Einbindung des Amazon-Shops sei nur ein erster Schritt in diese Richtung, persönliche Daten des Benutzers würden aber nicht an Amazon übermittelt. Auch werde keine Werbung angezeigt – man erhalte lediglich die Ergebnisse, die man auch bei einer Suche nach dem gleichen Begriff auf Amazons Website sehen würde. Amazon habe man ausgewählt, weil viele Ubuntu-User auch Amazon-Kunden seien und Amazon für die Integration zahle.

Unter Ubuntu 12.10, das am 18. Oktober fertig sein soll, lässt sich die Shopping Lens über die Paketverwaltung entfernen, indem man das Paket unity-lens-shopping deinstalliert. (odi)

Slackware 14 ist fertig

Die Entwickler der ältesten noch immer gewarteten Linux-Distribution Slackware haben nach 17 Monaten Arbeit die Version 14 veröffentlicht. Gegenüber der Vorgängerversion 13.37 (lEET) wurden viele zentrale Komponenten aktualisiert, so kommt nun ein Longterm-Kernel auf Basis von Linux 3.2 zum Einsatz. Der X-Server ist X.org 1.12.1, als Desktops stehen standardmäßig Xfce 4.10 und KDE 4.8.5 zur Wahl. Firefox und Thunderbird wurden auf die Version 15.0.1 aktualisiert, das Java Development Kit hingegen ist nicht mehr enthalten – Oracle hatte die Lizenzbestimmungen geändert.

Slackware 14 gibt es auf der Projekt-Homepage für 32-Bit-Systeme auf sechs CD-Images verteilt zum Download, alternativ bieten die Entwickler je ein DVD-Image für 32- und für 64-Bit-Systeme an. (boi)

Red Hat: mehr Umsatz, weniger Gewinn

Red Hat vermeldet für das zweite Quartal des Geschäftsjahrs 2013 eine Umsatzsteigerung von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf nun 323 Millionen US-Dollar (rund 250 Millionen Euro). Der Umsatz bei Software-Subskriptionen stieg sogar um 17 Prozent auf 279 Millionen US-Dollar und macht somit gut 85 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Der Nettogewinn hingegen ist rückläufig, mit 35 Millionen US-Dollar liegt er 12,5 Prozent unter dem Vorjahresergebnis; der Gewinn pro Aktie liegt bei 18 US-Cent. Der Gewinneinbruch sei auf gestiegene Investitionen etwa bei Storage-Anwendungen und die Übernahme zweier kleiner Unternehmen zurückzuführen, erklärte Finanzchef Charlie Peters. (axk)

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