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SoftMaker Office 2012 für Linux

Die neueste Version des Office-Pakets für Linux von Softmaker besteht wie der Vorgänger aus der Textverarbeitung TextMaker, der Tabellenkalkulation PlanMaker sowie der Präsentations-Software Presentations. Der Hersteller will den Umgang mit Microsoft-Formaten weiter verbessert haben: Alle drei Programme sollen alte und neue MS-Office-Dateiformate nicht länger nur lesen, sondern jetzt auch schreiben können.

Neben einer eigenen Rechtschreibkorrektur für 20 Sprachen bringt das Paket zusätzlich die quelloffene Rechtschreibprüfung Hunspell mit, die weitere 38 Sprachen bereitstellt. Zum Nachschlagen deutscher Begriffe sind von Duden das Deutsche Universalwörterbuch sowie das Große Fremdwörterbuch dabei. Für Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch greift die Software auf aktuelle Ausgaben von vier Langenscheidt-Wörterbüchern zurück. SoftMaker Office 2012 für Linux ist für rund 70 Euro erhältlich, ein Upgrade kostet 40 Euro. Eine 30-Tage-Testversion ist nach einer Registrierung kostenlos verfügbar. (lmd)

Secure-Boot-Ansatz der Linux Foundation

Die Linux Foundation und ihr Technical Advisory Board (TAB) haben ein Konzept zum Start von Linux auf Systemen mit UEFI Secure Boot vorgestellt. Es setzt auf den einfach gehaltenen Pre-Bootloader „Loader“, den die Linux-Foundation mit einem Microsoft-Schlüssel signieren lassen will; weil typische Secure-Boot-PCs den zugehörigen Verifikationsschlüssel von Microsoft mitbringen, sollen sie den Loader bei aktivem Secure Boot als vertrauenswürdig einstufen und problemlos ausführen.

Genau wie der bei Fedora, Suse oder Ubuntu vorgesehene Pre-Bootloader Shim soll auch der Mini-Loader der Linux Foundation einen vollwertigen Bootloader wie Grub 2 starten, der dann Linux oder andere Betriebssysteme aufruft. Dieser vollwertige Bootloader soll beim Ansatz der Foundation allerdings nicht signiert werden. Damit der Mini-Bootloader der Linux Foundation nicht unautorisiert Schadcode ausführt, fragt er den Anwender beim Start des Systems, ob der dem zweiten Bootloader vertraut.

Damit der Anwender die Frage nicht bei jedem Start beantworten muss, soll der Pre-Bootloader der Linux Foundation die Bestätigung bei der Firmware hinterlegen können. Laut Beschreibung muss diese dazu in den Setup Mode geschaltet werden; die dazu nötige Schritte unterscheiden sich zwischen Mainboards und ihren UEFI-Implementationen allerdings erheblich. Das ist einer der Gründe, warum sich Suse eine Erweiterung für Shim ausgedacht hat, um Verifikationsschlüssel in einer MOK (Machine Owner Keys) genannten Datenbank direkt bei Shim zu hinterlegen; die soll der Anwender aktualisieren können, ohne das UEFI-Setup (das UEFI-Äquivalent zum BIOS-Setup) aufrufen zu müssen. Diese Erweiterung ist kürzlich in Shim integriert worden und soll auch bei Fedora genutzt werden. Welcher dieser Wege sich wo durchsetzt und ob alles so funktioniert, wie sich die Entwickler der verschiedenen Ansätze es ausmalen, werden die kommenden Monate zeigen müssen. (thl)

Open-Source-3D-Treiber mit OpenGL-3.1-Unterstützung

Die Version 9.0 der von vielen Linux-Distributionen standardmäßig genutzten Grafikbibliothek Mesa 3D unterstützt mehr Grafikchips als ihr Vorgänger und entlockt einigen GPUs (Graphics Processing Units) mehr Grafikleistung. Der Mesa-3D-Treiber für die Grafikkerne moderner Prozessoren von Intel beherrscht nun etwa OpenGL 3.1 und achtfaches Multi-Sample Anti-Aliasing (8x MSAA). Neu ist auch Basis-Unterstützung für Intels Haswell-Prozessoren, die im ersten Halbjahr 2013 erwartet werden und die aktuelle CPU-Generation Ivy Bridge beerben sollen. In den Treiber und die ihn umgebende Infrastruktur sind zudem Änderungen eingezogen, die zusammen mit Valve, dem Betreiber der Spieleplattform Steam, entwickelt wurden; sie sollen Darstellungsfehler beim derzeit vom Valve auf Linux portierten Spiel Left 4 Dead 2 beseitigen und dessen Performance verbessern.

Der 3D-Treiber für die Radeon-Grafikkerne beherrscht in der neuen Mesa-Version MSAA bei den GPUs der Radeon-HD-Modelle 5430 bis 7670. Der Treiber spricht jetzt auch den Grafikkern in AMDs Trinity-Prozessoren an (A-Serie mit 5000er-Nummern) und unterstützt bei modernen Radeon-Chips nun auch OpenGL 3.0. Letzteres gilt auch für den von den Nouveau-Entwicklern vorangetriebenen 3D-Treiber für Grafikchips von Nvidia, der zu Mesa 3D gehört. Zudem wurde der 3D-Suppport für neuere GeForce-GPUs verbessert; selbst für einige der Grafikchips aus der noch jungen Kepler-Generation (600er-Reihe) bietet der Treiber jetzt grundlegende 3D-Unterstützung. Sie ist allerdings auf einen Linux-Kernel 3.5 und derzeit noch auf eine Firmware angewiesen, die man dem proprietären Treiber umständlich entlocken muss.

Für Radeon-HD-Grafikchips der Southern-Islands-Generation (7750 bis 7970) liegt jetzt der Treiber Radeonsi bei; er ist noch unfertig und gilt noch nicht als reif für Anwender. Das gilt ähnlich auch für die neue Mesa-3D-Komponente Clover, mit deren Hilfe Mesa 3D via OpenCL angelieferte Berechnungen dem Grafikchip aufbürden kann; auch die dafür nötige Unterstützung in den Treibern für neuere GeForce- und Radeon-GPUs ist noch im Anfangsstadium.

Als komplett gilt ab Mesa 3D 9.0 hingegen die Infrastruktur, um über das VDPAU-Interface angelieferte MPEG1- und MPEG2-Videos mit Hilfe der Shader beschleunigt wiederzugeben. Genau wie Clover lässt sie sich nur mit Treibern nutzen, die wie jene für GeForce- und Radeon-GPUs auf dem Mesa-3D-Bestandteil Gallium 3D aufbauen; das ist beim Intel-Treiber nicht der Fall.

Mesa 3D 9.0 ist ein „Development Release“; auf Stabilität bedachte Anwender sollen laut Release Notes bei der älteren Version bleiben. Viele der in nächster Zeit erwarteten Linux-Distributionen werden Version 9.0 mitliefern; darunter auch das parallel zum Erscheinen dieser c’t erwartete Ubuntu 12.10. (thl)

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