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Team Fortress 2 für Linux?

Eine Änderung am Content Description Record (CDR) des Comic Action Shooters Team Fortress 2 vom 24. Oktober lässt vermuten, dass es das Spiel auch für den Linux-Client von Valves Spiele-Plattform Steam geben wird: In der Zeile der unterstützten Betriebssysteme taucht nun ein Pinguin-Symbol auf.

Das bereits 2007 vorgestellte und inzwischen kostenlos erhältliche Spiel hat Valve im Laufe der Jahre mit zusätzlichen Items ausgestattet und außerdem einen neuen Spielemodus „Man vs. Machine“ eingeführt.

Die Liste der Spiele, die bereits einen Pinguin in ihrem Content Description Record führen, ist mittlerweile recht lang und enthält viele beliebte Titel wie „Red Orchestra: Ostfront 41-45“, „Serious Sam 3: BFE“ und „Limbo“. Hinzu kommen bereits unter Linux verfügbare Spiele wie „World of Goo“, „Rochard“ oder „Cubemen“.

Bei Redaktionsschluss befand sich der Steam-Client für Linux noch im internen Beta-Test, anschließend soll ein nicht-öffentlicher Betatest mit rund 1000 Teilnehmern stattfinden. Einen Veröffentlichtungstermin für den Linux-Steam-Client hat Valve noch nicht genannt. (lmd)

Wayland mit stabilem API

Kristian Høgsberg hat die Version 1.0 des Grafiksystems Wayland veröffentlicht, das unter Linux mittelfristig das X Window System (X11) ablösen soll. Trotz der vollen Versionsnummer ist Wayland noch nicht reif für den Endbenutzer, es wird noch an der Anpassung der Toolkits Qt und Gtk+ gearbeitet – wichtiger ist, dass es ab der Version 1.0 keine inkompatiblen Änderungen mehr am API von Wayland geben soll, sodass die Toolkit-Entwickler und auch die Entwickler von Compositoren wie Kwin, Compiz und Mutter eine stabile Schnittstelle haben, auf der sie aufbauen können.

Wayland soll die Grafikarchitektur von Linux erheblich vereinfachen: Über die Wayland-Backends der Toolkits kommunizieren die einzelnen Anwendungen nun direkt mit dem Compositor, der für die Berechnung des Gesamtbilds inklusive Fensterrahmen und 3D-Effekten verantwortlich ist. Das Ergebnis reicht der Compositor dann über Mesa 3D direkt an den Grafiktreiber im Kernel weiter. Beim X Window System läuft die Kommunikation zwischen Anwendungen und Compositor sowie zwischen Compositor und Hardware stets über den X-Server und dessen Grafiktreiber.

Mit XWayland lassen sich auch X11-Anwendungen unter Wayland nutzen. Dazu wird im Hintergrund ein X-Server gestartet, der die Grafik an den Wayland-Compositor weiterleitet. Mit der für März 2013 geplanten Version 1.14 könnte das zugehörige Wayland-Backend bereits in den X-Server einziehen. (odi)

Apache OpenOffice auf Top-Level

Apache OpenOffice.org ist offiziell zum Top-Level-Projekt der Apache Software Foundation (ASF) erhoben worden. Damit hat die freie Office-Suite den Incubator-Status verlassen, der für alle Projekte vorgeschrieben ist, die zur Apache Software Foundation wechseln. So will die ASF sicherstellen, dass alle Code-Spenden rechtlich einwandfrei sind und sich die Entwicklergemeinden an die Richtlinien der Foundation halten.

Das OpenOffice-Projekt kann auf eine lange Geschichte zurückblicken: 1990 von Star Division gegründet, wurde die Code-Basis 1999 von Sun Microsystems aufgekauft und unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht. Die Lizenzbedingungen waren allerdings umständlich und die Entwicklung wenig transparent, da die meiste Arbeit bei Sun stattfand. Als Oracle 2010 Sun aufkaufte und damit OpenOffice.org übernahm, entschloss sich ein Teil der Entwickler, den Fork LibreOffice ins Leben zu rufen und unter der LGPLv3 zu veröffentlichen. Oracle übergab daraufhin den Quellcode der Apache Software Foundation, wo das Projekt in Apache OpenOffice umbenannt und schließlich unter der Apache License 2.0 veröffentlicht wurde. (lmd)

Open-Source-Grafiktreiber für Raspberry Pi

Die Raspberry-Pi-Foundation hat einen Open-Source-Grafiktreiber für den Mini-Computer auf ARM-Basis veröffentlicht. Man wolle darauf hinarbeiten, dass der Code in den Hauptentwicklungszweig des Kernels aufgenommen wird.

Der Maintainer des Grafik-Subsystems des Linux-Kernels, Dave Airlie, hält davon jedoch nichts. Er bezeichnete den Quellcode als unnütz, weil der eigentlich wichtige Grafik-Code als Binär-Blob auf dem Grafikkern arbeite und der Open-Source-Treiber lediglich die Schnittstellen bediene. Man könne keine Fehler beheben, neue Funktionen einbauen oder einen Mesa-Treiber für den Grafikkern schreiben. Insofern würde der Treiber für den Grafikkern nichts bringen und der Code nicht in die offiziellen Kernel-Quellen aufgenommen. (mid)

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