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Linuxcon Europe: Torvalds lobt Android

In einem Podiumsgespräch, das Mitte November auf der Linuxcon Europe in Barcelona stattfand, äußerte sich Linus Torvalds zu Android und dem steigenden Durchschnittsalter der Kernel-Entwickler. Ähnlich wie der Android-Kernel hätten sich vor Jahren auch die Distributionskernel von Red Hat oder Suse an einigen Stellen stark vom offiziellen Linux-Kernel unterschieden. Wenn Millionen Anwender das System nutzen, dann müsse Android etwas richtig gemacht haben. Die Linux-Entwickler hätten daher im letzten Jahr viele der Android-spezifischen Erweiterungen integriert oder Lösungen entwickelt, die vergleichbare Funktionen bieten; bei einigen Erweiterungen sei der Prozess noch im Gang.

Der Linux-Vater appellierte an die Zuhörer, die in Vorbereitung befindlichen Kernel-Versionen häufiger auszuprobieren; speziell auf „untypischer“ Hardware, die Kernel-Entwickler nicht jeden Tag verwenden, seien mehr Tests nötig. Torvalds wünschte sich zudem mehr weibliche Kernel-Entwickler. Das steigende Durchschnittsalter der Kernel-Entwickler bereitet ihm dagegen keine Sorgen, denn es gebe massenweise junge Programmierer, die Verbesserungen beisteuerten und teilweise in die Kernel-Community hineinwüchsen.

Laut den Veranstaltern hatten die Linuxcon Europe und parallel abgehaltenen Konferenzen zu Embedded-Linux, Gluster, Yocto sowie KVM & oVirt mehr Besucher als im Vorjahr. Dreißig Unternehmen informierten Linuxcon-Besucher an kleineren Informationsständen. Geprägt war die Konferenz allerdings durch Vorträge, die sich vornehmlich an System-Administratoren und Entwickler richteten. Gleich mehrere Sprecher lieferten Informationen zu Cloud-Themen, Ressource-Management oder Virtualisierung. Im Vortrag zu Secure Boot wurde bekannt, dass die Linux Foundation es noch nicht geschafft hat, den von ihr entwickelten Mini-Bootloader signieren zu lassen, damit Secure-Boot-Hardware ihn als vertrauenswürdig einstuft. Storage-Entwickler erklärten in einer Diskussionsrunde, dass Bcache bald in den Kernel einziehen solle – mit der Technik lässt sich eine SSD als Zwischenspeicher für Festplatten verwenden, um den Zugriff auf häufig benutzte Daten zu beschleunigen.

Zum Start der Konferenz gab die Linux Foundation bekannt, dass HP vom Gold- zum Platinum-Mitglied aufsteigt – dem höchsten und mit den größten Mitgliedsbeiträgen verbundenen Level, den das Konsortium anbietet. Citrix ist jetzt nicht mehr Silber-, sondern Gold-Mitglied; zudem traten die im Cloud-Bereich aktiven Unternehmen Cloudscaling, CloudSigma, Cloudsoft und DreamHost der Foundation bei. Die hat eine IDC-Studie veröffentlicht (siehe Link), wonach die befragten amerikanischen Unternehmen, die hausintern bereits Cloud-Server nutzen, den Anteil dieser Server in zwei Jahren von nahezu 15 auf knapp 35 Prozent erhöhen wollen; dadurch soll der Anteil von Cloud-Servern in der eigenen Infrastruktur dann auf demselben Niveau liegen wie virtualisierte und echte (Bare-Metal-)Server. (thl)

Mandriva wird „Moondrake“

Die Entwickler der bisher als Mandriva Linux bekannten Distribution haben die zweite Alpha-Version unter dem Namen Moondrake GNU/Linux veröffentlicht. Projektleiter Per Øyvind Karlsen erklärte allerdings, dass noch nicht entschieden sei, ob es bei diesem Namen bleibe. Bereits im Sommer hatten die Mandriva-Macher beschlossen, dass die Community-Distribution einen neuen Namen erhalten und von der OpenMandriva-Stiftung gesteuert werden soll.

Das verspätet freigegebene Moondrake Linux 2012 Alpha 2 trägt den Codenamen „Unnamed Loser“ und liefert einen aktualisierten KDE-Desktop in Version 4.9.2. Das ISO-Image für 32- und 64-Bit-x86-CPUs enthält auch sämtliche Lxde-Pakete. Auch der Installer wurde überarbeitet: Das Installationssystem startet jetzt statt mit Isolinux mit Grub 2. (odi)

OpenSuse 12.2 für ARM-Prozessoren

Die OpenSuse-Entwickler haben Version 12.2 der OpenSuse-Linux-Distribution für die ARMv7-Architektur veröffentlicht, die gegenüber der Vorabversion von Anfang Oktober noch einige Fehlerkorrekturen und Änderungen im Installationsprogramm enthält. Diese Version von OpenSuse 12.2 läuft auf verschiedenen Systems-on-Chip (SoC), darunter Omap3 und Omap4 von Texas Instruments, Nvidia Tegra 2, Marvell Armada XP 510 und i.MX51 von Freescale. Images mit Xfce-Desktop sowie ohne Oberfläche (JeOS) sind für das Beagle Board, Panda Board und Efika MX verfügbar.

In der OpenSuse-Community sind darüber hinaus bereits Versionen für Calxeda Highbank, MX53 Loco, CuBox und Samsung Origen Board entstanden und auch auf dem ARM-Netbook Toshiba AC100 soll OpenSuse 12.2 laufen. Eine Seite im OpenSuse-Wiki liefert Details zur Hardwareunterstützung sowie Links zu Installationsanleitungen für die diversen Plattformen. (odi)

Neuer Release-Plan für Ubuntu

Bei künftigen Ubuntu-Versionen – beginnend mit Ubuntu 13.04 (Raring Ringtail) – sollen sowohl die Alpha-Versionen als auch die erste Betaversion entfallen. Stattdessen wollen die Entwickler nur eine einzige Betaversion rund vier Wochen vor der für den 25. April 2013 geplanten Veröffentlichung der fertigen Version bereitstellen.

Wie Nicholas Skaggs, QA Community Coordinator bei Canonical, auf dem Ubuntu Developer Summit in Kopenhagen erklärte, sollen regelmäßige automatisierte Tests dafür sorgen, dass keine groben Schnitzer übersehen werden. Neben täglich aktualisierten ISO-Images zum Testen sollen alle zwei Wochen Tests stattfinden, um gute Qualität im ganze Release-Zyklus sicherzustellen. Die offiziellen Ubuntu-Varianten können diesem Modell folgen oder den Prozess anders gestalten. (lmd)

AMD entlässt Open-Source-Entwickler

AMD schließt zum Jahresende das bislang in Dresden ansässige Operating System Research Center (OSRC) und hat die 25 dort beschäftigten Entwickler bereits freigestellt. Die hatten in erster Linie an der Linux-Unterstützung für AMDs Server-Prozessoren gearbeitet, aber auch Kernel-Erweiterungen und Treiber für die verwandten Desktop- und Notebook-CPUs programmiert. Einige Entwickler haben auch an den Virtualisierungslösungen KVM und Xen mitgewirkt oder mit Red Hat und Suse zusammengearbeitet.

AMD entlässt durch die Schließung nahezu alle Entwickler, die in letzter Zeit wichtige Änderungen zur Unterstützung der eigenen Prozessoren und Chipsätze in Linux integriert haben; die Schließung erfolgt im Rahmen eines weltweiten Stellenabbaus, der die Mitarbeiterzahl um 15 Prozent reduzieren soll. Die Abteilung, die sich um Open-Source-Treiber für Grafikkerne von Grafikkarten oder AMDs Accelerated Processing Units (APUs) kümmert, ist aber weder von der Schließung noch von den Entlassungen betroffen. (thl)

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