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Linux Mint 14

Gut einen Monat nach Veröffentlichung von Ubuntu 12.10 hat das Linux-Mint-Projekt die Version 14 ihrer von Ubuntu abgeleiteten Linux-Distribution fertiggestellt. Abgesehen vom Wechsel der Distributionsbasis auf die neue Ubuntu-Version gab es nur wenige Änderungen. Die wichtigsten betreffen den Desktop, so haben die Mint-Entwickler den von Gnome 3 bekannten Dateimanager Nautilus durch den Nautilus-Fork Nemo ersetzt, der einige umstrittene Neuerungen des Gnome-3-Dateimanagers nicht enthält. Ebenfalls neu ist, dass sich die einzelnen Workspaces auf dem Desktop benennen lassen.

Auch bei der Paketverwaltung gab es eine tiefgreifende Änderung: Linux Mint 14 benutzt im Software Manager nicht länger den APT-Daemon über den D-Bus, um Programme nachzuinstallieren oder zu löschen, sondern bringt einen eigenen APT-Client mit. Davon versprechen sich die Mint-Entwickler mehr Stabilität.

Auf manchen Rechnern mit Intel-Grafik kann Linux Mint 14 allerdings Probleme bereiten, da anstatt des Intel-Treibers mit 3D-Beschleunigung llvmpipe zum Einsatz kommt: Hier wird die CPU stark belastet. Das lässt sich jedoch über die X.org-Konfigurationsdatei beheben, Details dazu findet man in den Release Notes (siehe c’t-Link). Linux Mint 14 steht in den Desktop-Varianten Cinnamon und Mate jeweils für 32- und 64-Bit-x86-Prozessoren auf der Projektseite zum Download. (odi)

KDE 4.10 Beta und neue Anwendungen für Gnome 3

Ein neuer Print Manager ist die auffälligste Neuerung der ersten Beta-Version des kommenden KDE 4.10. Sie soll die Einrichtung von Druckern und die Verwaltung von Druckaufträgen vereinfachen. Zudem gibt es eine neue Bildschirmsperre, die flexibler und sicherer sein soll als die bisherigen. Außerdem haben die KDE-Entwickler die Unterstützung von Farbprofilen erweitert, so können nun auch im Plasma Window Manager und beim Bildbetrachter Gwenview Farbkorrekturen mit Hilfe von Farbprofilen vorgenommen werden.

Wie üblich ist die Beta-Version noch nicht für den produktiven Einsatz bestimmt, zeigt aber schon sehr konkret, wie KDE 4.10 aussehen wird, wenn es wie geplant am 23. Januar 2013 veröffentlicht wird. Bis dahin sind noch eine weitere Beta-Version sowie zwei Release Candidates geplant.

Beim kommenden Gnome 3.8 bemühen sich die Entwickler derzeit um die Integration diverser Gnome Shell Extensions in den Standard-Desktop, darunter eine Taskleiste und ein Anwendungsmenü, die zur Darstellung einer Gnome-2-ähnlichen Oberfläche benötigt werden. Die Auslagerung dieser Funktionen in die Gnome Shell Extensions brachte bislang das Problem mit, dass es nach Erscheinen einer neuen Gnome-Version stets einige Zeit dauerte, bis die Extensions angepasst waren.

Durch die Integration der Funktionen in den Standard-Desktop soll gewährleistet werden, dass die wichtigsten Erweiterungen stets aktuell sind. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund wichtig, dass es ab Gnome 3.8 keinen Fallback-Modus mehr geben wird, den bislang viele Anwender nutzten, um weiterhin eine Gnome-2-artige Bedienoberfläche zu haben.

Außerdem stehen neue Anwendungen auf dem Plan, die bestimmte Inhalte – Dokumente, Fotos, Musik, Videos und Downloads – direkt in der Gnome Shell präsentieren. Sie sollen allerdings nicht den Dateimanager ersetzen. Weitere geplante Funktionen sind eine leistungsfähige Suche und eine Cloud-Anbindung. (mid)

Gentoo veröffentlicht unabhängigen Udev-Fork

Das Gentoo-Projekt hat einen Udev-Fork namens Eudev veröffentlicht. Die Code-Basis von Eudev ist der Udev-Code aus einer aktuellen Variante des Systemd, den das Gentoo-Projekt nicht unter dem Dach von Systemd pflegen und weiterentwickeln will. Eine der ersten Neuerungen ist, dass Eudev nun auch Systeme starten kann, wenn das Verzeichnis /usr zur Bootzeit nicht eingebunden werden kann. Linux-Distributionen, die statt Systemd weiterhin Upstart oder SysV-Init für die Systeminitialisierung verwenden, sind auf ein unabhängig von Systemd funktionierendes Udev angewiesen. Der Udev-Code ist zwar in den Quellen von Systemd enthalten, lässt sich aber auch einzeln übersetzen. (mid)

München spart mit Limux Millionen, Freiburg bricht Migration ab

Die Einsparungen durch die Limux-Migration sind sehr viel größer als bisher angenommen: Das Limux-Projekt hat eine Vergleichsrechnung vorgelegt, wonach die Stadt München durch die Limux-Migration bislang über elf Millionen Euro eingespart hat. Noch im März 2012 hatte Oberbürgermeister Christian Ude die Einsparungen auf rund vier Millionen Euro geschätzt.

Grundlage für den Vergleich waren die Kosten, die bisher für die Umstellung von rund 11 000 Arbeitsplätzen auf Linux sowie für die Einführung von OpenOffice auf insgesamt 15 000 Rechnern angefallen sind. Demgegenüber stellten die Projektverantwortlichen die Kosten von technisch ebenbürtigen Windows-Systemen, einmal mit Microsoft Office und einmal mit OpenOffice. Dabei wurden auch ein Upgrade der Rechner auf Windows 7 und die daraus resultierenden Anschaffungskosten für neue Hardware berücksichtigt.

Das teuerste Szenario war laut dem Vergleich Windows 7 in Kombination mit Microsoft Office: Hierfür wären bis zum September 2010 Kosten von insgesamt 11,6 Millionen Euro aufgelaufen – allein fünf Millionen Euro hätte man für Hardware-Upgrades im Zuge des Umstiegs auf Windows 7 ausgeben müssen. Mit Windows 7 und OpenOffice würden rund 7,4 Millionen Euro anfallen, die Abkehr von Microsoft Office hätte bereits gut vier Millionen Euro eingespart. Für die Limux-Migration sind lediglich Kosten in Höhe von 270 000 Euro angefallen, insbesondere weil laut Limux-Projekt weder Software-Lizenzen noch Updates bezahlt werden mussten und auch keine Hardware-Upgrades erforderlich waren.

Während München mit Linux und OpenOffice Millionen spart, hat der Gemeinderat der Stadt Freiburg die Rückkehr zu Microsoft Office beschlossen. Damit folgte der Getmeinderat der Empfehlung eines externen Gutachtens und revidierte seinen Beschluss aus 2007, in dem OpenOffice als Nachfolger von Microsoft Office 2000 und das ODF-Format als Standard-Dateiformat für die Verwaltung festgeschrieben wurden.

Timothy Simms, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen im Freiburger Gemeinderat, erklärte die Ratsentscheidung in einem Interview so, dass in Freiburg tatsächlich keine Migration auf OpenOffice erfolgt sei. Stattdessen habe die Verwaltung weiter ein parallel installiertes MS Office 2000 genutzt. Die gesamte Verwaltung habe dem Gemeinderat geschlossen dargelegt, ohne MS Office gar nicht arbeitsfähig zu sein. Zudem sei die Verwaltung mit der IT unzufrieden gewesen, was im Laufe der Zeit auf OpenOffice abgefärbt habe. OpenOffice wird nun dem Gutachten folgend durch Microsoft Office 2010 ersetzt. (mid)

Upstart 1.6: Updates ohne Rechner-Neustart

Die Upstart-Entwickler haben die Version 1.6 ihres Event-basierten Init-Daemons veröffentlicht. Die wichtigste Neuerung ist, dass Upstart künftig aktualisiert werden kann, ohne dass ein Neustart des Rechners notwendig wird. Speziell dafür wurde eine „Stateful Re-exec“ genannte Funktion eingeführt.

Upstart ruft einige Dienste bereits während der frühen Bootphase auf, wo lediglich das Initramfs zur Verfügung steht. Wurde der Upstart-Daemon wegen eines Updates beendet und neu gestartet, hatte die neue Instanz des Daemons keine Informationen mehr über den Status dieser früh gestarteten Dienste – sie lassen sich auch nicht nachträglich neu starten. Daher musste bislang nach jedem Upstart-Update der Rechner neu gestartet werden. Stateful Re-exec sorgt in der neuen Version 1.6 dafür, dass die Statusinformationen aller laufenden Dienste bei einem Neustart des Daemons in Folge eines Updates erhalten bleiben, was insbesondere für den Server-Betrieb interessant ist. Die neue Upstart-Version soll unter anderem in Ubuntu 13.04 einfließen, das voraussichtlich am 25. April 2013 erscheint. (mid)

ODF für portugiesische Behörden

Das Open Document Format (ODF) ist bei allen portugiesischen Behörden als einziges noch zulässiges Dateiformat für editierbare Dokumente vorgeschrieben, wie der portugiesische Verband von Open-Source-Unternehmen ESOP berichtet. Damit ist OOXML, das vor allem Microsoft vorangetrieben hat und das von der ISO als Standard akzeptiert wurde, in Portugal außen vor. Microsoft Office beherrscht allerdings auch ODF. Neben ODF dürfen portugiesische Behörden auch die offenen Dateiformate PDF und XML zur Datenspeicherung und -weitergabe nutzen. Die Liste der Dateiformate gibt das Amt für die Modernisierung der Verwaltung heraus.

Der portugiesische Ministerrat im Januar 2012 ein Gesetz verabschiedet, wonach alle Behörden und Verwaltungen bei einer Reihe von Anwendungsgebieten vorzugsweise Open-Source-Software einsetzen müssen. Damit sollen jährlich bis zu 500 Millionen Euro eingespart werden. (mid)

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