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BitTorrent: „Bundles“ als experimentelles Vertriebsmodell

Gemeinsam mit dem Dance-Label „Ultra“ (u. a. David Guetta) experimentiert BitTorrent mit einem neuen Vertriebskonzept. Mit „BitTorrent Bundle“ sollen Künstler ihre Inhalte (Musik, Videos, Fotos, Texte) ohne Umwege an die Fans bringen und direkt an sie verkaufen können. Ein BitTorrent Bundle sei kein Album, sondern Info-Flyer, Shop und Bühne in einem, so BitTorrent im Firmen-Blog.

Unter http://bundles.bittorrent.com steht eine Auswahl solcher Bundles zum Ausprobieren bereit. Auf den mit großen Hintergrundbildern, Logos und Vorschauvideos gestalteten Künstler-Seiten bekommt man im einfachsten Fall per Klick direkt die gewünschte .torrent-Datei zum Download.

Der eigentliche Sinn der Bundles ist jedoch ein anderer: Jedes Bundle ist mit einem Schlüssel verknüpft, der den Link zur Torrent-Datei oder Zusatzinhalten freischaltet, die jeweils über das BitTorrent-Netzwerk übertragen werden. Was der Nutzer tun muss, um an den Schlüssel zu kommen, bleibt dem Anbieter überlassen: Denkbar ist etwa ein Like der Facebook-Fanpage, das Abonnieren eines Newsletter, die Angabe der eigenen Mailadresse, eine Spende oder schlicht eine Bezahlung der Inhalte. Momentan befindet sich das Projekt im Alpha-Stadium – es bleibt abzuwarten, wie das Vertriebsmodell bei Künstlern und Nutzern ankommt. (vza)

Radio-Videotext to go

Terratec erweitert sein Portfolio an DAB+-Radios um eine mobile Version des schon erhältlichen Noxon Journaline. Das ein Kilogramm schwere Kofferradio ist mit einem Akku ausgestattet, mit dem man es laut Hersteller bis zu 16 Stunden unabhängig von der Steckdose betreiben kann. Journaline ist einer der via DAB+ ausgestrahlten Zusatzdienste. Auf dem Grafik-Display des Radios kann man verschiedene Text-Feeds ähnlich dem Videotext-Angebot im TV abrufen. Die Integration des Dienstes erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut IIS.

Derzeit speisen rund ein Dutzend Radiostationen parallel zu ihrem Hörfunkprogramm auch Journaline-Infos ein, darunter alle Programme von Deutschland Radio, Lounge fm, Antenne Bayern, Radio Gong und Charivari. An Terratecs Noxon Journaline mobil lassen sich die Texte nun erstmals auch mobil abrufen. Das Gerät misst 19 Zentimeter × 11,6 Zentimeter × 11,6 Zentimeter und ist mit einem Mono-Lautsprecher ausgestattet. Das Noxon Journaline Mobile kostet 140 Euro. (sha)

YouTube experimentiert mit Bezahlinhalten

Googles Videoportal YouTube setzt seinen Plan um, ausgewählte Kanäle nur noch gegen eine monatliche Abogebühr anzubieten. Konkret sind zunächst rund 50 Angebote betroffen – etwa „Jim Henson Family TV“ (von den Machern der Sesamstraße), „National Geographic Kids“ und „UFC Select“ (über Ultimate Fighting). Die Gebühren liegen je nach Kanal zwischen 1 und 8 US-Dollar; bezahlt wird über Google Wallet. Die Höhe der Abogebühren legen die Kanalbetreiber selbst fest, YouTube erhält 45 Prozent der Einnahmen. Nach YouTube-Angaben soll es jeweils eine zweiwöchige Testphase und verbilligte Jahresabos geben.

Buchen können die Abo-Kanäle bisher nur US-Amerikaner, wer sie aus Deutschland ansteuert, erhält lediglich die Fehlermeldung „Dieser kostenpflichtige Kanal ist in deinem Land nicht verfügbar.“ Die Namen der rund 30 Partner hatte YouTube bis kurz vor Start des Projekts geheim gehalten. Auffällig ist, dass keine großen US-amerikanischen Medienunternehmen wie die Walt Disney Company und Comcast (NBC Universal) auf der Liste stehen, stattdessen findet man eine Reihe von Start-ups.

Nach Angaben von US-Medien wollten mehrere der YouTube-Partner zuvor ihre Angebote als TV-Kanal über Kabel oder Satellit übertragen lassen. Nachdem das nicht geklappt hat, sehen sie in YouTube eine Alternative, um ihr Publikum zu erreichen. Dies nahmen die Medien nun wiederum zum Anlass, um das neue kostenpflichtige On-Demand-Angebot als Konkurrenz für das herkömmliche Pay-TV darzustellen. Ob es dafür reicht, wird sich zeigen müssen.

Sicher erscheint nur, dass YouTube mit dem neuen Bezahlmodell keine Begeisterungsstürme unter den Nutzern auslösen wird. Angeblich soll das Unternehmen seinen Partnern daher zu großer Vorsicht bei der Einführung des Bezahlsystems geraten haben. (nij)

Erster Entwurf für HTML5-Kopierschutz

Das World Wide Web Consortium (W3C) hat einen ersten öffentlichen Entwurf der umstrittenen Encrypted Media Extensions (EME) für HTML5 vorgelegt. EME ermöglichen es Inhalteanbietern, Schnittstellen zum Digital Rights Management (DRM) in HTML5-Player zu integrieren. Google, Microsoft und der Video-on-Demand-Dienst Netflix arbeiten gemeinsam an den Encrypted Media Extensions. Die Verschlüsselungstechnik selbst ist nicht Bestandteil des Entwurfs.

Mit dem neuen Entwurf setzt sich das Webstandardgremium über die Kritiker hinweg, die sich rund um die Free Software Foundation (FSF) versammelt haben. Die von der FSF betriebene Anti-DRM-Kampagne „Defective by Design“ hatte unter dem Motto „We don’t want the Hollyweb“ Unterschriften gegen diesen „katastrophalen Entwurf“ gesammelt; allerdings konnten FSF und befreundete Organisationen nur die Hälfte der erhofften 50 000 Unterstützer mobilisieren.

W3C-Chef Jeff Jaffe verteidigte das EME-Konzept: „Es wird geschützten Content im Web geben“. Bisher greifen Inhalteanbieter für DRM in Multimedia auf Flash oder wie Netflix auf Silverlight zurück. Das W3C wolle keine abgezäunten Bereiche, denn ein wenig Offenheit und Standardisierung sei besser als gar keine.

Google hat EME bereits in Chrome und Chrome OS integriert; Netflix arbeitet derzeit an einem eigenen HTML5-Player. Dieser hängt jedoch außer von EME noch von Media Source Extensions ab, welche die Auslieferung über Content Delivery Networks (CDN) ermöglichen, sowie vom Web Cryptography API, das Hashing und Signaturen in HTML-Inhalte einbringt.

HTML5 wird Flash und Silverlight verdrängen – doch zu deren Erbe zählt eben auch das Digital Rights Management. Das wiederum verträgt sich mit dem in Webstandards verankerten Grundprinzip der Offenheit nicht gut. (heb)

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