Trends & News | News

Mozilla bringt Otoy-Codec in den Browser

Der Streaming-Codec ORBX soll nicht nur für Videoströme taugen, sondern auch für 3D-Objekte und Videos mit höherem Farbraum (bis zu 24 Bit pro Kanal).

Jetzt hat Rendering-Spezialist Otoy den Codec zusammen mit Mozilla als JavaScript-Bibliothek ORBX.js umgesetzt. So soll jeder zu HTML5 kompatible Web-Browser grundsätzlich imstande sein, Videos mit einer Auflösung bis zu 1080p bei 60 Hz wiederzugeben.

Als Voraussetzung nennen Mozilla und Otoy einen Browser mit schneller JavaScript-Implementierung, der WebGL unterstützt. Mozilla will ORBX.js offenbar gegen den derzeit am meisten verbreiteten Standard H.264 positionieren, ähnlich wie es Google derzeit mit VP8/WebM versucht.

ORBX.js bietet zusätzlich die Möglichkeit zur Virtualisierung von Anwendungen. Dank des effizienten Codec sollen sich auf Web-Servern gehostete Desktop-Anwendungen flüssig auf Smartphones und Tablets bedienen lassen. Die Ergebnisse der Benutzereingaben werden direkt in den Browser zurückgestreamt. (ghi)

Grünes Licht für Bestandsdatenauskunft

Der Bundesrat hat den umstrittenen Gesetzentwurf zur Reform der Bestandsdatenauskunft abgesegnet. Das vom Bundestag bereits verabschiedete Vorhaben kann in Kraft treten, wenn es der Bundespräsident unterzeichnet und das Bundesgesetzblatt veröffentlicht hat. Es regelt, unter welchen Bedingungen Ermittler von Bundesbehörden Informationen über Anschlussinhaber wie Name oder Anschrift manuell bei Telekommunikationsanbietern abfragen dürfen.

Erstmals werden davon auch dynamische IP-Adressen erfasst. Provider dürfen demnach die Netzkennungen den Inhabern von Internet-Zugängen automatisiert zuordnen, was einen Eingriff ins Fernmeldegeheimnis darstellt. Die Informationen müssen sie im sogenannten manuellen Auskunftsverfahren an Sicherheitsbehörden herausgeben. Betroffene sollen davon im Nachhinein in Kenntnis gesetzt werden.

Mit richterlicher Genehmigung wird mit dem Gesetz auch der Zugriff auf PINs, PUKs oder Passwörter von Telekommunikationsdiensten, etwa E-Mail-Accounts, erlaubt. Wollen Geheimdienste an derlei „Zugangssicherungscodes“ heran, muss das die zuständige parlamentarische G10-Kontrollkommission absegnen. Datenschützer und Bürgerrechtler wittern vor allem bei diesem Punkt erneut „gravierende verfassungsrechtliche Mängel“, da sich über die Konten auch Zugangsdaten zu sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter herausfinden ließen. Die schleswig-holsteinische Landesregierung räumte zudem ein, dass auch Kennungen für den eigentlich als „vertraulich“ eingestuften De-Mail-Dienst prinzipiell betroffen sein könnten. (Stefan Krempl/hob)

Telekom hält an Drosselplänen fest

Telekom-Chef René Obermann hat die scharf kritisierte Drosselung von DSL-Anschlüssen verteidigt. Es sei fair, wenn Vielnutzer tiefer in die Tasche greifen müssen. Die Telekom hat am 2. Mai einen neuen Passus in die Leistungsbeschreibung zu DSL-Anschlüssen eingefügt, der für alle neuen Verträge gilt. Allerdings soll die technische Umsetzung nicht vor 2016 erfolgen.

Laut Obermann müssen sich Nutzer, die mehr als das jeweilige Inklusivvolumen mit nicht gedrosselter Bandbreite erhalten möchten, auf einen Aufschlag von 10 bis 20 Euro pro Monat einstellen. Ein genauer Preis sei zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht vorhersehbar. Die Mehreinnahmen sollen dazu verwendet werden, Netzausbau-Kosten zu decken. Bis 2016 will die Telekom rund 6 Milliarden Euro in das Festnetz stecken.

Unter dem Motto „Lass Dich nicht erdrosseln“ rief ein Aktionsbündnis zu einer Demonstration gegen die Pläne der Telekom auf. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat die Telekom wegen der Drosselungsklausel in den Verträgen abgemahnt und verlangt, dass der Passus aus den Verträgen wieder gestrichen wird. Die verbleibende Datenrate mache es unmöglich, das Internet zeitgemäß zu nutzen. Die so entstehende Benachteiligung des Verbrauchers sei nicht hinzunehmen.

Die Bundesnetzagentur drängt unterdessen auf mehr Transparenz im Breitbandmarkt. In einem Eckpunktepapier (siehe c’t-Link) zieht die Behörde erste Konsequenzen aus den Ergebnissen einer breit angelegten Nutzerbefragung. Bei Tarifen mit einem begrenzten Volumen oder einer Drosselung nach einem vorgegebenen Verbrauch sollten sich Nutzer jederzeit über den aktuellen Stand des Verbrauchs informieren können. Bei bestimmten Schwellenwerten sollen die Kunden einen Hinweis erhalten. (uma)

Soziale Netzwerke ohne Selbstregulierungskodex

Aus der geplanten Selbstregulierung der großen sozialen Netzwerke in Deutschland wird erst einmal nichts. Facebook, Google, LinkedIn und Xing wollen den Kodex nicht unterzeichnen. Die Initiative ging im September 2011 vom Bundesinnenministerium aus. Die freiwillige Selbstregulierung sollte die Bereiche Datenschutz, Jugendschutz und Verbraucherschutz abdecken. Konkret geht es um Fragen wie die Privatsphäre-Einstellungen, den Schutz von Nichtnutzern bei einem Adressbuchabgleich oder eine mögliche Gesichtserkennung.

2009 hatten sich bereits die deutschen Anbieter StudiVZ (jetzt Poolworks), Lokalisten und wer-kennt-wen.de auf einen gemeinsamen Kodex verständigt. Diese drei Unternehmen haben auch die nun vorliegende Vereinbarung bereits unterzeichnet.

Die Betreiber der großen sozialen Netzwerke haben Bedenken, sich an einer nationalen Regelung zu beteiligen, während der Trend zu einer international einheitlichen Regulierung gehe. „Es liegt in der Natur unserer international ausgerichteten Dienste, dass wir uns nicht in jedem Land an nationalen Programmen zur Selbstregulierung beteiligen können“, erklärte ein Google-Sprecher. (hob)

Artikel kostenlos herunterladen

weiterführende Links

Anzeige