Blickpunkte

Google Glass vs. Datenschutz

Wissen | Recht

Datenbrillen gibt es schon seit Jahren. Mit dem Einstieg von Google gewinnt das Produkt jetzt aber auch an gesellschaftlicher Bedeutung – neue Datenschutzfragen inklusive.

Zwar ist Googles Datenbrille Glass noch ein privilegiertes Gut – bislang hat der Konzern lediglich rund 2000 Exemplare vorrangig an Entwickler ausgegeben –, doch dabei wird es voraussichtlich nicht bleiben: Sinkt der Preis auf ein Niveau, bei dem auch der normale Bürger über einen Kauf nachdenkt, könnte Glass durchaus zu einem Massenprodukt avancieren. Und das wiederum hätte erhebliche soziale Auswirkungen. Denn trotz Millionen von Smartphones, die bereits Glass-Funktionen wie Kamera, Mikrofon und Sensorunterstützung enthalten, ist die Gesellschaft auf im öffentlichen Raum getragene Datenbrillen kaum vorbereitet.

Und berechtigt sind die Ängste der Bürger allemal. Denn wer will schon einen Glass-Spanner neben sich am Kneipen-Pissoir stehen wissen oder ertragen müssen, dass sich rücksichtslose Glass-Nutzer sensiblen Lebensbereichen nähern und dort alles aufnehmen. Denkbar sind auch Situationen, in denen Datenbrillenträger mal eben im Vorübergehen Formulare mit sensiblen persönlichen oder wichtigen Firmendaten filmen. Natürlich kann das unter Umständen heute auch mit einfachen Smartphones geschehen – aber je unauffälliger Datenbrillen mit der Zeit werden, umso größer das Risiko. Und wie will man eigentlich mit Personen umgehen, die ihre Datenbrille „gefitted“, also an individuelle Kurz- oder Weitsichtigkeiten angepasst haben. Soll man künftig das Absetzen der Brille vorschreiben dürfen? ...

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