Für Werkshalle und Wohnzimmer

Neue Maschinen und Software für 3D-Druck und 3D-Scans

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Auf den parallelen Messen RapidTech und FabCon 3D gaben viele neue 3D-Drucker ihr Debüt – die Begegnung von Industrieprofis mit der FabLab-Szene und privaten 3D-Druck-Interessenten sorgte jedoch auch für Zündstoff.

Mit einem günstigen 3D-Drucker kann jeder fast beliebige Dinge aus Kunststoff selbst herstellen. Das begeistert Enthusiasten, bei manchen Profis weckt es aber Bedenken: „Man kann mit dem Schichtverfahren der 3D-Drucker keine Produkte fertigen, weil man keine Garantien darauf geben kann“, meint Carl Fruth, Chef der Firma FIT und Fabrikant des 3D-Druckers fabbster. Gesetze dazu gäbe es nun mal, die könne man nicht ignorieren, insistierte Fruth bei der Auftakt-Podiumsdiskussion zur FabCon mit dem Titel „3D-Druck – Industrielle Revolution oder Spaß für’s Wohnzimmer?“ Seiner Ansicht nach könnte es beispielsweise kein Waschmaschinenhersteller dulden, dass sich seine Kunden selbst Ersatzteile drucken – und zwar aus Haftungsgründen. Gerade in solcher Eigeninitiative sahen aber die Vertreter der 3D-Druck-Community auf dem Podium das Potenzial der Technik. Florian Horsch, der auch die FabCon mit organisiert hat, strich die Bedeutung der Open-Source-Community heraus. Die habe nach Auslaufen des Patents für das sogenannte Fused-Deposition-Modeling-Verfahren (FDM) die 3D-Technik demokratisiert und sei besonders bei der Software-Entwicklung Motor der Innovation. Auch das sieht Fruth anders: „Open Source ist nur wegen des damit verbundenen Ansehens attraktiv.“ Innovation koste aber Geld, und deshalb seien die Maschinen auf der Profi-Messe RapidTech deutlich teurer als die, die man auf dem Szene-Treff FabCon zu sehen bekomme.

Licht oder Hitze

Video: Neue günstige 3D-Drucker auf der FabCon 3D

Bei einem Messerundgang zeigte sich allerdings, dass in der RapidTech-Halle die Software-Hersteller und Dienstleister rund um den schnellen Prototypenbau und die Kleinserienfertigung mit additiven Verfahren wie Lasersintern, Laserschmelzen oder Stereolithografie das Bild dominierten. Die Zahl der ausgestellten Maschinen hielt sich dagegen in Grenzen. Die deutsche Firma Rapid Shape führte ihr neues 3D-Druckermodell S30 vor, das Objekte mit einer Grundfläche von maximal 50 mm × 31 mm und bis zu 40 mm Höhe aus Kunstharz erzeugt, das durch das Licht eines eingebauten LED-Beamers schichtweise ausgehärtet wird. Der S30 kostet mit Steuern 10 353 Euro inklusive Software, die auch die Anwendung netfabb Studio zum Aufbereiten von 3D-Objekten umfasst. Die minimale Auflösung ist mit etwa 20 Mikrometern weit feiner als die der günstigen FDM-Maschinen. ...

Autodesk kauft Tinkercad

Noch vor sechs Wochen hieß es, der beliebte kostenlose 3D-Konstruktionswebdienst Tinkercad würde eingestellt (c’t 10/13, S. 28) – jetzt kam die Entwarnung: Wie auf der Bastlermesse Maker Faire im kalifornischen San Mateo bekannt wurde, hat Autodesk den ursprünglichen Betreibern die Domain und die Technik von Tinkercad abgekauft, um den Webdienst weiterzuführen und weiterzuentwickeln. Die erste Änderung: Auch mit einem kostenlosen Benutzerkonto kann man jetzt beliebig viele Modelle im Browser bauen und speichern sowie 3D-Datensätze im STL-Format und 2D-Vektorgrafiken im SVG-Format importieren. Gratis bekommt man außerdem Zugang zu sogenannten ShapeScripts, mit denen sich Formen über die Eingabe von Parametern modellieren lassen. Für das erweiterte kostenlose Konto soll man sich laut Webseite allerdings nur für „begrenzte Zeit“ in dieser Form registrieren können – nähere Angaben fehlen. Derzeit ist es nicht möglich, ein neues kostenpflichtiges Abo für Tinkercad abzuschließen, was in der Vergangenheit beispielsweise den kommerziellen Einsatz gestattete oder Teamfunktionen freischaltete. Bestehende Abos laufen momentan weiter, sollen ihre Inhaber aber drei Monate lang nichts kosten. (pek)

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Weitere Bilder

  • Am Stand von Fabbster gab es auch Drucke zu sehen, deren Oberfläche durch Acetondämpfe geglättet wurden – ein Trick aus dem Internet.
  • Der niederländische Hersteller Colorfabb zeigte farbenfrohes Druckmaterial für FDM-Drucker.

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