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Yahoo kauft Tumblr und peppt Flickr auf

Yahoo kauft den Microblogging-Dienst Tumblr für 1,1 Milliarden US-Dollar. 117 Millionen Nutzer betreiben auf der schnell wachsenden Plattform 109 Millionen Blogs mit 51 Milliarden Postings. Beliebt ist Tumblr vor allem bei einer jungen, stark internetaffinen Zielgruppe – mit der sich Yahoo offenbar verjüngen will. Tumblr hält sich bisher sehr mit Werbung zurück. Anzeigen erscheinen nur in den Dashboards, in denen angemeldete Benutzer ihre Postings schreiben. Damit sich die Übernahme lohnt, müsste Yahoo künftig mehr Werbung schalten.

Etliche Nutzer kritisieren den Deal, weil sie befürchten, dass sich dadurch der Charakter der Plattform ändern könnte. Ein zukünftiges Konfliktthema etwa dürfte der Umgang mit nicht jugendfreiem Material sein: Während Yahoo ein „sauberes Umfeld“ für Werbetreibende benötigt, pflegt Tumblr vor allem in Sachen Pornografie eine Laissez-faire-Politik. Yahoo-Chefin Marissa Mayer betonte jedoch, Yahoo wolle Tumblr „nicht versauen“. Der 25-jährige Tumblr-Gründer David Karp soll die Firma für die nächsten vier Jahre als unabhängige Yahoo-Tochter führen.

Nur wenige Tage nach dem Tumblr-Kauf hat Yahoo nach einem Medienbericht ein Gebot für den Videodienst Hulu abgegeben. Bei Hulu können sich Nutzer in den USA TV-Sendungen und Filme online ansehen. Einen großen Teil des Programms gibt es kostenlos und werbefinanziert, für einige Inhalte muss man zusätzlich bezahlen. Der Dienst gehört derzeit drei großen US-Medienkonzernen: Disney, Rupert Murdochs News Corp. und Comcast.

Umgebaut hat Yahoo seine Tochter Flickr. Die Fotosharing-Site bietet jedem Mitglied ab sofort 1 TByte kostenlosen Speicherplatz für Bilder und Videos an. Flickr hat das Layout der Seite überarbeitet und die Fotos mehr ins Zentrum gerückt. Ein Actitvity Feed sammelt Aktionen der Kontakte und Aktivitäten im Fotostream des Nutzers.

Die Account-Struktur wurde ebenfalls überarbeitet. Der kostenfreie „Free“-Account wird über Werbung finanziert, die man aber für 50 US-Dollar pro Jahr abschalten kann (Ad Free). Für 500 US-Dollar im Jahr gibt es darüber hinaus noch ein weiteres TByte Speicherplatz (Doublr). Den Pro-Account bietet Yahoo nicht mehr an, bestehende Pro-Nutzer können ihr Abo aber vorerst verlängern. (jo)

Chrome 28 blinkt

Die aktuelle Beta von Google Chrome enthält keine WebKit-Engine mehr: Chrome 28 läuft unter Windows, Mac OS, Linux, Chrome OS und Android erstmals auf Grundlage der WebKit-Abspaltung Blink. Erste damit verbundene Änderung ist ein in Threads aufgespaltener HTML-Parser, der kleine Performance-Verbesserungen bringen soll.

Mit dem neuen Fullscreen-API können Webseiten die Browser-Menüzeile ausblenden, um sich auf dem gesamten Bildschirm auszubreiten. Die Nachrichten, die Chrome im Betriebssystem anzeigen kann (unter Windows beispielsweise in der Taskleiste) ersetzt Google durch das neue API Rich Notifications – vorerst jedoch nur unter Windows und Chrome OS. Chrome 28 für Android erhält zudem eine rudimentäre Unterstützung für WebGL, die der Anwender unter about:flags aktivieren muss.

Als stabil gilt derweil Chrome 27. Auch diese Version verspricht gegenüber dem Vorgänger kleine Verbesserungen in der Geschwindigkeit – in diesem Fall durch den neuen Scheduler, der die Downloads der in einer Webseite eingebundenen Elemente anstößt. Web-Entwickler können mit dem auf dem W3C-Standard File-API fußenden syncFileSystem-API anwendungsspezifische Daten bei Google Drive sichern und synchronisieren. Außerdem schließt Chrome 27 einige Sicherheitslücken. (heb)

Petition für Netzneutralität

Binnen vier Tagen und damit fast in Rekordzeit hat eine Bundestagspetition für Netzneutralität die erforderliche Zahl von 50 000 Unterstützern gefunden. Hauptpetent Johannes Scheller fordert darin den Bundestag auf, „ein Gesetz zu beschließen, das Internetanbieter (‚Provider’) verpflichtet, alle Datenpakete von Nutzern unabhängig von ihrem Inhalt und ihrer Herkunft gleich zu behandeln. Insbesondere sollen keine Inhalte, Dienste oder Dienstanbieter durch diese Provider benachteiligt, künstlich verlangsamt oder gar blockiert werden dürfen.“

Damit will Scheller ein Zwei-Klassen-Internet verhindern, das anderenfalls drohe. Die Kontrolle, auf welche Dienste und Inhalte Nutzer zugreifen, gleiche einer „Zensur aus wirtschaftlichen Aspekten“. Als Beispiel führt Scheller die heftig umstrittenen Pläne der Telekom an, das Monatsvolumen für alle Festnetztarife zu begrenzen, bei Erreichen dieser Grenze den Anschluss im Up- und Downstream auf nur 384 kBit/s zu drosseln und das eigene TV-Angebot „Entertain“ von dieser Beschränkung auszunehmen. Unterstützer können die Petition noch bis 18. Juni über das Online-Petitionsportal des Deutschen Bundestags zeichnen (siehe c’t-Link). (uma)

Internet-Notizen

Sipgate stellt den Telefoniedienst „Sipgate One“ ein. Als Grund gibt der Provider Probleme bei der Zusammenschaltung der Netze an.

Vodafone will noch in diesem Jahr Telekom-VDSL-Anschlüsse unter eigenem Namen vermarkten. Ab 2014 will das Unternehmen auch Vectoring-Anschlüsse anbieten.

Die Telekom hat einen Pilotversuch, Neubaugebiete per Funk statt per Kabel zu erschließen, eingestellt. Kritiker hatten eine Verschlechterung der Qualität befürchtet.

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