Trends & News | News

Mageia 3 mit KDE 4.10

Die Community-Distribution Mageia setzt seit 2010 die Mandriva-Tradition eines benutzerfreundlichen Linux-Desktopsystems fort, indem sie einen gut vorkonfigurierten KDE-Desktop mit leistungsfähigen Konfigurationswerkzeugen verbindet. Die neue Version 3 bringt vor allem aktualisierte Software: Kernel 3.8, X.org 7.7, KDE 4.10, Gnome 3.6, Firefox 17 ESR, LibreOffice 4. Als Bootmanager steht jetzt Grub 2 zumindest zur Auswahl – Standard ist allerdings immer noch Grub 0.97. UEFI unterstützt Mageia 3 nicht, sodass auf aktuellen Rechnern der CSM-Modus aktiviert werden muss, um die Distribution zu booten – das macht den Parallelbetrieb mit einem via UEFI bootenden Windows 8 äußerst umständlich.

KDE 4.10 ist im Stil eines traditionellen Desktops eingerichtet: Dateien und Programme lassen sich direkt auf der Arbeitsoberfläche ablegen, der Startknopf öffnet ein klassisches Startmenü in KDE-3-Manier mit einer nach Kategorien sortierten Liste der verfügbaren Anwendungen. Über das Kontextmenü lässt sich auf den „Kickoff-Stil“ umstellen, der dann auch eine Suchfunktion bietet. Von den fortgeschrittenen KDE-4-Funktionen wie der semantischen Suche mit Nepomuk ist in Mageia nichts zu sehen – das hält das System schlank und schnell.

Eine Besonderheit in Mageia ist das Kontrollzentrum, dessen Name Drakconf noch auf den Ursprung der Distribution – den Mandriva-Vorgänger Mandrake – verweist. Ähnlich wie Yast in (Open)Suse bietet Drakconf zahlreiche Module zur Softwareverwaltung sowie Hardware- und Systemkonfiguration. Dazu gehört die Kindersicherung Drakguard, die Zeitbegrenzungen für den Internetzugriff und eine Filterung anstößiger Webseiten einrichtet. Bei Aktivierung der Kindersicherung werden die benötigten Programmpakete Squid und Dansguardian automatisch eingespielt.

Die Mageia-Entwickler haben sich bemüht, Überschneidungen zwischen den Funktionen des Mageia-Kontrollzentrums und den KDE-Systemeinstellungen aus dem Weg zu räumen: So startet das Netzwerk-Icon im KDE-Panel das Mageia-Netzwerktool, die Konfiguration der Netzwerkverbindungen wurde aus den KDE-Systemeinstellungen entfernt. Einige Dinge wie Tastatur-Layout, Bildschirmauflösung oder die installierten Programmpakete lassen sich allerdings in beiden Tools konfigurieren, ohne dass offensichtlich ist, welches zu bevorzugen ist.

Mageia verwendet Programmpakete im RPM-Format; neben dem GUI-Tool Rpmdrake stehen mit den URPM-Tools die klassischen Mandrake-Kommandozeilenwerkzeuge zur Softwareverwaltung zur Verfügung. Auch das Programm msec, das regelmäßig die Sicherheitseinstellungen im System überprüft und seine Ergebnisse im Mageia-Kontrollzentrum kundtut, stammt noch aus alten Mandrake-Zeiten. (odi)

Fedora 18 für Raspberry Pi

Mit Pidora 18 gibt es nun einen speziell auf den Raspberry Pi angepassten Fedora-18-Klon. Der Original-ARM-Portierung von Fedora 18 fehlen aus Lizenzgründen einige Treiber für die Hardware des Raspberry Pi, weshalb sich das Fedora-Projekt gegen die Veröffentlichung eines speziellen Images für den Mini-Computer entschied. Anwender mussten deshalb zu Fedora 17 greifen.

Nach Angaben der Entwickler stehen unter Pidora 18 fast alle Pakete des Fedora-Projekts zur Verfügung, wobei die Software speziell für die Hardware des Raspberry Pi kompiliert worden sei. Zudem soll es einen grafischen Konfigurationsassistenten geben. Pidora wird mit dem Fedora ARM Installer installiert oder man kopiert das Image (siehe c’t-Link) direkt auf eine SD-Karte und startet den Mini-Computer damit. (mid)

PostgreSQL 9.3 hat Beta-Status erreicht

Die Version 9.3 von PostgreSQL nähert sich ihrer Fertigstellung, die Entwickler haben die erste Beta-Version der freien Datenbank veröffentlicht. Entwickler und auch Benutzer sind nun aufgerufen, die neue Version zu testen, um vor dem Release noch möglichst viele Fehler aufzuspüren und abzustellen.

Bei PostgreSQL 9.3 haben die Entwickler das JSON-Interface (JavaScript Objekt Notation) deutlich erweitert, was vor allem Web-Anwendungen zugute kommt, die dieses Format häufig für den Datenaustausch zwischen Web-Browser-Client und Server nutzen. JSON-Funktionen waren erst mit PostgreSQL 9.2 eingeführt worden, später kamen einige neue Funktionen aus Version 9.3 als Backport hinzu. Für PostgreSQL 9.3 wurde der JSON-Parser komplett umgeschrieben und um ein neues API ergänzt. Mit einer Veröffentlichung von PostgreSQL 9.3 ist noch in diesem Jahr zu rechnen, für die Finalisierung von PostgreSQL 9.2 Beta benötigten die Entwickler 2012 gut vier Monate. (mid)

Debian Squeeze in der Google Cloud

Google hat Debian 6.0 Squeeze zum neuen Standard für virtuelle Linux-Maschinen in seiner IaaS-Cloud (Infrastructure as a Service) Google Compute Engine gekürt. Bisher setzte Google auf das hauseigene Google Compute Engine Linux (GCEL), das auf Ubuntu basiert. Die Google-Cloud ähnelt Amazons EC2-Service, bei dem der Anwender für die Nutzungszeit der virtuellen Maschinen bezahlt. Allerdings ist die Auswahl an Linux-Images bei Google stark eingeschränkt: Während es bei Amazons EC2-Dienst Abertausende sogenannte Amazon Machine Images mit allen nur denkbaren Linux-Distributionen gibt, können Google-Cloud-Nutzer lediglich zwischen Debian 6 Squeeze, dem aktuellen Debian 7 Wheezy und CentOS 6.2 wählen. (odi)

LinuxTag 2013: Nähe schafft Atmosphäre

10 200 Besucher lockte der neunzehnte LinuxTag zwischen dem 22. und 25. Mai zum Messegelände Berlin – gut 2000 weniger als im Vorjahr. Erstmals lagen der Ausstellungsbereich und die Vortragssäle nebeneinander im gleichen Stockwerk der mehrgeschossigen Messehallen. Für das Vortragsprogramm waren gleich zwei Hallen reserviert, während die Stände der Firmen und Projekte in einer Halle und in den Verbindungsgängen zu den Vortragsräumen dicht an dicht standen.

Laut LinuxTag-Direktor Nils Magnus kamen die verkürzten Wege zwischen den Vorträgen und den Ausstellern bei den Besuchern gut an. Auch gegenüber c’t lobten mehrere LinuxTag-Aussteller die bessere Atmosphäre, die sich durch die größere Nähe der Stände und Vortragssäle ergab. Weniger zufrieden waren einige Aussteller des Open-IT Summit, den die Open Source Business Alliance an den ersten beiden LinuxTag-Tagen ausrichtete: Die Partnerveranstaltung fand räumlich getrennt statt, sodass viele LinuxTag-Besucher nicht den Weg dorthin fanden. Insgesamt stellten 46 Firmen sowie 70 Open-Source-Projekte auf dem LinuxTag 2013 aus.

Zu den Highlights des mit gut 200 Beiträgen wie im Vorjahr gut gefüllten Vortragsprogramms gehörte der Statusbericht zum Münchner Limux-Projekt. Laut Projektleiter Peter Hofmann wurde das Ziel von 80 Prozent Linux-Arbeitsplätzen in der Stadtverwaltung München bereits vor einem halben Jahr erreicht; mittlerweile würden 14 200 Rechner mit dem Limux-Client und OpenOffice laufen. Als nächste Schritte stünden unter anderem der Wechsel auf eine neuere Ubuntu-Version und LibreOffice an.

Gleich drei Vorträge drehten sich um den BIOS-Nachfolger UEFI – darunter die Freitags-Keynote, in der Matthew Garrett Details zur Linux-Unterstützung von UEFI Secure Boot erläuterte, an der er als Kernel-Entwickler mitgearbeitet hat. Er erklärte, die Unterstützung der Technik sei sehr wichtig, damit Anwender auch in Zukunft Linux auf beliebigen PCs ausprobieren können. Das Signieren der Bootloader durch Microsoft sei derzeit der beste Weg zur Unterstützung von Secure Boot. In seinem Vortrag und einer späteren Fragerunde kritisierte Garrett allerdings auch einige Aspekte der Technik und das Verhalten einiger Hardware-Hersteller, stellte aber auch Vorteile heraus; so könne man Secure Boot etwa zum Schutz vor Spionage-Software von Regierungen oder Geheimdiensten nutzen.

Der nächste LinuxTag findet vom 25. bis 28. Juni 2014 statt. Auch einen IT-Summit soll es im nächsten Jahr wieder geben. (odi)

Artikel kostenlos herunterladen

weiterführende Links