Trends & News | News

Schneller Richtfunk mit 40 GBit/s

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Festkörperphysik IAF und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben die Datenrate ihrer Höchstfrequenz-Richtfunktechnik gegenüber 2011 verdreifacht: Bei einem Versuch in Karlsruhe konnten sie nun 40 GBit/s über einen Kilometer Distanz übertragen und so nach eigenen Worten einen neuen Weltrekord aufstellen.

Der extrabreite 40-GHz-Funkkanal lag laut Professor Ingmar Kallfass bei 240 GHz Mittenfrequenz, was heute nur durch integrierte Schaltkreise mit High-Electron-Mobility-Transistoren (HEMT) erreichbar ist. Dennoch war die Senderausgangsleistung mit wenig mehr als einem halben Milliwatt (–2 dBm) sehr klein. Erst der hohe Gewinn (55 dBi) der knapp 30 Zentimeter durchmessenden Antennenspiegel ermöglicht die Verbindung über die 1-km-Strecke.

Das per Glasfaser angelieferte Datensignal wird bei dem im Rahmen des Verbundprojekts Millilink entwickelten „Langstreckendemonstrator“ direkt auf einen Mischer gegeben (On-Off-Keying, OOK); das erspart hardware- und energieaufwendiges Umkodieren. Das System arbeitet linear genug, um auch QPSK- und 8PSK-modulierte Signale zu tragen. Damit ist die Beschleunigung auf 80 oder 120 GBit/s nur eine Frage der Zeit. Um auch OFDM-Signale mit 16, 64 oder 256 Stufen (4 bis 8 Bit pro Schritt für 160 bis 320 GBit/s) zu transportieren, müssen die Forscher die Elektronik noch verbessern. (ea)

Online-Petition für Netzneutralitätsgesetz

Die am 21. Mai 2013 zur Mitzeichnung veröffentlichte Online-Petition für ein Netzneutralitätsgesetz konnte bereits nach vier Tagen das Quorum von 50 000 Mitzeichnern erreichen. Damit muss die vom Hauptpetenten Johannes Scheller aufgestellte Forderung nach einer gesetzlichen Verpflichtung der Provider zur Netzneutralität im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages behandelt werden. Scheller bekommt zudem die Gelegenheit, sein Anliegen im Ausschuss vorzutragen und zu verteidigen. Weitere Unterstützer können die Petition noch bis zum 18. Juni 2013 mitzeichnen (siehe c’t-Link).

Die Petition fordert vom Deutschen Bundestag einen Gesetzesbeschluss, der alle Internet-Provider zur Netzneutralität verpflichtet: Sie sollen alle übertragenen Datenpakete unabhängig von ihrem Inhalt und ihrer Herkunft gleich behandeln. „Insbesondere sollen keine Inhalte, Dienste oder Dienstanbieter durch diese Provider benachteiligt, künstlich verlangsamt oder gar blockiert werden dürfen.“ Als Negativbeispiel führt Scheller in der Begründung die jüngsten Pläne der Telekom an: Das Unternehmen begrenzt in den Geschäftsbedingungen für Neukunden seit Anfang Mai das monatlich bereitstehende Datenvolumen für Internet-Dienste mit einer Geschwindigkeitsdrossel, nimmt aber ihre eigenen Dienste von dieser Regel aus. Eine Folge solcher Maßnahmen wäre ein Zwei-Klassen-Internet, erklärt Scheller. (rek)

VPN-Router mit LTE-Mobilfunk und PoE-Speisung

Lancoms neuer VPN-Router 1780EW-4G gelangt per Mobilfunk (LTE, HSPA+, UMTS) ins Internet und verbindet per IPSec-VPN Firmenstandorte. Das Gerät spannt zudem WLANs wahlweise im 2,4- oder 5-GHz-Band mit bis zu 450 MBit/s gemäß IEEE 802.11n auf. Über zwei Gigabit-Ethernet-Schnittstellen baut das Gerät mit einem externen Modem per DSL oder Kabel eine weitere Internet-Verbindung auf oder koppelt ein lokales Netz an.

Bei der Stromversorgung übers LAN-Kabel reicht PoE nach dem herkömmlichen IEEE 802.3af (max. 13 Watt) aber nicht: Das Gerät braucht einen PoE+-kompatiblen Switch (IEEE 802.3at, max. 25 Watt), da er im PoE-Betrieb rund 19 Watt zieht. Ab Werk baut der 1070 Euro teure Router fünf VPN-Tunnel auf, gegen Aufpreis lässt sich das auf 25 aufstocken und auch ein Content-Filter hinzubuchen. (rek)

Erster WLAN-Chipsatz für 11ac mit 4 MIMO-Streams

Quantenna unternimmt einen neuen Anlauf, 4-Stream-MIMO-WLAN zu etablieren: Der jetzt vorgestellte Chipsatz QSR1000 nutzt vier Sender-Empfängerzüge und vier Antennen, um über vier räumliche Datenströme 1700 MBit/s brutto nach dem kommenden WLAN-Standard IEEE 802.11ac im 5-GHz-Band zu erreichen. Quantenna liefert jetzt Musterstückzahlen aus und behauptet, WLAN-Hersteller würden auch schon Client-Adapter damit entwickeln.

Wahrscheinlicher ist aber, dass zuerst anhand des für Entwickler verfügbaren Rapid-Development-Kits QAC2300 konstruierte WLAN-Basen erscheinen, die Multi-User-MIMO unterstützen, also etwa zwei 2-Stream-Clients gleichzeitig bedienen. Denn bisher hatte Quantenna mit seinem 4-Stream-Chipsatz für 11n-WLAN wenig Fortune: Zwar definiert IEEE 802.11n bis zu 600 MBit/s brutto über 4 Streams. Aber auf dem Markt sind bislang keine dazu kompatiblen Produkte erschienen. (ea)

Artikel kostenlos herunterladen

weiterführende Links