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AMD: Jaguar für Microserver Ab sofort verkauft auch AMD spezielle Prozessoren für Microserver, die dank des Cloud-Booms immer häufiger Käufer finden. Opteron X1150 und Opteron X2150 sind mit lediglich 9 beziehungsweise 11 Watt spezifiziert. Damit...

Appliances für automatische Backups

Die Backup-Appliances der US-Firma Unitrends sind über die Softshell AG hierzulande erhältlich, allerdings noch nicht das kleinste System Recovery-172 zur Sicherung für maximal 400 GByte an Daten. Es soll rund 2000 Euro kosten. Die Palette reicht bis zu Rack-Einschüben für 50 TByte. Unitrends liefert Backup-Clients für sehr viele Betriebssysteme, die beispielsweise unter Windows als Dienst laufen und für die automatische Sicherung sorgen. Der Administrator kann viele Parameter zentral verwalten.

Die Unitrends-Systeme sichern auch virtuelle Maschinen automatisch und besitzen eine „Instant Recovery“-Funktion: Notfalls lassen sich Images direkt auf dem Backup-Server als virtuelle Instanz starten, um per Web daran weiterzuarbeiten. (ciw)

SSD-Experte kritisiert Festplatten-Hersteller

In Rechenzentren verdrängt schneller Flash-Speicher langsame Magnetscheiben. Die innovativen PCI-Express-SSDs und Flash-Subsysteme für Big-Data-Anwendungen überließen die Festplatten-Giganten Seagate und WD jedoch lange kleinen Firmen wie Fusion-io, Virident oder Skyera. Einige davon wurden kürzlich von größeren Unternehmen aufgekauft oder kooperieren mit diesen.

Bald steigt das US-Unternehmen DSSD in den Ring. Dahinter steckt der deutschstämmige Sun-Mitbegründer und Milliardär Andreas von Bechtolsheim: Das Firmenregister von Nevada nennt ihn als Director. Zu den führenden Köpfen gehören auch Bill Moore, Jeff Bonwick und Mike Shapiro, die bei Sun das Dateisystem ZFS, die DTrace-Software und Flash-Storage-Systeme entwickelten.

In einem Interview mit dem britischen Online-Dienst The Register äußerte sich Mike Shapiro kritisch über die Zukunft der verbliebenen Festplatten-Hersteller. Sie hätten das gewaltige Potenzial von Flash-Speicher und Solid-State Disks zu lange verschlafen sowie Zeit und Geld mit Fehlentscheidungen verloren. So hätten sich sparsame 2,5-Zoll-Laufwerke für Mobilgeräte nicht etwa als Wachstumsmarkt entpuppt, sondern würden von Flash-Speicher in Tablets und Smartphones verdrängt. Auch schnelle SAS-Disks mit 10 000 oder 15 000 Umdrehungen würden obsolet. Als Magnetspeicher kauften Cloud-Riesen wie Amazon, Google oder Facebook vor allem 3,5-Zoll-Laufwerke mit hoher Kapazität. Wenn es auf Latenz ankommt, käme wiederum Flash zum Einsatz.

Mike Shapiro sprach vermutlich nicht zufällig mit dem Register, sondern mit dem Ziel, die Aufmerksamkeit auf DSSD zu lenken. Bisher gibt es zwar noch keine Produkte und bloß eine nichtssagende Webseite, aber schon eine Reihe von US-Patenten. Demnach beschäftigt sich DSSD etwa mit „multidimensionalem RAID“ sowie einem Konzept zum Speichern von Daten, die sich selbst beschreiben oder über Hash-Fragmente zu finden sind. Letzteres lässt sich möglicherweise für die Deduplizierung nutzen. (ciw)

Cluster-Interconnect mit kurzen Latenzen

Bei Superrechner-Clustern für bestimmte Aufgaben leidet die Performance stark unter der Latenz des Netzwerks, welches die einzelnen Rechenknoten verknüpft. Vorteile versprechen Interconnects, die geringe Latenzen und möglichst direkte Verbindungen zwischen den Nodes erlauben. Die Extoll-Technik der gleichnamigen Firma aus Mannheim ermöglicht eine Verschaltung mit Torus-Topologie ohne Switches sowie mit hoher Bandbreite und minimalen Totzeiten. Die PCI-Express-Karte Galibier besitzt vier Ports für spezielle Extoll-Kabel mit HDI6-Steckern, die jeweils bis zu 16 GBit/s Datentransferrate übertragen. Bald sollen auch optische Kabel namens HD-AOC erhältlich sein, um Strecken von bis zu 100 Metern zu überbrücken.

Herzstück der Galibier-Karten ist ein Virtex6-FPGA von Xilinx; künftig soll ein spezieller ASIC zum Einsatz kommen. Derzeit verkauft Extoll die Karten im Projektgeschäft zum Stückpreis von rund 2500 Euro. Die Firma hat mit Ventoux auch eine Extoll-Karte für die HyperTransport-Steckplätze bestimmter AMD-Opteron-Maschinen im Angebot. (ciw)

AMD: Jaguar für Microserver

Ab sofort verkauft auch AMD spezielle Prozessoren für Microserver, die dank des Cloud-Booms immer häufiger Käufer finden. Opteron X1150 und Opteron X2150 sind mit lediglich 9 beziehungsweise 11 Watt spezifiziert. Damit zielen sie auf dasselbe Marktsegment wie Intels Atom S1200 alias Centerton, der maximal 8,5 Watt schluckt: billige, sparsame und kompakte Maschinen.

Beide X-Opterons besitzen vier CPU-Kerne mit Jaguar-Mikroarchitektur und 2 GHz Taktfrequenz. Beim X2150 ist zusätzlich der eingebaute Grafikprozessor mit 128 Shader-Kernen freigeschaltet. Die Systems-on-Chip mit dem Codenamen Kyoto sind enge Verwandte der Mobilprozessoren Temash und Kabini (siehe S. 84). AMD betont, dass sie dem Atom S1200 überlegen sind: bei Rechenleistung, RAM-Kapazität (zunächst 16, später 32 statt bloß 8 GByte) und bei der integrierten Grafik. Letztere soll sich etwa als Transcoder in Servern für Content-Delivery Networks einspannen lassen. Anders als der Atom unterstützen die Jaguare Advanced Vector Extensions (AVX) und AES-Befehle. Das Kyoto-SoC enthält zudem Southbridge-Funktionen und bindet PCI Express 2.0 (8 Lanes) sowie zwei SATA-6G-Ports und USB (2.0/3.0) an.

Beim ECC-Hauptspeicher erwähnt AMD zwar 32 GByte, aber auch bloß einen Speicherkanal für zwei ungepufferte DIMMs oder SO-DIMMs. Solche Speicherriegel gibt es derzeit mit maximal 8 GByte. Wann UDIMMs mit 16 GByte zu erwarten sind, ist unklar.

Preise für die beiden System-on-Chip-Opterons nannte AMD bisher nicht, aber einen wichtigen Kunden: HP will die Kyoto-APU im ProLiant Moonshot einsetzen, dem dicht gepackten Microserver für Cloud-Rechenzentren. Darin arbeitet bisher der Atom S1200. Die X-Opterons starten aber nur wenige Monate früher als Avoton, Intels zweite Generation von Server-Atoms. Avoton soll noch im zweiten Halbjahr 2013 ebenfalls im Moonshot rechnen, besitzt mehr und deutlich potentere Silvermont-Kerne als der S1200 sowie integrierte Controller für Ethernet und wohl auch SATA und USB. (ciw)


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