Umsatzsteuer-Überraschung

Irritationen über Steuerpflicht im Internethandel

Wissen | Recht

Das deutsche Steuerrecht gilt verdientermaßen als ziemlich kompliziert. Insbesondere die Umsatzsteuer, die beim Handel mit Waren und Dienstleistungen ins Spiel kommt, sorgt häufig für Verwirrung. Anlass können beispielsweise Internet-typische Geschäftsmodelle sein, bei denen mehrere Akteure zusammenarbeiten.

Während im klassischen Tante-Emma-Laden normalerweise kein Zweifel besteht, wer der Verkäufer der ausliegenden Lebensmittel oder Gebrauchsgegenstände ist, werden Waren oder Dienstleistungen übers Internet nicht immer tatsächlich von demjenigen verkauft beziehungsweise erbracht, auf dessen Website sich das Angebot befindet. Vielen Online-Anbietern, die über Portalkonstruktionen mit externen Partnern zusammenarbeiten, ist nicht bewusst, wer im Lichte des Steuerrechts als Unternehmer gilt. Erhebliche Umsatzsteuer-Nachforderungen des Finanzamts können drohen.

Plattförmchenspiele

Ein in Deutschland ansässiges Unternehmen, das als GmbH & Co. KG firmierte, bot in den Jahren 2002 und 2003 Interessenten die Möglichkeit, über seine .de-Website pornografische Bilder und Videos anzusehen. Die Kunden bezahlten mit ihrer Telefonrechnung über einen Web-Dialer, den eine spanische S.R.L. bereitstellte. Von ihr erhielten die Portalbetreiber monatlich Rechnungen, die keine Umsatzsteuer auswiesen. Die Rechnungsposten waren nach dem Herkunftsland der Nutzer, den abgerechneten Minuten und dem jeweiligen Minutentarif aufgeschlüsselt. Die „Ware“, also die abzurufenden Bilder und Videos, streamte eine dritte Firma an die Kunden – eine deutsche GmbH. ...

Sie möchten wissen, wie es weitergeht?

Als c't-Plus-Abonnent gratis lesen

Anmelden als c't-Plus-Abonnent

weiterführende Links

Anzeige
Anzeige