Fallrückzieher

Microsoft mit Details zu Windows 8.1

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Mit dem Update von Windows 8 auf Version 8.1 reagiert Microsoft auf Kritik an Windows 8 und den bisher geringen Marktanteil der neuen Windows-Version. Das kostenlose Update bringt nicht nur Verbesserungen für Firmenkunden, sondern auch den Startknopf zurück.

Über Windows 8.1, wie es mittlerweile offiziell heißt, gab es schon im Vorfeld einige Gerüchte, und Leaks zeigten, was die Nutzer erwartet [1]. Von Microsoft selbst kamen hingegen nur wenig konkrete Informationen. Zur TechEd North America und zur Computex zeigt das Unternehmen jetzt einige der neuen Funktionen. Wann die fertige Version kommt, ist noch unklar. Bisher heißt es nur lapidar „später in diesem Jahr“. Fest steht jedoch schon, dass zur Entwicklerkonferenz Build Ende Juni eine öffentliche Vorabversionen für die Windows-8-Familie kommt. Die Vorabversionen sollen genau wie später die finale Fassung über den Windows Store zum Download bereitgestellt werden. Wer die Vorabversion testet, muss nach dem Wechsel auf die finale Version alle Apps neu installieren. Bei Windows RT soll das nur die Metro-Apps betreffen, bei der Variante für herkömmliche PCs zusätzlich auch die Desktop-Anwendungen.

Da ist er wieder

An der grundsätzlichen Bedienung und Optik ändert sich nicht viel. Die Rückkehr eines Startknopfes hat Microsoft aber mittlerweile offiziell bestätigt. Auf dem Desktop nimmt er den gewohnten Platz auf der Taskleiste ein. Ansonsten erscheint er immer, wenn man die Maus in die untere linke Ecke des Bildschirms bewegt. Allerdings verbirgt sich hinter dem neuen Startknopf nicht das gewohnte Startmenü, stattdessen führt er auf den Startbildschirm oder in die Ansicht mit allen Apps. Der Startbildschirm selbst bietet auch einige Neuerungen. Er kann zum Beispiel als Hintergrund das Desktop-Wallpaper übernehmen und zeigt Kacheln jetzt in vier und statt wie bisher in zwei unterschiedlichen Größen. Für die Ansicht aller Apps bietet der Startbildschirm jetzt Filter an, die die Apps nach Namen, Installationsdatum, Kategorie oder der Häufigkeit der Nutzung sortieren.

Eine bessere Multimonitor-Unterstützung erlaubt es, dass der Startbildschirm dauerhaft auf einem Monitor geöffnet bleibt oder dass zur selben Zeit auf jedem Monitor jeweils eine Store-App zu sehen ist. Die PC-Einstellungen decken jetzt sämtliche Optionen der Systemsteuerung ab und erhalten zusätzlich einen Bereich für Skydrive. Windows 8.1 speichert auf Wunsch Dateien standardmäßig auf einem Skydrive.

Firmung

In Zeiten, wo viele Mitarbeiter ihre eigenen Geräte wie Handy und Tablet an den Arbeitsplatz mitbringen (Bring-Your-Own-Device), bessert Microsoft nach, um Firmen das Eingliedern solcher Geräte in die IT-Struktur zu erleichtern. Dazu braucht man mindestens den neuen Server 2012 R2 und je nach gewünschten Funktionsumfang eventuell noch System Center 2012 R2 sowie Intune. Der „Workplace Join“ – eine Art Light-Version des normalen Beitritts zur Domäne – erlaubt es Administratoren, einem Gerät Zugriff auf bestimmte Bereiche der Firmen-IT zu geben. Ergänzend dazu synchronisieren die „Workfolder“ Firmendaten auf dem Server mit einem mitgebrachten Gerät. Arbeitnehmer sollen so mit Ihren eigenen Geräten auf Dateien zugreifen und damit arbeiten können. Alle Daten legt Windows für den Fall eines Verlustes des Geräts verschlüsselt auf dem lokalen Speicher ab. Beim Entfernen des Geräts aus dem Workplace löscht Windows automatisch alle lokalen Firmendaten vom Gerät. Um Geräte vor unberechtigten Zugriffen zu schützen, unterstützt Windows 8.1 nativ die Authentifizierung über einen Fingerabdruck-Scanner.

Drahtlos drucken

Neue Funktionen für Near-Field-Communication (NFC) und Netzwerke zielen ebenfalls vor allem auf mobile Geräte. So unterstützt Windows 8.1 Wifi Direct. Mit dem passenden Drucker baut etwa ein Tablet eine Peer-to-Peer-Verbindung auf und übermittelt Druckaufträge ohne zusätzliche Treiber- oder Software-Installation. Andere Drucker lassen sich über NFC-Tags mit einem Tablet bekannt machen und Windows richtet den Drucker automatisch ein. Von Hause aus kommuniziert Windows in der neuen Version ebenfalls mithilfe von Wifi Direct und NFC mit Miracast-Hardware und überträgt so Bildschirminhalte kabellos an einen anderen Bildschirm. (bae)

Literatur
  1. [1] Stephan Bäcker, Axel Vahldiek, Windows Blue, Microsoft kündigt Windows 8.1 an, c’t 12/13, S. 24

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