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Webmail: Gmail-Inbox sortiert vor, Yahoo liest künftig mit

Auf der Web-Oberfläche von Google Mail lässt sich die Inbox neuerdings in bis zu fünf fest benannte Tabs aufteilen. Die Kategorien lauten „Allgemein“, „Soziale Netzwerke“, „Werbung“, „Benachrichtigungen“ und „Foren“. Eigene Tabs dürfen die Nutzer nicht definieren. Werden die Tabs in den Einstellungen aktiviert, sortiert Google den Posteingang in die Tabs ein. Die Tab-Ansicht lässt sich jederzeit wieder deaktivieren. Die Mails selbst bleiben unberührt. Auf IMAP etwa hat die Funktion keine Auswirkungen, der Server liefert nach wie vor alle Mails im Posteingang. Nutzer müssen unter dem Zahnrad-Icon bei der Schaltfläche „Posteingang konfigurieren“ die Funktion selbst aktivieren. Die Gmail-Apps für Android und iOS sollen die Funktion mit den nächsten Updates erhalten.

Unterdessen hat Mitbewerber Yahoo sein altes Webmail-Interface endgültig abgeschaltet. Nutzer, die bisher „Yahoo Mail Classic“ verwendeten, müssen zur neuen Version wechseln. Doch nicht nur optisch hat Yahoo seinen Mail-Service verändert: In den neuen Nutzerbedingungen erklärt Yahoo, dass künftig Mails der Kunden automatisiert „gescannt und analysiert“ werden. Yahoo will kontextbezogene Werbung einblenden und dafür in den Kunden-Mails nach werberelevanten Stichwörtern suchen. (hob)

Mehr Jugendschutzverstöße in sozialen Netzwerken

Im Jahresbericht für 2012 weist jugendschutz.net im Vergleich zum Vorjahr 6 Prozent mehr gemeldete Verstöße gegen deutsche Jugendschutzgesetze aus. Von den insgesamt 52 753 Prüfungen bezogen sich 36 161 auf Einträge in sozialen Netzwerken. Bei den Sichtungen fand jugendschutz.net dem Bericht zufolge 10 809 Verstöße. Die häufigsten betrafen die Darstellung von sexueller Gewalt gegen Kinder sowie „einfache Pornografie“. Bei 14 Prozent der bearbeiteten Fälle handelte es sich um rechtsextreme Propaganda. Schwere Verstöße wie Hasspropaganda, Kinderpornografie und extreme Gewalt wurden vor allem auf ausländischen Plattformen verzeichnet.

Jugendschutz.net gibt an, dass bei 75 Prozent der Fälle die beanstandeten Inhalte entfernt oder geändert wurden. Die Erfolgsquote sei in Deutschland am höchsten gewesen: 84 Prozent der beanstandeten in Deutschland gehosteten Inhalte wurden gelöscht. Als effektivste Methode erwies sich dabei der direkte Kontakt mit den Anbietern oder, wenn sich Verantwortliche nicht identifizieren ließen, mit den Webhostern, die die Inhalte von ihren Servern löschten. Durch die Zusammenarbeit mit dem BKA seien kinderpornografische Angebote recht schnell aus dem Netz entfernt worden: Durchschnittlich 1,7 Tage dauerte es, bis solche Inhalte aus dem Internet verschwunden waren. (dbe)

Frankreich rückt von Netzsperren ab

Die Zeit der französischen Anti-Piraterie-Behörde Hadopi ist offenbar abgelaufen. Bei einem Treffen in Schweden Ende Mai bestätigte die für digitale Fragen zuständige Ministerin Fleur Pellerin die Abwicklung der Behörde. Spätestens seit dem Regierungswechsel im vergangenen Jahr stand die Einrichtung unter heftiger Kritik. Zu teuer und ineffizient sei die Behörde gewesen, drastische Budgetkürzungen standen im Raum.

Die 2010 eingesetzte Hadopi hat bislang die Aufgabe, Urheberrechtssündern im Netz mit dreifach „abgestuften Erwiderungen“ zu begegnen. Wiederholungstätern droht dabei gemäß dem Prinzip „Three Strikes“ eine Sperrung des Internet-Zugangs. Die bisherige Bilanz ist mager: Gerade einmal drei Gerichtsverfahren gegen Urheberrechtssünder seien seit 2010 durch Gerichtsurteile abgeschlossen worden. In einem Fall habe das Gericht eine Geldstrafe von 150 Euro verhängt, in einem anderen beließen die Richter es bei einer Warnung und im dritten wurde der angebliche „Pirat“ freigesprochen.

Hadopi selbst verwies darauf, dass die Mehrheit der rund 1,2 Millionen angeschriebenen Nutzer auf weitere illegale Aktivitäten verzichten wollten. Kritiker wie die französische Kulturministerin Aurélie Filippetti hielten dem erhebliche Kosten von rund 12 Millionen Euro für 60 Hadopi-Mitarbeiter entgegen. (hob)

Verifizierte Promi-Profile bei Facebook

Facebook verifiziert und kennzeichnet künftig Seiten und Profile von Prominenten und großen Firmen. Ein blauer Kreis mit weißem Haken soll anzeigen, dass es sich um authentische Facebook-Auftritte handelt. Vorbild ist Twitter, das seinen prominenten Nutzern seit Sommer 2009 „verifizierte Accounts“ anbietet. Auch diese werden mit einem Häkchen gekennzeichnet.

Vorgesehen sind die bestätigten Facebook-Seiten und -Profile derzeit nur für eine kleine Nutzergruppe: Bestimmte Prominente, Journalisten, Regierungsbehörden sowie bekannte Markenunternehmen sollen das Häkchen erhalten. Verifizierungsanträge können nicht gestellt werden; Facebook entscheidet von sich aus, welche Accounts bestätigt und markiert werden. (dbe)

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