Extremkünstler

Zehn HD-Action-Cams für viele Fälle – ab 130 Euro

Test & Kaufberatung | Test

Zu Lande, im Wasser oder aus der Luft: Kompakte Videokameras zeichnen die Fahrt auf dem Skateboard ebenso auf wie den Tauchausflug durchs Korallenriff oder den Sprung am Fallschirm in die Tiefe. Dabei hilft ein normaler Camcorder nicht weiter, man braucht etwas Spezielles: Wasserdicht, erschütterungsfest, mit großem Blickwinkel, kinderleicht oder per App zu bedienen …

Metallisch sirrend saust die Kamera am 100 Meter langen Drahtseil entlang, huscht an dichtem Laub hoher Bäume vorbei, streift fast einen Fahnenmast, schwebt souverän über einen Wasserfall und wird schließlich von einem langen Gummiseil abgebremst. Sicher befestigt und exakt ausgerichtet zeichnet die Action-Cam die Fahrt mit 50 Sachen genau auf. Im Video sieht man scharf umrissene Blätter, einen wolkenreichen Himmel, detailreiches Gebüsch und lebendig wirkendes Wasser – im Clip einer anderen aber nur verwaschene Umrisse, unscharfe Bäume, flächige Details.

Video: 10 HD-Action-Cams im Test

Bildsensor, Nachbearbeitung und Codec müssen schnell und mit guten Ergebnissen die vergleichsweise große Datenflut von Videos mit 1920 × 1080 Pixeln bewältigen, damit spektakuläre Aufnahmen entstehen. Dass das durchaus klappen kann, hat Marktführer GoPro mit seinen Kameras hinlänglich bewiesen. Von dessen Erfolg angespornt, versuchen inzwischen zahlreiche Anbieter, ihre Action-Cams an den Mann oder die Frau zu bringen, darunter im Videosegment bislang eher unbekannte Firmen wie Ion, aber auch alte Bekannte wie JVC, Panasonic oder Sony. ...

Übern Tellerrand …

Um die Leistungen der Action-Cams mit denen eines normalen Camcorders vergleichen zu können, haben wir außer Konkurrenz ein Full-HD-Modell der Einstiegsklasse mitgetestet, der bis zu 50 Vollbilder/s speichert. Der Sony HDR-PJ 320 kostet mit rund 450 Euro ebenso viel wie die GoPro Hero 3 Black Edition; dafür bekommt man einen Camcorder mit 2,3-Mio-CMOS-Wandler, optischem Bildstabilisator, 3-Zoll-Display in Touch-Screen-Ausführung und ein 30-fach-Zoom-Objektiv mit 26,8 mm Weitwinkel (KB-äquivalent).

Die Menüs verlieren mit zunehmender Tiefe etwas an Übersichtlichkeit, sind aber wesentlich besser nutzbar als die winzigen Symbole auf den kleinen LC-Displays vieler Action-Cams. Die Zoomtaste erlaubt eine exakte Steuerung der Vario-Optik – auch das fehlt den Action-Cams. Viele Automatikfunktionen erleichtern dem Einsteiger den Umgang mit dem Gerät, aber es gibt keine Möglichkeit, Blende und Belichtungszeit manuell vorzugeben. Das schränkt die Möglichkeiten zur Bildgestaltung ein. Ein Anschluss für ein externes Mikrofon erweitert den audiotechnischen Spielraum, allerdings fehlt das Gegenstück dazu, die Kopfhörerbuchse. Praktisch die in der Griffschlaufe versteckte USB-Kabelpeitsche.

Die Videos zeigen bei ruhiger Szenerie eine ordentliche Schärfe, bei schnellen Bewegungen verwischen selbst im 50p-Modus manche Details, helle Bildbereiche zeigen kaum noch Zeichnung. Die Makro-Fähigkeiten verdienen gute Noten. Die Aufnahme der Seilbahnfahrt wirkt flächig, mit zunehmendem Tempo gerieten Autofokus und Bildprozessor an ihre Grenzen. In Sachen Lichtempfindlichkeit erreichte die Sony brauchbare Werte, die aber durch ein deutliches Rauschen beeinträchtigt werden.

Mit dem Projektor, der in die Displayklappe eingebaut ist, kann man die Aufnahmen auf dem Gerät – oder auch fremde, über den HDMI-Eingang zugespielte Videos – in dunklen Räumen vorführen, ideal für den Hütten-Abend nach einer Ski-Tour. Allerdings bleiben Brillanz und Kontraste hinter dem zurück, was man von aktuellen Flachbildschirmen kennt.

Für normale Anwendungsbereiche macht der kompakte Sony HDR-PJ 320 eine recht gute Figur, mit schnell bewegten Motiven hat er aber seine Schwierigkeiten. Da haben die Action-Spezialisten die Nase vorn.

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c't 15/2013, Seite 108 (ca. 10 redaktionelle Seiten)
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Artikel-Vorschau
  1. … und Action!
  2. Kryptisch
  3. Drahtlos
  4. Contour +2 HD
  5. Drift HD Ghost
  6. Evo Cam Sports 1080 Pro
  7. GoPro Hero 3 Black Edition
  8. Ion Air Pro WiFi
  9. Jobo JIB 4 AEE
  10. JVC GC-XA 1 BE
  11. Panasonic HX-A 100
  12. Polaroid XS100 HD 1080p
  13. Sony HDR-AS 15
  14. Fazit
  15. Übern Tellerrand …

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Weitere Bilder

  • Auf unserer selbstkonstruierten Seilbahn rasten die Minikameras mit 50 km/h über den „Heise-Vorgarten“ hinweg.
  • Geländetauglichkeit mussten die Action-Cams an Bord einer Motorcross-Maschine beweisen – nicht selten waren „matschige“ Bilder das Resultat.
  • Alle Action-Cams musste sich auch dicht über der Straße an einer Motorradgabel bewähren. Vor allem die Körnung des Asphalts und die Blätter der Bäume brachten so manche Cam ans Limit.
  • Kitesurfen aus der Egoperspektive: Mit einer Action-Cam am Kopf kann man dem Zuschauer einen sehr intensiven Eindruck des Fahrgefühls vermitteln.

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